Der Bagger führt Grabungen durch auf Grundstücken zwischen Ernst und Satire und greift dabei verschiedenste Materien rund um Wissenschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft auf.
Von 2007 bis 2011 erschien er vierteljährlich in Druckform. Seit 2012 versteht er sich als reine Online-Zeitschrift.

Nocheinmal Sharpeville

Sharpeville Massacre 1960

Was machte Marikana möglich? Ein histo­rischer Erklärungsversuch für die schweren Arbeitskämpfe im reichsten Land Afrikas.

Einige Wochen zuvor waren mehrere Polizisten von einem Mob gelyncht worden. Die Polizei war nervös. Die Menschenmenge, mehrere tausend Protestierende, ließ sich durch die tief fliegenden Miltärjets nicht auseinandertreiben. Was genau zur Eröffnung des Feuers führte, sollte unklar bleiben. Möglicherweise ein vermeintlicher Schuss aus der Menge, eher vereinzelte Steinwürfe und überforderte Polizisten auf der anderen Seite. Zunächst waren die Demonstrierenden so überrascht, dass sie erst zu laufen begannen, als die ersten Getroffenen zusammenbrachen. Die Polizei feuerte weiter – hunderte Verletzte und 69 Tote, ein guter Teil davon auf der Flucht in den Rücken getroffen, waren die Bilanz.
Das war das Sharpeville-Massaker von 1960, welches den Verfall des Apartheid-Regimes in Südafrika einläuten sollte. Wie konnte es diesen September soweit kommen, dass sich, nur knappe 20 Jahre nach Ende des Regimes, jene Szene fast detailgetreu wiederholte, als am 16. August in Marikana tausende Minenarbeiter für höhere Löhne demonstrierten und 34 von ihnen erschossen wurden?

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Message About Some Bottles

Snape's seven bottles - or the next best thing to them.

How low can the Bagger go? At least they aren’t publishing Harry Potter fan fiction. Or haven’t been, so far. Well, not quite.

The good news: Voldemort isn’t coming back. Even those who failed to read about his ignominious demise in 2007 have by now watched it both in the cinema and on DVD, at least twice; and J. K. Rowling has actually turned to writing other stuff, instead of giving us (as many feared) a prequel on the youthful adventures of Armando Dippet. The world is well and truly rid of Tom Riddle.

The bad news: We are still struggling with the other riddle – the one Harry and Hermione were confronted with in The Philosopher’s Stone, towards the end of chapter sixteen (“Through the Trapdoor”); a logical puzzle concerning bottles, set by the children’s sinister Potions teacher Severus Snape. Several solutions have been published; yet, while some of them are quite accurate as far as they go, I haven’t seen a complete analysis, and nobody, it seems, has even begun to think about its implications.

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Hans Unstern - ein Interview

  "Paris" - Hans Unstern mit Spieluhr im B72 (Wien) am 25.11.2012. (Foto: wein)

Ich mag Hans Unstern. Sehr. "Kratz dich raus" und "the great hans unstern swindle" sind zwei der bemerkenswertesten Alben, die in den letzten Jahren erschienen sind - textlich, musikalisch und konzeptuell. Deshalb dieses Interview.

Du singst auf deiner neuen Platte, du hättest alles getan, um den Leuten nicht zu gefallen? Zwar deckt sich deine Definition von Popsong nicht mit der der meisten Menschen, aber ein sehr ausgeprägter Sinn für Ästhetik durchzieht soundtechnisch, visuell und was das Konzept auf der Bühne betrifft dein ganzes Werk. Du gefällst also schon, bloß suchst du dir dein Publikum sehr genau aus. Willst du bei den Zuhörern und Zuhörerinnen irgendetwas Spezifisches bewirken?

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Weltuntergang … und alles lacht!

Der Weltuntergeang (Rabenhoftheater)

Am 8. Dezember hatte Jura Soyfer seinen 100. Geburtstag. Zur Feier des Tages und wohl auch weil sich's aus anderen, bekannteren Gründen gerade anbietet, wurde im Rabenhoftheater sein erstes Stück Der Weltuntergang gespielt.

Soyfer, österreichischer Schriftsteller russisch-jüdischer Herkunft, war überzeugter Marxist und nach einer sozialdemokratischen Phase ab 1934 Mitglied der damals verbotenen KPÖ. Er verfasste für verschiedene sozialistische und sozial­demo­kratische Zeitschriften politische Satiren und Gedichte und widmete sich nebenbei dem Theater. So verfasste er vier Stücke, die sich mit Themen wie Faschismus, Nationalismus, Humanismus, Religion oder Kapitalismus auseinandersetzten.
Am 13. März 1938 wurde er bei seinem Versuch, auf Skiern in die Schweiz zu flüchten, festgenommen und im Anschluss zunächst ins KZ Dachau, letztendlich nach Buchenwald deportiert, wo er knapp ein Jahr später am 16. Februar mit nur 26 Jahren an Typhus starb.

Der Weltuntergang beginnt faustisch im Himmel. Eine Versammlung der Planeten bespricht die neuerdings gestörte Sphärenharmonie: Seit sie vom Menschen befallen ist, gerät die Erde mehr und mehr aus dem Takt. Kurzerhand wird beschlossen den armen Mitplaneten durch eine Radikalkur zu heilen. Komet Konrad wird entsandt, um die Patientin durch eine kleine Kollision von ihrem Parasit zu befreien.

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