Der Bagger führt Grabungen durch auf Grundstücken zwischen Ernst und Satire und greift dabei verschiedenste Materien rund um Wissenschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft auf.
Von 2007 bis 2011 erschien er vierteljährlich in Druckform. Seit 2012 versteht er sich als reine Online-Zeitschrift.

Der Elegante Rest gibt uns Lessons in Japanese

Lessons in Japanese - Der Elegante Rest

Die Band um Jörg Wolschina legt ihr viertes Album vor: Ein wohltuendes Stück Indie-Pop, das die Romantik der Gewöhnlichkeit feiert.

Eigentlich könnte man sich über die Fülle an Musik aufregen und laut schreien, dass alle endlich auch mal die Klappe halten sollten. Man könnte jeden auf die Massen losgelassenen Song, zumal wenn er schlecht ist, schon dafür schelten, dass er sich für wichtig genug hält, der universalen Kakophonie noch mehr Lärm hinzuzufügen. So werden wir von manchen, auf die Hörgewohnheiten und Breitenwirkung hin getrimmten Popsongs regelrecht nervgetötet, wenn wir sie hören müssen, andere legen sich angenehm ins Ohr und lösen interessante Stimmungen aus.

weiter...

Für immer ich

gui gui cover

Mit seinem Debütroman „Gui Gui oder Die Machbarkeit der Welt“ hat Hubert Weinheimer bewiesen, dass er auch lange Formate durchgehend überzeugend gestalten kann.

Der Titel, mit dem eine vorläufige Begegnung mit diesem kompakten Text anfängt, nimmt das Motiv vorweg, das in der Kunst des zugereisten Oberösterreichers vorherrschend ist; die Zweischneidigkeit, eine Polarität von Aussagen, ein Kontrast, der an den Pranger gestellt und auf die Spitze getrieben wird. „Chanson-Punk“ verschränkt als angeführte Genrebezeichnung Weinheimers Band „Das Trojanische Pferd“ zwei disparate Attribute. „Gui Gui“ wirkt wie ein Nonsense-Wort und erinnert an den Dadaismus, während „Die Machbarkeit der Welt“ streng philosophisch anmutet und von Schopenhauer stammen könnte. Scharfdumm nennt man solche Verschränkungen, oder, um die Referenzen weiterzutreiben, bittersüß, wie ein Songtitel des letzten Albums lautet. 

weiter...

Weltuntergang … und alles lacht!

Der Weltuntergeang (Rabenhoftheater)

Am 8. Dezember hatte Jura Soyfer seinen 100. Geburtstag. Zur Feier des Tages und wohl auch weil sich's aus anderen, bekannteren Gründen gerade anbietet, wurde im Rabenhoftheater sein erstes Stück Der Weltuntergang gespielt.

Soyfer, österreichischer Schriftsteller russisch-jüdischer Herkunft, war überzeugter Marxist und nach einer sozialdemokratischen Phase ab 1934 Mitglied der damals verbotenen KPÖ. Er verfasste für verschiedene sozialistische und sozial­demo­kratische Zeitschriften politische Satiren und Gedichte und widmete sich nebenbei dem Theater. So schrieb er auch vier Stücke, die sich mit Themen wie Faschismus, Nationalismus, Humanismus, Religion oder Kapitalismus auseinandersetzten.
Am 13. März 1938 wurde er bei seinem Versuch, auf Skiern in die Schweiz zu flüchten, festgenommen und im Anschluss zunächst ins KZ Dachau, letztendlich nach Buchenwald deportiert, wo er knapp ein Jahr später am 16. Februar mit nur 26 Jahren an Typhus starb.

Der Weltuntergang beginnt faustisch im Himmel. Eine Versammlung der Planeten bespricht die neuerdings gestörte Sphärenharmonie: Seit sie vom Menschen befallen ist, gerät die Erde mehr und mehr aus dem Takt. Kurzerhand wird beschlossen den armen Mitplaneten durch eine Radikalkur zu heilen. Komet Konrad wird entsandt, um die Patientin durch eine kleine Kollision von ihrem Parasit zu befreien.

weiter...