Wir habens noch geschafft: Termingerecht, knapp vor Weihnachten wurde #20 gedruckt und ist somit nun auch hier wie immer (fast) vollständig zugänglich: #20, zum Thema Raub. Wer kein gedrucktes heft erwischt hat und dennoch das Printlayout will findet hier ein PDF der Ausgabe.
Das hübsche Titelblatt (Ausschnittsweise oben ersichtlich) verdanken wir diesmal Alexandra Mia Monkewitz. Alles andere allen möglichen anderen verdienten Baggerleuten.

Wir wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre im neuen Seitenlayout. Und allen, die damit nicht zurecht kommen, sei wieder einmal die Druckausgabe ans Herz gelegt.

eure Redaktion

Aktuelles

#20 jetzt auch als PDF in voller Druckausgabenpracht!

Kritik des Hotzenplotzischen Weltbildes

Zwackelmann

„Ein Mensch, der stiehlt, würde für jede poetische Darstellung von ernsthaftem Inhalt ein höchst verwerfliches Objekt sein.“ (Friedrich Schiller, Jena)

Am St.-Johannis-Tag 1787 spielte auf dem Jahrmarkt zu Königsberg, Preußen, eine fahrende Marionettenbühne zum soundsovielten Mal die „Sämtlichen Abenteuer des Räubers Hotzenplotz“. Textgetreu war der große und böse Zauberer Petrosilius Zwackelmann schon im ersten Teil schmählich im eigenen Schloßkeller ersoffen und hing nun zum Trocknen hinter der Puppenspielerbude – was ihm Gelegenheit bot, mit einem illustren Königsberger Spaziergänger ins Gespräch zu kommen. Indessen landete auf einer nahen Birke ein uralter Rabe mit moosgrünem Gefieder; in seinen Bürzelfedern verborgen saß, das erstaunt längst keinen mehr, die Wanze.

Immanuel: – so verkörpern doch Sie, Herr Kollege, gewissermaßen das Irrationale.

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Mit freundlicher Genehmigung von Strg+C et al.

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„ist nicht mein geistiges Eigentum, wenn es unter Gänsefüßchen steht“
  ist nicht mein geistiges Eigentum, wenn es unter Gänsefüßchen steht.

An der Universität Innsbruck sprach sich vor wenigen Monaten ein Fall akademischer Copyright-Verletzung herum, wo ein Lehrender wohl von einem Verlag geklagt und in Folge zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil er verwertungsrechtlich geschütztes Material in seiner Vorlesung verwendete. Konkretes Vergehen war das Bereitstellen dieser Lehrmaterialien über eine Uni-interne Lernplattform – ein Online-Medium, zu dem ausschließlich ordentliche Studierende der Uni Innsbruck über ihren persönlichen Uni-Account Zugang erlangen.

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"Vorerst gescheitert"

„Vorerst gescheitert“: Karl Theodor zu Guttenbergs Interview mit Giovanni di Lorenzo, erschienen im Herder Verlag, 2011

Die Wellen schlagen hoch wenn die Rede auf den früheren deutschen Verteidigungsminister zu Guttenberg kommt. Sein Interviewbuch löste nicht nur bei der Leserschaft der „Zeit“ Empörung aus – dort aber besonders viel. Denn sein Interviewpartner war Zeitchefredakteur Giovanni di Lorenzo, der einen Vorabdruck in der Hamburger Wochenzeitung veröffentlichte und hier auf wenigen Seiten das „best of KT“ präsentierte. Dem akademischen Publikum der Zeit missfiel das Rampenlicht, das dem aus allen Ämtern ausgeschiedenen Expolitiker zuteil wurde. Man vermutet in Lorenzo einen Steigbügel-Halter für Guttenbergs politisches Comeback.

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Raubtierarten in Österreich

Raubtier

Ein faszinierender wie alarmierender Bericht über den Bestand heimischer Carnivora

Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich hätte an dieser Stelle der angekündigte Bericht über den so genannten „Raubtierkapitalismus“ erscheinen sollen. Auf eine Weisung des BMI hin wurde uns die Veröffentlichung, mit Verweis auf das neue Anti-Terrorgesetz (§ 613 Abs. 30b), allerdings untersagt.

Die österreichische Fauna hat mit Beginn der Industrialisierung stark an Artenvielfalt verloren. Die großindustrielle Nutzung der Forste und Gewässer, ebenso der Alpintourismus, forderten ihren Tribut insbesondere unter größeren Raubtierarten. Damit wurden zugleich jene Parasiten gefährdet, die in Symbiose mit den bedrohten Raubtieren leben.

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Eigentum ist Diebstahl?

Pierre-Joseph Proudhon

Über die Grundlagen aller halbwegs modernen Staatsformen und über den Haken, den sie haben.

Das Zitat aus der Überschrift – wenn auch als These und nicht als Frage verfasst – ist mehr oder weniger allgemein bekannt. Weniger hingegen sein Urheber: Dabei war der Ökonom und Soziologe Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865), der als einer der ersten Vertreter des Anarchismus gilt, zu seiner Zeit ein viel gelesener Autor, stand mit Kollegen wie Karl Marx und Michail Bakunin in direktem Kontakt und engagierte sich als Mitglied der französischen Nationalversammlung politisch.

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Über den Zeitraub „of a lifetime“

Das Filmfestival als temporales Paradoxon. Ein Erlebnisbericht.

Zeit ist Geld, heißt es. Und wirklich ergeben sich bei genauerer Betrachtung erstaunliche Parallelen: sowohl in der temporalen wie der finanziellen Erschließung der Welt ist von Raub und Investitionen, von Verlusten und Gewinnen die Rede und der Erfahrung nach rieselt beides gern durch die Finger. Mithin ganz ungeachtet der Tatsache, dass es noch keine Zeitlotterie gibt und die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit nicht mit der Anpassung der Leitindizes zu vergleichen ist, besteht doch Konsens bezüglich der Äquivalenz dieser beiden Größen, die unser modernes Leben vermessen. Darum scheint es angebracht, den Zeitmangel zu bezahlen und zwar nicht bitter büßend, sondern – besser – süß genießend sein Geld zu investieren, um dann keine Zeit zu haben,– mit anderen Worten also – in den ausgelassenen Besuch eines Filmfestivals, wie zum Beispiel die vor kurzem zum neunundvierzigsten Male über die Leinwände gelaufene Viennale in der hiesigen Hauptstadt der Mannerschnitten.

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