Alles Gute zum...

… Beschneidung-Christi-Fest!

Doch, das ist heute. Ist ja auch nur logisch: wenn (wenn!) Jesus vorigen Dienstag geboren wurde, dann muß er als ordentlicher jüdischer Knabe heute, acht Tage später, beschnitten werden.

Die alten Christen haben das gewußt (waren eben noch nicht so weit vom Judentum abgerückt wie heute) und deswegen den Feiertag eine Woche nach Weihnachten eingerichtet. Irgendwann im Mittelalter hat man sich dann gestritten, ob der Beginn des Kalenderjahrs auf die Geburt oder die Beschneidung gelegt werden sollte (Jahreszählung “a nativitate” oder “a circumcisione”) – ich bin ja nach wie vor für die Geburt, wenn Weihnachten gleichzeitig mit Neujahr wäre, fiele jede Menge Feiertagsstreß weg – und die Beschneidung hat gewonnen.

Damit haben wir den einzigartigen Fall, daß ein christlicher Festtag mit jüdischem Ursprung (also sowas ähnliches wie Ostern oder so) fast auf der ganzen Welt als gesetzlicher Feiertag sanktioniert ist, ohne daß irgendwer (fragen Sie mal alle Christen auf der Straße, welcher Tag heute ist!) eine Ahnung hätte, worum’s dabei geht. Ganz schön spooky, oder?

Übrigens ist’s nach wie vor ziemlich kalt und naß. Wie sagt der Volksmund noch?

“Zu Christi Beschneidung
Braucht’s wasser- und windfeste Kleidung.”

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