Über die wahre Begebenheit der glorreichen Schlacht bei Ofen

Normalerweise braucht es seine Zeit, um Marco wütend zu machen, denn er war ein besonnener Mensch. Seit seiner Geburt war ihm das Leben als Mönch vorherbestimmt und er hatte gewiss sein Leben in Demut gelebt. War es denn wirklich so schwer zu begreifen, weshalb man sich den Sobieski herholte? Dabei ging es doch nicht um das Austauschen von derben Scherzen oder wer besser im Stehen gegen den Wind wiescherlt, ohne sich dabei von oben bis unten die Paraderüstung ganz rostig zu machen; es ging hier um Weltpolitik!! Innozenz hatte es ihm aber auch gesagt, damals, dass es keinen depperteren Trottel gäbe als den heiligen römischen. Aber der wäre leicht zu beeinflussen und der Glaube könnte verbreitet werden und alles in allem eine lohnende Aufgabe …

Gleich am nächsten Tag war er aufgebrochen, nach den Habsburgischen Landen, wo er den Kaiser als einen dicken, ungehobelten und ungewaschenen Kerl kennen lernte, wie dieser gerade einer Hofdame ins Dekolleté starrte. Die beiden schlossen sofort Freundschaft, der eine aus Leichtgläubigkeit und der andere, weil alles so kommen musste, wie Gott es wünschte, eher nolens als volens also. Als päpstlicher Legat und kaiserlicher Berater eingestellt, erlebte Marco an der Seite Leopolds die Belagerung Wiens 1683, will heißen die Flucht des Kaisers aus Wien. Nur durch Marcos Vorsprechen bei dem Bayern und dem Polen konnte Wien gerettet werden – vor allem die flamboyanten Polenreiter kämpften tapfer, und der mickrige Eugen Moritz verdiente sich seine ersten Sporen – und der Kaiser versteckte sich derweil, bis der Sturm vorüber war. Konsequenterweise weigerte sich Leopold danach volle 2 Jahre lang, sein Bett zu verlassen.
„Wer soll denn in Zukunft in Wien Kinettn graben oder die Straßen schrubben?“, war schließlich ein Argument, das dem Kaiser imponierte. Gastarbeiter aus der Türkei wären dafür doch ideal, zumal es den Österreichern an Fleiß fehlte und die Juden viel zu viele Feiertage hatten.
So war der Plan gefasst. „Auf nach Ofen!“, sang der Kaiser, „aber, wer soll mich denn dorthin tragen? Meine Füße sind so schwer, und Geld hab ich leider nimmermehr!“
Also fragte man wieder den Sobies­ki. Der war sofort dabei, der Papst stellte das Geld und die Republik Venedig und fertig war der Bund der Heiligen Liga.

Karl der V. von LothringenIm Frühjahr 1684 hatte man es tatsächlich geschafft, 38.000 Soldaten waren rekrutiert und ein Oberbefehlshaber führte die Truppen an. Karl der V. von Lothringen, ein wüster Schläger und ungehobelter Trunkenbold, bot sich an – weil er wieder einmal Geld brauchte. Karl war der Herzog von Lothringen und von Bar, nur ließ der Franzos den Österreicher nie in sein Land, nicht mal nur auf Besuch, angemeldet … Kurzerhand bewarb er sich als König von Polen, aber vergebens. Der Grund für so viel Ungemach lag in seinem Gesicht. In dem von Furunkeln überwucherten „Gesicht“ konnte man kaum noch Gesichtszüge erkennen, geschweige denn einen Mund. Sprach Karl auch bloß ein Wort, ergossen sich wahre Eiterbäche aus den Kratermündungen auf die immer rötlich entzundene feucht schwitzende aufgeblähte Haut, die Spannung seiner überdehnten Gesichtshaut sowie das Platzen von sieben mal sieben Aften verursachten ihm solche Schmerzen, dass er laut schreien musste wie ein Hirsch zur Balz. Ein solcher Schrei resultierte dann oftmals im Reißen des fulminanten Abszesses auf seiner Klingonenstirn, und die schmierigen Bäche schossen ihm in Augen, Nase und Mund. Einmal wäre Karl fast daran gestorben. Die Weihwassertinkturen zum Eincremen, gemixt vom Bischof von Aachen, hatten keinen medizinischen Effekt. Wie hatte Ludwig der XIV., von seinen Freunden nur „Wickerl“ genannt, nach Karls Tod doch so treffend bemerkt?
„le pus grand, le pus sage et le pus généreux de mes ennemis est mort“.
Le Pus marschierte also, um es kurz zu machen, mit 74.000 Mann auf Ofen, wo man Juni 1866 nach gemütlicher Reise etwas verschwitzt, aber doch per pedes ankam.
Der Türk war in der Zwischenzeit nicht faul gewesen – wohl an die 10.000.000.000 Jungtürken mit alten Maschinengewehren noch aus dem Ersten Weltkrieg standen zu ihrer ersten Feuertaufe bereit.

Der blutrote Abend­himmel wölbte sich rund und schicksalsschwanger über dem Firmament, während sich die Heerscharen an dem schwülen Sommertag einander näher kamen. Pus, der Seuchenlord, hatte seit ihrer Abfahrt aus Wien nunmehr 2 Jahre nicht mehr geredet. Sein Adjutant Irkel übergab ihm das Sprachrohr. Stille trat ein.
Plötzlich ging ein Ruck durch die Mannschaft. Die Österreichischen Truppen brachen in ihr bebendes Kampfgeschrei aus, welches traditionellerweise (in etwas abgeschwächter Form) in diesem fernen Lande heute noch zumeist an Stammtischen von diesem freundlichen Volk praktiziert wird.
„Oaschwarzn! Tirkngsindl! Mochts eich fom Ockereshigschissanandrekseimiadraneichham!“
Die türkischen Orkkrieger aus dem Süden, einem Land, in dem die Sonne niemals aufging, waren betroffen ob der feindlichen Worte und warfen einen Schwall von „Güle Güles“ zurück, dass es sogar im fernen Wien noch widerhallte und bei einigen Frauen zu Frühgeburten führte. Die präkognitive Abscheu vor dem fremdvölkischen Überhandnehmen resultierte aus einer instinktiven Abwehr heraus in einer eminenten Bevölkerungsexplosion innerhalb der österreichischen Bevölkerung, welche sich heute anhand der demographischen Aufzeichnungen Wiens aus dem Jahr 1686 belegen lassen. Anscheinend ist Österreichern tatsächlich ein starkes Maß an Homophobie angeboren.
Prinz Eugen, der tapfre RitterTrotz oder sogar aufgrund der maßlos übertrieben scheinenden feindlichen Übermacht waren es die tapferen Kürassiere des Savoyeners, welche die Schlacht einleiteten. Heimlich still und leise hatten sie sich auf der Flanke der Türken positioniert, wo des Feindes Vampyrbrigade aus Transsylvanien sich gerade anschickte, aus ihren Särgen zu kriechen. Was folgte, war ein Gemetzel. Prinz Eugen der tapfre Ritter machte keine Gefangenen. Ohne Gnade schwangen die silbernen Kriegshämmer auf die Untoten nieder und zermalmten ihre Körper, es floss das Blut in Strömen. Nach der Schlacht, so wird erzählt, war Eugens Gewand blutrot, bloß unter seinem abgenommenen Gürtel schimmerte es weiß.
Ins türkische Heer war nun Bewegung gekommen. Der überraschend schneidige Schlag in die Flanke löste Entsetzen aus bei den unmotivierten Truppen. Schon flohen die Ersten Hals über Kopf, da trat der türkische Feldherr aus seinem Zelt. Er war ein dunkler Dämon aus den heißesten Gefilden der Hölle. Über 50 Meter groß war er am ganzen Körper behaart und aus seinen Haaren schossen Giftpfeile. Sein Gemächt hatte die Form einer Kirchenglocke und er schwang sie wie eine Abrissbirne. Zu hunderten wurden die Österreicher von seinen Hoden zermalmt, als der Dämon in der Schlacht wütete. Aus seinen Nüstern schossen die flammenden Lavatränen seiner in ihm dahinsiechenden Opfer, beißend wie Säure, und rissen schwelende Brandwunden in die Körper der an die milde Alpensonne gewöhnten Bergvölkler. Es stand schlecht.

Der türkische FeldherrPus beeindruckte dies alles nicht. Sein geschwollenes Gesicht war gegen jede Form von Hitze immun geworden, vor allem aber hatte er seinen ganzen Körper vor der Schlacht mit kühlendem Eiter bedeckt. Nun war die Gunst der Stunde gekommen, und der erfahrene Krieger zögerte nicht: Karl erhob sein Schwert und auf sein Signal stürmten 10.000 Jesuitenmönche aus Erdlöchern hervor aufs Schlachtfeld. In ihren Händen trugen sie ein gewaltiges, scheinendes Christenkreuz, welches der Papst Innozenz vor ihrer Abreise persönlich gesegnet hatte.
Völlig konsterniert schreckte der monströse türkische General zurück, und genau in diesem Moment erhob Le Pus erstmals seine Stimme. Das durch das Sprachrohr noch verstärkte Gebrüll ging durch Mark und Bein, und der mit durch das Rohr strömende Gesichtsfluss aus Weihwasser, Blut und Eiter ergoss sich in das lodernde Gesicht des Höllenfürsten. Die Schlacht war beendet.
Die Österreicher fegten das Schlachtfeld leer, plünderten Ofen und vergewaltigten die ungarischen Frauen, kurz: Sie ließen es sich so richtig gut gehen, und wer wollte es ihnen verübeln, denn ein Soldatenleben war hart …

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