Das trojanische Pferd – Das trojanische Pferd (2009/Cheap Rec. Rocks)

das trojanische PferdDas Konzept des trojanischen Pferds erklärt sich aus dem Bandnamen selbst: Melodie und Arrangement funktionieren als Geleitschutz für ernst Gemeintes fern ab von Ironie und Zitat. Und so formuliert es auch Sänger und Gitarrist Hubert Weinheimer in dem Song „Wartezeit“. Hinein in eine feierlich konstruierte Stille singt er „Es geht um Wahrhaftigkeit“ und gibt damit dem Album einen ungewohnten Anspruch. Denn thematisch dreht sich das Album um Alltäglichkeiten wie Zwischenmenschlichkeit in jeglichem Sinn, Lebensplanung, Reflektion, Vorschau, verlorene Liebe, gefundene Liebe, bewahrte Liebe, Einsamkeiten und dergleichen mehr. Erzählt wird aber ohne zu posieren, ohne Rückgriffe auf Gewohntes, so blindlings auf sich selbst gerichtet. Das Delikate am trojanischen Pferd und dieser Platte aber ist, daß man mit dieser offensiven Innerlichkeit nicht einfach nur zugemüllt und dann alleine gelassen wird. Melodien tragen auf diesem Album Gedanken weiter, haben die Macht, eine Aussage umzuleiten, fungieren als Bett zum Hineinkuscheln, lassen uns toben, uns verausgaben und wieder stillstehen: „Mein Herz schlägt mich innerlich tot.“
Mira Mann

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