Das Wiener Lugeck

Bär Wer öfter in der inneren Stadt unterwegs ist, wird das Lugeck (nicht nur, aber auch wegen der Nähe zu Stephansdom und Ankeruhr) kennen, auch wenn er kein leidenschaftlicher Eisesser ist … Wer aber weiß, dass dieser Ort ein Geheimnis birgt? Vielleicht ist dem einen oder anderen Lugeckgänger schon mal ein Haus mit Bärenrelief aufgefallen? Dieser Bär hat Geschichte: 1444 nach der Varna-Schlacht floh ein deutscher Landsknecht und wurde mit des Teufels Hilfe errettet, musste jedoch im Gegenzug versprechen für lange Zeit im Walde zu leben, nur in ein Bärenfell gehüllt. Ein Lugeckbewohner gab Jahre später dem zotteligen, aber vermögenden „Wilden“ seine jüngste Tochter zur Frau und schon beginnt das Märchen: Der „erlöste Bär“ wurde ein ausnehmend hübscher Mann. Dies ärgerte die neidischen älteren Schwestern so sehr, dass sie sich umbrachten. Die eine erhängte sich – die andere stürzte sich in den Hausbrunnen. Der aus der Waldeinsamkeit erlöste Bär ließ sich jedoch nicht verschrecken und brummte glücklich mit seiner Liebsten bis ans Ende seiner Tage am Lugeck. Der kleine steinerne Bär will an dieses „happy end“ erinnern und uns vor allzu großem Neide warnen.
(vgl. auch: Gebhart, J., Österreichisches Sagenbuch, Pest 1862, S. 337 f.)

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
By submitting this form, you accept the Mollom privacy policy.