Der Elegante Rest – Warten auf das Ende der Welt (Palmo)

Warten auf das Ende der Welt Jörg Wolschina ist ein komischer Kauz. In vielerlei Hinsicht ist er eine Synthese diverser totgeglaubter Figuren: Da haben wir den Minnesänger, der allabendlich zu seiner Holden am Balkon des Elfenbeinturms hinaufträllert, einen pseudo-aristokratischen Dandy, der in einer Mischung aus Selbstverliebtheit und Auto-Aggression den totalen Krieg mit sich selbst inszeniert, den „Ritter im Plattenbau“, von dem er selbst singt, und einen Dichter, der in fremden Zungen spricht und Bilder wachruft, an denen man nicht vorbei kommt – gerade weil man sie nicht immer versteht.

Das alles zusammen gräbt sich unaufhaltsam durch den Gehörgang und fräst Parolen ins Gehirn: „Die selbe Sonne, etwas näher, schön für sie, man merkt es kaum – im selben Auto, Kreisverkehr, auf die Minute, gegen den Baum“. „Klär mich auf oder schenk mir eine Reise zum Mond“. „Sei doch nicht immer so kompliziert – ich hab dir was Schönes komponiert“. Wer Element of Crime und Nick Cave liebt, liebt auch den eleganten Rest.

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