Der Nino aus Wien – Down in Albern (2009/Problembär)

Nino aus Wien - Down in Albern Mit einem halben Jahr Verspätung hab auch ich es kapiert. Ich muß gestehen, daß ich die erste Platte vom Nino ignoriert hab. Ich hab damals kurz reingehört und fühlte mich schon nach drei Nummern verarscht genug, um „the ocelot show“ lange Zeit nicht mehr zu hören. Das war aber ein Fehler – das vierte Lied war nämlich auch damals ein Geniestreich.

Mit dieser zweiten Platte wird aber jetzt auch mir klar, daß Nino Mandl keineswegs halblustig rumschrummt, sondern daß es ihm – ganz im Gegenteil – sehr, sehr wichtig ist: „Vielleicht steh ich mir nur im Weg, wenn ich durch dieses Fließen schweb, vielleicht hat mich das Brot belegt – die Zeit vergeht.“ Oder: „Die Tage sind voll akrobatischer Illusionen, man kann sich ob der Akrobatik nicht allzusehr schonen.“ Was soll man da noch sagen? Wer darin nichts lesen kann, kann einfach nicht lesen. Punkt. Es gibt aber auch auf diesem Album nicht nur Perlen. Manches ist zerdepscht oder unverständlich, aber auch diese Fragezeichen braucht es, um klarzustellen, daß hier nicht strategisch produziert, sondern schlicht und einfach aufgenommen wurde. Entstanden ist ein unverschämt (sic!) geiles Album, das an Charme und subtilem Querdenkertum seinesgleichen suchen muß: „Weit, weit in die Weite der weiteren Weite …“

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