Der Weg der Achtundsechziger

Die 68er Generation wird vielfach wegen ihrer Verdienste gepriesen. Vielleicht hat sie aber auch Böses verursacht und die Menschenrechte und Demokratie in der Welt gebremst. Über das Jahr der Großen Revolutionen.

Daniel Cohn-Bendit, ein humorvoller Soixante-huitard, ein 68er, Mitglied des Europaparlaments und einer der helleren Köpfe der Grünen, meinte, ohne die 68er-Generation hätte Sarkozy, Sohn eines Einwanderers und einer Jüdin, nicht Präsident werden können. Seine Aussage ist für einen 68er typisch: Ohne sie wäre nichts da, die Welt wäre in konservativen Werten ertrunken.

Was waren die Anliegen dieser Menschen? 68er waren Sprecher der Erniedrigten und Beleidigten und Kritiker der westlichen Zivilisation – mit einer ständig empörten hyperkritischen Einstellung zum Leben im Westen.
Ausbrechen aus einer vermeintlich verkrusteten Gesellschaft voller Lügen, Kampf gegen Autorität und für Frauenrechte, Kampf gegen den „amerikanischen Imperialismus“, Kampf für sexuelle Befreiung, in Deutschland Kampf gegen Verharmlosung der Nazizeit und – die Friedensbewegung. Eine Friedensbewegung, die tötete, wie wir unten sehen werden. Alles ideologisiert, Texte von Marx und Lenin, Stalin und Mao, auch von zeitgenössischen Ideologen Marcuse und Sartre wurden gelesen. Lauter Autoren, die der Gewalt für eine liebe Sache nicht abgeneigt waren. Fighting for peace. Für den Teil der Menschheit, der hinter dem eisernen Vorhang sanft versklavt oder unsanft in Gulags eingesperrt lebte, interessierten sich die 68er nicht.
Natürlich sind ihre Werte für uns wichtig – Frauenrechte, schöner Sex, die Wahrheit über die unrühmliche Vergangenheit des Kontinents usw. Deswegen ist auch diese ganze Bewegung im Denken der Menschen eher positiv besetzt.

Von den Straßen in die Medien

68er bekommen viel Platz in den Medien. Sie sind teilweise die Medien und bestimmen, worüber berichtet wird und auch wie. Das führt zur selektiven Berichtserstattung.
Die größten medialen Verbrechen der letzten Jahrzehnte waren falsche Berichterstattung über den Vietnamkrieg und fehlende Berichterstattung über den sowjetischen Krieg in Afghanistan. Ich sage Verbrechen, weil sie viel Gewalt mitverursacht haben.

Vietnam kurzgefasst: Der Journalist Walter Cronkite, the most trusted man in America, erklärte die nordvietnamesische Tet-Offensive 1968 als Sieg der von UdSSR und China unterstützten Nordvietnamesen. Die öffentliche Meinung in den USA änderte sich langsam und das Resultat war der Abzug der Amerikaner aus Südvietnam. Nordvietnam brach alle Friedensabkommen und mit der folgenden Eroberung von Südvietnam fing das millionenfache Morden in ganz Südostasien (auch in Laos und Kambodscha) 1975 an. Hunderttausende ertrunkene boat-people (Menschen, die verzweifelt versucht hatten vor den Kommunisten zu flüchten) und Millionen Tote in Kambodscha waren legitime Kinder von Cronkite, Jane Fonda und anderen Friedensaktivisten, Professoren und Studenten, die es gut gemeint hatten. Die Täter waren natürlich haupstächlich Ho Chi Min und Mao Tse Tung – Männer, deren Namen die 68er auf den Straßen der amerikanischen und europäischen Städte skandierten und die schon Millionen (Ho) bzw. Zigmillionen (Mao) Menschen begraben hatten. Mit einem freien Südvietnam hätten wir heute schon lange einen Asien-Tiger Nummer fünf – und ein krepierendes kommunistisches Nordvietnam, genauso wie wir es in Korea haben. Aber der Vietnam-Krieg gilt heute als ein amerikanisches Verbrechen und nicht als ein sowjetisch-chinesischer Eroberungskrieg.

Afghanistan kurzgefasst: Eine der Folgen der katastrophalen Détende-Politik von Nixon und Carter war der sowjetische Afghanistan-Einmarsch in 1979. In Afghanistan waren keine Journalisten und deswegen wurde über eine Million tote Afghanen nicht berichtet. Die meisten Toten gehen auf Konto des friedensnoblen Big Gorb (ab 1985 im Kreml-Sattel). Da er den Krieg nicht wollte, bemühte er sich, ihn rasch hinter sich haben – das Resultat waren hunderte (Tausende?) My Lais, Lidices und Guernicas. Die Freiheit des Ostblocks beruht auch auf diesen Ermordeten – die von den Mujaheddin (von den USA unterstützt) geschlagene Rote Armee vertschüsste sich 1988 demoralisiert aus Afghanistan und Big Gorb hatte keine Lust mehr auf Schießübungen in den Ostblockländern. Das fatalste Resultat war das Entstehen der messianistischen totalitären Bewegungen wie der Taliban.

Vorlieben und geistige Kinder

Auch die Diktion der 68er ist eigen. Worte wie Zivilisation, freie Welt und westliche Demokratie schreiben sie gerne in Anführungszeichen, was uns nahe bringen soll, dass diese Begriffe unwahr und dass es vielleicht eine Freiheit gar nicht gäbe. Freiheit ist einfach Freiheit vor Angst und Freiheit den Bagger zu schreiben, wie in Österreich. Unappetitlich ist auch der Brauch, Ghaddafi und Castro als „Revolutions­führer“ zu titulieren, wobei Pinochet immer als Diktator bezeichnet wurde. Castro war ein Lehrbuchbeispiel eines faschistischen Diktators – der Führertyp schlechthin, sein Gehabe, seine Reden, Militarisierung der Gesellschaft, Slogans wie Socialismo o Muerte, Verteufelung des „Anderen“, hier des Feindes USA usw. Für Menschen mit einem gesunden Zwerchfell empfehle ich seine Reden: Sie sind nicht nur kindisch und unreif, sondern auch steinhofreif.

Geistige Kinder der 68er in der BRD waren z.B. die RAF-Terroristen. Ein 68er nannte sie „eine angemessene Antwort auf die Fragen der Zeit“. Bessere Bezeichnung wäre „eine faschistoide Psychosekte mit einem Führer namens Baader“. Den F-Vogel schossen die Revolutionären Zellen ab. Deren Mitglieder selektierten bei einer Flugzeugentführung 1976 – 21 Jahre nach dem Holocaust – Passagiere nach Juden und Nichtjuden (Nichtjuden wurden freigelassen).

Das schlimmste, das ich den 68ern vorwerfe, ist Auge, links blind (ALB). Das ALB ist alt. Angefangen hat vielleicht Walter Duranty, der als Korrespondent für New York Times ab 1921 beschönigende Berichte über das Leben in Sowjetunion schrieb, wobei er bewusst log. Stalin ermordete Millionen und weitere Millionen sind verhungert – und Duranty leugnete das und schrieb, dass die „asiatischen“ Russen eine „autokratische“ Regierungsform nötig hätten. Rassismus im Feinsten. Indem die westlichen Medien auch nach 1968 den wahren Charakter der kommunistischen Diktaturen geleugnet und die Systeme nicht angegriffen hatten so wie z.B. die südamerikanischen Diktaturen, verlängerten sie deren Leben – das Jahr 1989, das echte Jahr der großen Revolutionen, wäre vielleicht schon früher da.

Kommentare

Einspruch!

Deine Unterstellung, dass sich die 68er nicht für die Menschen im Ostblock interessierten ist kompletter Unsinn. Die BRD-Linke war seher kritisch gegenüber der Sowjetunion, dem Stalinismus. Sie bezog sich auf den Aufstand in der DDR und den in Ungarn. Der Prager Frühling erfüllte die Bewegung voller Hoffnung, dass die Menschen in der Sowjetunion die bürokratische Führung abstreifen könnte. In Italien gab es einen heftigen Streit weil die PCI-Führung die Niederschlagung des Ungarnaufstandes nicht kritisierte. Viele Kommunisten wendeten sich von der PCI ab. Auch 1968 sahen viele kämpfende Arbeiter die Gemeinsamkeiten in ihrem Kampf mit dem Kampf in der Tschechoslowakei. In Frankreich wendeten sich viele Partisanen und kommunistische Arbeiter von der PCF, ab weil sie einen "stalinistischen" Kurs vertrat.

Die 68er sitzen heute nicht in den Medien. Viele die heute leitende Funktionen haben sind in den Siebzigern aufgewachsen und wurden vom Geist damals inspiriert. Die allermeisten die in den 60ern und 70ern politisch aktiv waren, haben heute aber keine guten Posten!

Deine Sicht über den Vietnamkrieg ist total hirnverbrannt. Nach der kolonialen Unterdrückung Indochinas durch Frankreich unterstützte die USA ein Marionettenregierung in Südvietnam. Das millionenfache Morden endete mit dem Sieg der Vietcong und die Massenbombardierungen von Laos, Cambodia, Vietnam mit chemischen Waffem, Brandbomben, die fast 2 Millionen tötete, wurde beendet. Dass ein paar Unterstüzer der Marionettenregierung vor Angst flohen und ein isoliertes unentwickeltes Land sich kaum entwickeln kann ändert nichts an der Schuld der USA an den Toten. Am Verbrechen des duchgeknallten ultra-rechten Roten Khmer-Führers Pol-Pot hat der Kommunismus nicht die geringste Schuld. Pol Pot versuchte eine rückständige Bauernbewegung mit Terror zu konservieren. Vietnam versuchte sogar den Irrsinn der roten Khmer zu stoppen und marschierte 1978 ein um sie zu stürzen.

Nicht der Einmarsch der Sowjetunion hat die Taliban geschaffen, sondern die Sowjetunion versuchte gerade die Taliban zu verhindern, während die USA die radikalen Moslems mit modernsten Waffen versorgte. Die USA hat diesen Fehler auch nicht korrigiert, weil ihnen die Menschen in Afghanistan leid tun, sondern weil diesmal die USA angegriffen wurde!

Castro ist auch nur Antiimperialist so wie alle "Revolutionen" des 20Jhdts. nur antiimperialistische Revolutionen und die Versuche nationaler Entwicklung waren. Mit Kommunismus hat das alles recht wenig zu tun. Auch wenn diese "Revolutions­führer" keine klassenlose Gesellschaft aufbauten waren sie keine Verbrecher wie Pinochet! Sie hatten zumindest eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung auf ihrer Seite und versuchten nicht nur den Reichsten gutes zu tun. (Auch wenn die langfristigen Ergebnisse bescheiden sind).
Pinochet hingegen war eine dreckiger Putschist, der mit Hilfe der USA, die demokratisch gewählte Regierung des Sozialdemokraten Allende in Blut erstickte und das Land terrorisierte.

Die Rezeption im Jahre 2008 von 1968 deckt sich außerdem Überhaupt nicht mit deiner Wahrnehmung. Es dominierte nicht nur die Kritik an 68ff es erschienen sogar einige Bücher die den 68ern unterstellten, wie die SA gewesen zu sein, Antisemiten sowieso usw.
Dein Artikel reiht sich in diese Serie von Diffamierungen der echten Bewegung um 1968 ein.

Nach der allgemeinen Defintion von Terror war die RAF nicht einmal terrortistsich, weil ihre Aktionen unter der Bevölkerung eben nicht Angst und Schrecken produzierte. Vielmehr hatten sei eine Zeit lang viel Sympathie in der Bevölkerung. Die antikolonialen Kämpfen des Trikont, der Mai 68 in Frankreich, Antikriegsbewegung fast überall, Gegenkultur, der Prager Frühling, usw. nährten die Hoffnung, dass sich rasch was ändern werde. Die Repression auf allen Ebenen ließ aber auch nicht auf sich warten und viele versuchten revolutionäre Abkürzungen und griffen aus Frust zu den Waffen.

Das es ein paar Linke gibt, die Probleme in von KPen regierten Ländern geleugnet haben stimmt. Das trifft aber hauptsächlich auf die offiziellen Schwesterparteien der KPdSU zu. Es gab auch oft keine glaubwürdigen Infos in der Propagandaschlacht.
Von dem Walter Duranty hatte ich bis jetzt nichts gehört, aber er war auch nichtmal ein "Linker", nur ein schlechter Journalist. Laut Wikipedia hat er aber nichtmal gelogen sondern nur unkritisch berichtet.

en.wikipedia.org solltest du vielleicht auch mal öfters kosultieren. Das ersetzt zwar nicht das lesen von Büchern und Fachzeitschriften, aber du würdest einige Unsinnigkeiten weniger von dir geben und mir die Arbeit hier zu erwidern sparen....

Die westlichen Medien haben übrigens keine Gelegenheit ausgelassen gegen die "kommunistischen" Länder zu hetzen. Wo du deine unhaltbaren Behauptungen her hast würde mich interessieren. Außerdem wäre ein Statement der Redaktion und der Herausgeber dieses Blattes zu deinen unhaltbaren Theorien angebracht!

Vielen Dank für die

Vielen Dank für die ausführliche Gegendarstellung. (das ist ein Statement aus der Redaktion)

Jetzt meine persönliche Meinung: Ja, der Artikel ist in weiten Zügen polemisch und propagandistisch, andererseits wird hierzulande in ähnlichen Zeitschriften (und auch in dieser) zu diesem Thema genügend Propaganda von der anderen Seite veröffentlicht, dass ein solcher Text zum Ausgleich durchaus auch einmal dabei sein darf. Nicht zuletzt um sich nich die ganze Zeit nur selbst in seinen eigenen Theorien zu bestätigen und bestätigt zu fühlen. Immerhin kann Widerspruch auch zum nachdenken und/oder erwidern auffordern - was es ja hier auch getan hat. Gut, so, obwohl deine Gegendarstellung in meinen Augen auch zu einem wesentlichen Teil (Gegen)Propaganda ist.

hei, wie schön.

ein kontroverser kommentar. ich mag kontroverse kommentare.

Einspruch, Euro Hassundwütigkeit!

Danke für dein Kommentar, Hass und Wut!

Werde es auch beantworten, einen Punkt nach dem anderen; obwohl du anonym bist und vll nie mehr diese Seite besuchst. nicht jetzt gleich.
Aber einige Punkte, die mir schnell eingefallen ist:

""Das es ein paar Linke gibt, die Probleme in von KPen regierten Ländern geleugnet haben""
Die "Linken" allgemein haben nicht einmal mit der Vergangenheitsbewältigung angefangen. Schau dir die Websites der Lefties - eine "Selbstkritik" findest du dort nicht.
Und – interessant - du hast nicht einmal mit einem Wort die Commie-Ekeldiktaruren selbst verurteilt – zeigt auch was. Ja – den Pol Pot: aber erst nachdem du ihn ""ultra-rechter Roten Khmer-Führer"" titulierst. Gut. Pol Pot, in Paris studierend und „echt“ links, wäre dir bööööse, wenn er das gehört hätte. Ich glaube, dass wäre nicht Umerziehungslager, sondern Killing field für Hass und Wut! Ich behaupte mit gleicher Logik, dass Hitler ein durchgeknallter Maoist war.

""Die BRD-Linke war sehr kritisch gegenüber der Sowjetunion""
Ich lese die Gedanken nicht: wenn, dann waren sie absolut leise kritisch. Richtige Kritik der totalitären Diktaturen war von ihnen NIE zu hören. Wann protestierten sie bitte? Uns im Ostblock halfen ihre Gedanken nicht. Dass CIA Geld und Kopierer nach Polen schmuggelte - das half! Dass Charta77 unterstützt wurde – auch. Aber sicher nicht von den Commies: von kapitalistischen Diplomaten und z.B. von Kreisky schon (dank Kreisky leben Gfraster wie ich in Österreich!). Ein Berliner 68-er sagte mir, dass ihnen wirklich erst das Peking-Massaker 1989 die Augen öffnete - ziemlich spät, oder?

""Sowjetunion versuchte gerade die Taliban zu verhindern""
Aha - waren die Russen wohl hellseherisch? Die Talibs gab es erst ab ca. 1990 - und ab 1979 waren dir Russen da: 1-1,5 Mille Tote und 5 Mille Vertriebene – das stört dich vermutlich gar nicht - und das ist ekelhaft! Es war ein Eroberungskrieg, nichts anderes. Die Russen sahen, dass die ihr Kommunismus den Afghanen nicht so bekommt – die Panzer mussten her, nicht das erste Mal!
Lies mal en.wikipedia.org/wiki/Soviet_war_in_Afghanistan, wenn du mir schon wiki empfiehlst. Ich verwende sie auch, hat oft gute Nachweise – aber lieber auch andere Quellen!
Derek Lebaert: The Fifty-Year Wound - ist absolut detailreich über die letzten 50 Jahre.

"" langfristigen Ergebnisse (von Castro) bescheiden sind ""
Nix von bescheiden! Aus dem zweitreichsten Land Lateinamerikas anno 1959 ein der letzten zu machen – das ist doch eine Leistung, oder?

""Pinochet hingegen war eine dreckiger Putschist""
Der Kerl hat in 17 Jahren ca. 3000 Menschen ermordet – das hat Castro schon in den ersten ca. 3 Jahren geschafft (jetzt sind wir bei ca. 17.000 Toten und ca. 60.000 ertrunkenen Paradiesflüchtlichgen)
Kostprobe: www.cubaarchive.org/english_version/categories/Research-findings
Ausserdem wurde Pinochet vom Parlament beauftragt, zu handeln, nachdem Allende die Wirtschaft ruiniert hatte, lies das nach, bitte (P selbst – Ironie der Geschichte – wurde von Allende bestellt...)

HAHAHA – Dies ist eine Perle – erst jetzt gelesen:
""wäre ein Statement der Redaktion und der Herausgeber dieses Blattes zu deinen unhaltbaren Theorien angebracht!"" schööön! werde das Zensurbehörde einschalten!
Deine Diktion mag ich. Sie zeigt, was du von der Meinungsvielfalt hältst. ;) Die Linken beginnen zuerst fürchterlich zu schimpfen, so wie Du, und dann sagen sie, dass sie gar nicht links, sondern neutral sind :))) nicht persönlich nehmen, Hass und Wut!

"dass Hitler ein durchgeknallter Maoist war"

*lach* geht wegen der zeit schlecht, aber umgekehrt stimmt es fast.
ich war immer der ansicht, daß bei einem diktator ziemlich egal ist, ob er sich als link oder recht deklariert. immerhin haben sich die braunen herren ja auch als "-sozialisten" deklariert und rote fahnen geschwungen (halt mit was davor und einem zusätzlichen zeichen drauf). diktatoren sind leute, die sich an die macht putschen und dann die macht mit allen mitteln aufrechterhalten. zu allen mitteln gehört auch die lüge, man täte das ganze fürs volk - und seit der marxismus erfunden wurde, war es modern, diktaturen als link zu bezeichnen.
leute mit dem, was ich unter kommunistischer gesinnung verstehe, werden per definitionem nie irgendwo an der macht sein. schon gar nicht, nachdem sie vorher mit gewehren auf andere geschossen haben. der regen fließt nicht nach oben.

das von Hass und Wut gewünschte statement druckt die redaktion übrigens unter das impressum jeder ausgabe, und da steht drin, daß für den inhalt jedes artikels dessen autor verantwortlich ist. wie kürzlich in einer kleinen runde aus lesern, mitarbeitern und 1 redakteur diskutiert wurde, gibt es eben leute, die impressa lesen, und solche, die es nicht tun *böses blinzeln*
p.s.: nach allem, was ich inzwischen über herrn duranty gefunden habe, würde ich den wirklich nur mit großer vorsicht zitieren. man gründet keine beweisführung auf einen dummkopf, heißts irgendwo im talmud.

hihi - ahoi!

scheee - caru - langsam diskussionsrunde!
aber ich muss jetzt talmud lesen ....
nur: "diktaturen als link zu bezeichnen" - nicht umgekehrt? welche diktatur wurde links bezeichnet? kann ich mich nicht erinnern!
ich denke an pinochet "rechts" und die ostblockistanischen wurden jedenfalls in den *linken-hihi!* medien als länder des real ex*sozialismus genannt... castro revolu*führer ...
nur die südamerikanischen eigentlich allersamt rechts in den 80ern ... auch rechts

ein artikel wäre duranty: wenn er nicht amerika (NYT! war damals schon ein führendes MSM) überzeugt hätte, dass alles paletti, hätten die amis vll mehr gemacht --
es ist unlaublich nachzulesen, wieviel sie in den 70 jahren in dir russkis reingebuttert haben - schon in den ganzen 20ern
die verschrottung der russischen *chemischen waffen* (ca. 50000 tonnen) hat USA nur bis 2000 ca. 200 mille gekostet - und russkis sagten - mir ham ka göd dafür und bauten seelenruhig ihre modernen *topol-raketen*

ahoj auch!

alle die ostblockstaaten waren doch diktaturen mit roten fahnen. oder welche berufsbezeichnung würdest du für leute wie stalin, ulbricht, honecker und selbst chruschtschow vorschlagen (und für mao sowieso, und deng erst recht)? dictator perpetuus, oder wenigstens so lang es geht. daß die sich selber als vorsitzende kommunistischer parteien (=link) bezeichnet haben (demokratisch gewählt, man weiß ja), tut dem keinen abbruch.
klar gibt es auch andere diktatoren, von dollfuß und a-dolphus über mussolini bis franco und pinochet (der war ein frommer diktator, als es ihm an den kragen ging, hat er sich in der vatikanischen botschaft verschanzt, und die haben ihn gar nicht gern wieder rausgeschickt) usw. aber auch solche hätten und haben gesagt, sie tun das ganze für das wohl ihres volkes. wahr war es da wie dort nicht.
bei castro weiß ich gar nicht... hat der je behauptet, er brächte cuba den sozialismus? hat sich zwar damit gebrüstet, was er alles für die cubaner tut und daß jedes andere regime natürlich viel schlechter für sie wäre. und er hat sich gut mit ostblock-diktatoren verstanden. aber hat er sich je ausdrücklich einem politischen lager zugeordnet? oder war er zu schlau dazu, der alte gauner?

linke diktaturen

nein-nein, caru, hast völlig recht (dollfuß und a-dolphus ist köstlich!)
die meisten diktaturen waren (und sind) links und morde(te)n viel mehr als eine vergleichbare rechts-dikt.

ich meine folgendes –
""und seit der marxismus erfunden wurde, war es modern, diktaturen als link zu bezeichnen

denk – es stimmt nicht, aus dem einfachen grund, dass die journis meinstens links stehen (in amerika z.b. wählen und schreiben 70-90% der journalisten links, die diktion ist aber anders – auch sie wissen, das ostblock etwas scheußliches war

in europa dagegen findest du sie wortverbindung „ostblock-diktatur“ wenig, es wird umgeschrieben, z.b. die lachnummer "länder des real existierenden sozialismus“ usw., „revolutionsführer“ statt diktator usw., linke diktatur darf es doch nicht geben, weil alles was links ist aus prinzip gut ist (so wie wir zwei :))) )

ad castro - ja, eindeutig, seine reden sind voll von sozialismus (kuba = letzter sozstaat im westen)
die reden sind wirklich ein hammer! you laugh your head off! unser "wut und gut" ist ein lehrling im vergleich mit ihm ...

nochmal auf den punkt gebracht:

meiner ansicht nach ist es müßig, drüber zu diskutieren, ob eine diktatur rechts und die andere links ist. eine diktatur ist eben eine diktatur, mit einem diktator an der spitze (oder einem grüppchen von diktatörchen). wenn ein diktator aber nicht ganz arg himmelschreiend blöd ist, weiß er, daß es international nicht gut aussieht, wenn er die macht übernimmt und dann sagt: "ja, ich mach das einfach, weil es mir spaß macht, wenn ich mächtig bin und mir das ganze land gehört."
dann schützt er eben etwas vor: gründe, oder eine ideologie. er kann die christliche weltordnung wieder herstellen wollen, oder den lebensraum des deutschen volkes sichern, oder etwas bestimmtes bekämpfen (zum beispiel auch den bolschewismus). oder er kann sagen: "ich bringe meinem volk den sozialismus! und wer mir ins handwerk pfuscht, ist ein kapitalistisches schwein!"
wer den letzteren satz benutzt, wäre dann ein der selbstbezeichnung nach linker diktator; die mit den vorher genannten ausreden wären rechte diktatoren. aber soll man die kerle wirklich nach ihren ausreden einteilen? ein diktator ist halt ein diktator, so wie ein räuber ein räuber ist - ob er seine raubüberfälle mit der bibel oder dem kommunistischen manifest begründet, und ob er robin heißt oder angulimala.
der trick linker europäischer publizisten beim blick auf den ostblock ist ja nicht, daß sie "linke" diktaturen als diktaturen erkennen und dann nicht merken, daß dieselben link sind - sondern sie übersehen eben geflissentlich, daß es diktaturen sind, und glauben den diktatoren die erwähnte ausrede. und wenn einer so richtig rot im schädel ist, trickst er sich damit durchaus selbst aus und merkt es gar nicht. es kann sogar den einen oder anderen rot-diktator gegeben haben, der an seine sozialistische sendung selbst geglaubt hat. der junge mao könnte von der sorte gewesen sein - aber der hat wohl eher die festgefahren-konfuzianische gesellschaft nicht ausgehalten und krampfhaft nach einer alternativen ordnung gegriffen (und was ziemlich blödes erwischt).

RAF

hmm - ich nannte die Bande "faschistoid", ist ungenau: Sie waren vielleicht "neofaschistisch", mit allem was dazu gehört, auch mit dem Märtyrerkult ... aber das kommt auf das Gleiche raus ....

Pol Pot -

ad "duchgeknallter ultra-rechter Rote-Khmer-Führer Pol-Pot" - wir haben vergessen zu erwähnen, dass er Mitglied der französischen KP war!

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