Girl Talk – Feed the Animals

Was haben wir damals gestaunt, als der Chemielehrer zwei klare Flüssigkeiten vermengte und plötzlich waberte eine tief violette Brühe im Becherglas. Ähnlich wie der Herr Professor arbeitet Gregg Gillis – nur statt Fluid zu Fluid werden hier schale Schallwellen zu einem eklektischen Klangkonglomerat vereint. Was die unter dem Pseudonym Girl Talk veröffentlichten Werke des jungen Amerikaners von anderen Mixtapes abhebt ist das horrende Tempo in dem Versatzstücke aus Charttiteln zu einem eigenständigen Neuem montiert werden. Auch wenn die entlehnten Partien derart atomar sind, dass Mr. Gillis unter Berufung auf die Fair-Use-Klausel von einer Lizenzierung der Originale Abstand nimmt, was in unter Umständen in eine rechtlich delikate Situation bringen lönnte, sind die Endprodukte durchaus kohärente und wieder erkennbare Werke. Dabei wird so ziemlich alles verwurstet, was in den letzten 10 bis 20 Jahren im Radio zum hören war, Genres sind irrelevant, Geschmack ist relativ.
Das Resultat ist ein kurzweiliges Hörerlebnis, denn es ist wie im beim Chemieexperiment: das Was und das Wieso ist uns egal, Hauptsache am Ende scheppert es.
Girl Talks jüngster Wurf Feed the Animals, unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, steht auf http://illegalart.net zum Preis Deiner Wahl zum Download bereit. Wer mehr als 10.00$ zu geben bereit ist, bekommt eine CD nachgeschickt, bei 0.00$ oder weniger muss man eine kleine Inquisition über sich ergehen lassen.
http://www.myspace.com/girltalk

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