„Hast du fünf Minuten Zeit?“

Vom Nutzen und Nachteil des Fundraisings auf der Straße

Nachdem sich die hauseigene Wanze im letzten Bagger eine Auszeit gönnte, ist sie diesmal wieder in alter Frische in der Welt unterwegs. Dort beobachtet sie eines Tages, wie eine junge Philosophiestudentin namens Sofie gemächlich über die Wiener Mariahilferstraße schlendert. Der Rummel um Sofie herum prallt währenddessen an einer unsichtbaren Mauer ab, die eine geistige Welt begrenzt, in der sie sich gerade den Kopf über Albertos These zur ontologischen Qualität kategorialer Existenzaussagen zerbricht. Plötzlich wird sie von einem jungen Herrn aus dieser Welt befreit.

Junger Herr: Hast du fünf Minuten Zeit?
Sofie (erschrickt fürchterlich): Oh! Äh …

Junger Herr: Hallo, ich heiße Kilian (reicht ihr die Hand) – hast du schon einmal was von „Captain Planet“ gehört?
Sofie: Hallo, ich bin Sofie. Hm, ist das nicht so eine …
Kilian: Ganz genau, eine Zeichentrickserie. Aber es ist auch eine wohltätige Organisation, die sich für die Rettung des Planeten einsetzt – denn wie du sicher weißt, ist es bereits später als fünf vor zwölf. […] Klimawandel […] Artensterben […] Zerstörung […] Wahnsinn […] Tod […] So kann das nicht weiter gehen, wir sind hier alle mitverantwortlich und deshalb auch schuld, wenn wir nicht mehr zurück können. Das müssen wir, das musst DU verhindern!
Sofie: Ich kenne diese Probleme – aber was soll denn ich als unbedeutendes Rädchen im Getriebe der Gesellschaft dagegen tun?
Kilian: Du kannst mit einer Mitgliedschaft bereits einen wertvollen Beitrag leisten, dass die Welt gerettet wird. Unterschreib bitte hier, es kostet dich nur läppische 5 € im Monat, und dank deiner Hilfe kann Captain Planet mit seiner bisher überaus erfolgreichen Arbeit weitermachen.
Sofie: Also ich weiß nicht. Ich bin Studentin, meine Einkünfte reichen gerade mal zum Leben. 5 € sind ja nicht unbedingt wenig, außerdem wird das dem Klimawandel nicht wirklich Einhalt gebieten können.
Kilian: Also bitte, überleg doch mal, 5 € – das ist weniger als zwei Zigarettenpackungen oder zwei Biere kosten, das kann sich doch jeder leisten! Und das Argument, dass du damit nichts bewirken kannst, ist doch völlig falsch – stell dir vor, wenn sich das jeder denkt, dann können wir der Welt gleich gute Nacht sagen. Ganz im Gegenteil kann viel bewegt werden, wenn nur jeder einen kleinen Beitrag leistet.
Sofie: Ich bin Nichtraucherin und Antialkoholikerin. Aber spendest du denn selbst auch?
Kilian: (holt postwendend einen Kontoauszug aus seiner Jackentasche hervor) – Klar, ich mache das aus vollster Überzeugung und spende jedes Monat 10 €, damit das Schlimmste abgewendet werden kann. Das Geld würde ich sonst sowieso nur für irgendeinen Blödsinn ausgeben.
Sofie: Gut, aber ich denke dass du auch daran Geld verdienen wirst, wenn du hier um Spenden wirbst. Außerdem ist ja allgemein bekannt, dass Fundraising-Agenturen meist einen beträchtlichen Anteil der Spenden einkassieren, welcher eigentlich seitens der Spenderinnen und Spender für wohltätige Zwecke gedacht wäre. Ich nehme an, dass du auch für so eine Agentur tätig bist.
Kilian: Klar, aber du muss schon verstehen: Captain Planet braucht die Werbearbeit von Walk2move, um seine Projekte überhaupt verwirklichen zu können. Dazu ist ganz einfach auch ein hoher administrativer Aufwand nötig. Und nur so können wir die Menschen überhaupt darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Arbeit von Captain Planet ist; nur so können wir auch die notwendigen finanziellen Mittel aufbringen, um überhaupt etwas bewegen zu können.
Sofie: Also ich weiß nicht. Sei mir nicht böse, aber findest du es denn in Ordnung, dass du oder vielmehr Walk2move daran verdienen, wenn sich Menschen wie ich – überspitzt gesagt – breittreten lassen und im guten Glauben Geld spenden, das dann zu einem Großteil zweckentfremdet wird, um dir und deiner Agentur den Wohlstand zu sichern? Ich will nicht unbedingt das Wort Betrug in den Mund nehmen, aber man führt hier meiner Meinung nach die Leute auf der Straße bewusst hinters Licht.
Kilian (reagiert etwas verärgert): Was heißt denn „hinters Licht“? Ich lüge ja hier niemanden an und ich bekenne mich gerne dazu, dass ich für einen guten Zweck meine Brötchen verdiene.
Sofie: Aber es fängt ja schon damit an, dass du nicht bei Captain Planet, sondern bei Walk2move beschäftigt bist. Die meisten Leute werden das wahrscheinlich nicht wissen, und mir hast du es ja auch nicht unbedingt freiwillig gesagt.
Kilian: Jetzt hör mal zu. Glaubst du denn wirklich allen Ernstes daran, dass die Menschen freiwillig dazu bereit sind, sich für die Beseitigung der Missstände auf dieser Welt einzusetzen – wenn auch nur mit kleinen Geldspenden? Erstens ist die Mehrheit ja nicht einmal informiert über solche Missstände, und selbst wenn – als Einzelner ist es das Einfachste, sich von der Verantwortung, die ganz einfach jeder hat, zu drücken und wegzusehen. Es ist bequem, sich einzureden, dass man z.B. als Einzelperson nicht die Schuld daran trägt, dass woanders Menschen Hunger leiden, oder dass wir mit unserem derzeitigen Lebensstil unseren eigenen Nachkommen untragbare Lebensbedingungen bereiten werden. Es reicht auch nicht, zu sagen „Es wird sich schon wer anderer drum kümmern“ – jeder muss Verantwortung übernehmen, und zwar jetzt und nicht erst morgen. Der Punkt ist, dass ohne eine solche Aufklärungsarbeit ganz einfach niemand was unternimmt!
Sofie: Also gut, ich sehe ja ein, dass man erst einmal vor den Kopf gestoßen werden muss, um überhaupt auf Probleme aufmerksam zu werden. Und ich verstehe auch, dass es da bestimmte – ich sag mal unpopuläre – Maßnahmen braucht, um etwas zu erreichen. Ich streite ja nicht ab, dass es hier im Endeffekt um eine gute Sache geht. Aber ich stelle mir schon die Frage, ob dazu unbedingt Mittel notwendig sind, die nicht ganz in Ordnung sind. Wenn man Leuten erstens ein schlechtes Gewissen einredet und ihnen dann noch vorgaukelt, ihr Geld für eine gute Sache herzugeben, da man sich einen guten Teil davon unter den Nagel reißt, dann ist das ganz einfach moralisch bedenklich – selbst wenn Captain Planet vielleicht unterm Strich mehr davon hat wie ohne eine Fundraising-Agentur.
Kilian: Ja wenn dir die Umwelt und deine Mitmenschen nichts bedeuten, dann tut mir das ganz einfach leid. Ich bitte dich aber inständig, das Gesagte zu überdenken, wenn dem nicht so ist. Unsere Arbeit ist ganz einfach notwendig, um erstens Menschen über Missstände zu informieren und zweitens die Möglichkeit zu schaffen, dass die längst notwendigen Maßnahmen dagegen stattfinden können. Ohne finanzielle Mittel ist das ganz einfach nicht möglich, und durch ein paar Plakate oder Onlinebanner übernehmen nur wenige die Verantwortung, etwas beizusteuern. Kurzsichtiges Denken und fehlende Motivation zur Eigenverantwortlichkeit können dadurch bei weitem nicht überwunden werden. Und wir reden niemandem ein schlechtes Gewissen ein, wir machen nur auf Verantwortung aufmerksam.
Sofie: Du hast nicht Unrecht mit deinen Argumenten. Aber die Vorgangsweise wirft ganz einfach ein schlechtes Licht darauf. Immerhin musst du dir den Vorwurf gefallen lassen, dass du von diesen Argumenten ja nicht einmal überzeugt sein musst, weil sie einen Vorwand bieten bzw. zumindest bieten können, um das Gewissen anderer Leute für den eigenen Profit auszunutzen. Die Tatsache allein, dass du und deine Agentur hier zumindest mitbeteiligt sind, reduziert solche Argumente unabhängig von ihrem moralischen Gehalt auf die Ebene einer Werbeaktion. Walk2move würde die Arbeit nicht machen, wenn die Agentur nicht davon profitieren würde, das kannst du nicht abstreiten. Das ist vielleicht legitim, aber dadurch wird ein noch so guter Zweck als Werbemaßnahme instrumentalisiert, bei der es prinzipiell egal ist, ob die Mittel moralisch in Ordnung sind oder nicht – sie müssen einfach Wirkung erzielen. Zweck heiligt die Mittel, wie man so schön sagt.
Kilian (ernüchtert): Wenn du nicht begreifst, wie wichtig dieser Zweck ist, dann solltest du dir aber im Klaren darüber sein, dass deine Auffassung – mit der du nicht alleine bist – dazu führt, dass sich die Probleme nicht verringern werden.
Sofie: Ich kann dir eines anbieten – ich habe überhaupt kein Problem damit, an Captain Planet Geld zu spenden, ich will nur nicht unbedingt eine Werbeagentur damit unterstützen. Wenn du mir Informationen über Captain Planet gibst, mach ich das sehr gerne, aber nur mit einer Direktspende. Ich denke ganz einfach, dass da eine an sich gute Sache für Profitzwecke eingesetzt wird, was vielleicht generell auf wohltätige Organisationen ein schlechtes Licht wirft, nicht nur weil sich viele dadurch belästigt fühlen, wenn man ihnen ins Gewissen redet. Man erreicht ja damit vielleicht sogar das Gegenteil, denn nicht wenige werden wohl eher negative Assoziationen mit Organisationen wie Captain Planet haben …
Kilian: Also gut. Aber ich bitte dich ein letztes Mal, dich für eine völlig unkomplizierte Mitgliedschaft zu entscheiden. Wenn du willst, kannst du auch morgen gleich stornieren – aber ich brauche noch eine Unterschrift, um mein heutiges Plansoll zu erfüllen. Bitte!
Sophie wendet sich angewidert ab und geht. Daraufhin schlägt Kilian mit der Faust auf seine Mappe und hält dann kurz inne, um sich schließlich zu einem Passanten umzudrehen.
Kilian: Haben Sie fünf Minuten Zeit?

Kommentare

Immer diese Wanzen

Ist schon ein sehr interessanter Dialog!! Ich weiß ja nicht ob dieses Gespräch wirklich so stattgefunden hat oder ob dass einfach eine nette Geschichte aus verschiedenen Gesprächen ist aber eines möchte ich schon dazu loswerden:

JA Organisationen (Umwelt, Menschenrechte, usw) brauchen Geld zum arbeiten!!
NEIN Sie verkaufen nichts!!

Da haben wir schon das Problem:

Klar geht den Menschen Fundraising auf die nerven aber lasst uns einmal ganz ehrlich sein. Diese Sophie in diesem Dialog die meint dass es schlechtes Gewissen einreden total unnötig ist. In Wahrheit brauchen euch die Fundis kein schlechtes Gewissen einreden. Das habt ihr bereits oder ist euch Kinderarbeit, Umweltzerstörung, Kindersoldaten kein Begriff. Es passiert tatsächlich jeden Tag. Die meisten Leute sind nur sehr gut darin solche Tatsachen zu verdrängen und auf einmal kommt so ein Typ dahergelaufen und erzählt mir das was ich gerade soooo schön vergessen habe!! Frechheit!!

Außerdem sind wir selbst schuld dass es diese Werbeagenturen überhaupt gibt. Erstens ist diese Sophie durch diese Strasse gegangen ohne ernsthaft an die Probleme in dieser Welt zu denken und erst nach dem Gespräch mit dem Fundi fasste sie den entschluss eine "Direktspende" zu machen!! Gut aber wäre ihr dass auch eingefallen ohne Werbeagentur auf der Strasse und zweitens wette ich dass Sophie es bis heute nicht geschafft hat direkt zu spenden!!

Genau das ist der Grund warum es Werbeagenturen gibt. Wir sind zu faul bzw. zu "beschäftigt" uns mit dem Thema (sei es Umweltschutz oder Menschenrecht) zu befassen. Warum?? Weil wir schon die meiste Zeit damit verbringen diese Tatsachen zu verdrängen wenn wir in der Mahü in den H&M oder MCD gehen!! Genau das ist der Grund warum die Organisationen Agenturen einsetzen um den Menschen die Verantwortung bzw. Realität wieder vor Augen zu führen. Und klar das nervt!! Natürlich macht das die Agentur nicht weil sie sooo sozial sind sondern weil sie Geld wollen!! Der gleiche Grund warum du deinen Job in erster Linie machst.

Die einzige Frage die sich wirklich stellt ist: Darf ich in die Verantwortung gezogen werden für die Missstände in unserer Welt? Meiner Meinung nach muss das jeder für sich entscheiden. Aber ich weiß genau damit ich meinen Europäischen Standart leben kann muss ein anderer dafür leiden. Nun kann ich selbst entscheiden ob ich damit gut leben, es gut verdrängen oder was dagegen tun will!! Selbst aktiv werden oder bewusster leben ist nicht schwer Selbst herauszufinden wer hier das große Geld mit Leid anderer Leute macht ist fast unmöglich.
Deswegen bin ich froh dass es diese Organisationen wie Greenpeace oder Amnesty International gibt weil deren Job daraus besteht die Missstände aufzuzeigen!!
Dafür Spende ich Geld. Die Lösung des Problems ist man selbst mit seiner Lebensweise. Die Organisationen geben mir nur eine Hilfestellung sich für das richtige entscheiden zu können.
Und nochmal: JA diese Organisationen brauchen auch Geld um arbeiten zu können.

Also bevor man gegen Fundraiser hier lange Diskussionen starten sollte man sich selbst fragen wäre ich jemals von alleine auf die Idee gekommen eine Organisation zu unterstützen oder weiß ich überhaupt erst was diese Organisation ist seit dem ich mit diesen "Wanzen" auf der Strasse gesprochen habe!!

Lg Tom Tom!!

für und wider

Hallo Tomtom!

Danke für deinen Kommentar. In weiten Teilen kann ich dir zustimmen, in einigen allerdings nicht. Klar ist es legitim, dass besagte Organisationen zu Geld kommen wollen/müssen, und dass Fundraising hierbei eine sehr effektive Methode darstellt, liegt auf der Hand. Aber denkst du wirklich, dass man dabei in den Köpfen der Leute was ändert? Ganz im Gegenteil finde ich bestimmte Auswirkungen mehr als problematisch, gerade für die "bedürftigen" Organisationen selbst: Wenn sich Menschen auf der Straße von WerberInnen belästigt fühlen (so fühlen bestimmt nicht wenige - ob mit Recht oder nicht, sei dahingestellt. Zumindest machen Gespräche mit WerberInnen oft den Eindruck, als wenn man für den Geldbeutel der WerberInnen spenden sollte und nicht etwa für Bedürftige), so erreicht man, dass diese Organisationen mitunter negativ konnotiert werden, und das kann nicht das Ziel sein. Ziel soll sein, ein Bewusstsein für bestimmte Missstände und für die Verantwortlichkeit zu schaffen, gegen solche etwas zu unternehmen. Ich denke, dass Geld eintreiben einfach zu wenig ist und sogar kontraproduktiv werden kann. Ein weiterer Punkt ist, dass ein Großteil der Spenden nicht an die eigentlich dafür vorgesehene Adressen landet, sondern an Fundraisingagenturen, die selbst Profit daraus schlagen - natürlich muss man die Leute bezahlen, die die Spenden eintreiben, aber immerhin gehts hier um Spenden, für die man keine Gegenleistungen erhält, da stellt sich schon die Frage, ob es gerechtfertigt ist, dass gutmütige SpenderInnen für den Wohlstand von Fundraisingagenturen bzw. WerberInnen gemäß dem Provisionsschema aufkommen ...

Trotz alledem, auch mir ist es lieber, wenn bestimmten benachteiligten Menschen/Tieren/ oder was auch immer geholfen werden kann, auch wenn man dabei zu Mitteln greifen muss, ohne die es womöglich nicht geht - aber das ist die Frage: gehts nur so? Bzw. sind solche Methoden moralisch ok? Darüber sollte man meines Erachtens nachdenken, und das war die Intention hinter dem Artikel.

Narrative Elemente aus dem Dialog entstammen übrigens Erlebnissen, die der Autor selbst erfahren durfte, die argumentative Struktur entstammt dem Gehirn des Autors. Im Grunde genommen soll der Dialog keine einseitige Meinung wiedergeben, sondern zum Denken anregen - dass er dabei an einigen Ecken "aneckt", ist mir bewusst.

Hey, danke für den

Hey, danke für den Artikel! Muss da auch einfach mal meinen Senf dazu geben...

Einerseits ist es ganz klar, das NGOs das Geld brauchen um erfolgreich gegen Missstände ankämpfen zu können.

Hier geb ich dem Tomtom schon recht, das es dafür Fundraising braucht, damit so Leute wie "Sopie" darauf aufmerksam gemacht werden und nicht weiterhin verdrängen was alles unangenehmes passiert.

Andererseits muss man aber einen unterschied machen, zwischen der Notwendigkeit von Fundraising und der von WERBEAGENTUREN. In dem Punkt, gebe ich "Sophie" recht, das es nicht einzusehen ist, das eine Werbeagentur wie "Walk2move" einen Profit daraus schlägt das Menschen sich für etwas einsetzen wollen. Denn diese Werbeagenturen sind es, denen die Eigentliche SACHE um die es geht, völlig wurscht ist, solange sie noch davon profitieren. Die sind auch diejenigen die ihre Mitarbeiter dafür ausbilden, den Leuten EGAL was zu erzählen nur damit sie mitmachen.
Klar geht es darum möglichst viele Förderer zu finden, um die Arbeit DER NGOs bestmöglich fortsetzen zu können, stellt sich nur die Frage ob dazu wirklich eine Agentur notwendig ist, die einen großen Teil der Spende einsackt.

So gesehen wäre es schon besser direkt an die betreffende NGO zu spenden. Da somit nicht nur mehr Geld der NGO zu gute kommt sondern auch für Agenturen wie „Walk2move“ der Ruin bedeuten würde.
Das Problem ist eben nur, das das die wenigsten, ohne die tapferen Fundraiser die jeden Tag da draußen stehen, um Leute darauf aufmerksam machen, tun.

Der Ideale Mittelweg wäre, wenn die NGOs selbst Fundraising betreiben und eine hauseigene Kampagne, wie es GP bereits macht, (ohne jetzt dafür Werbung machen zu wollen) starten würden.

Also Fundraising: JAAAA!!!
Agenturen: NEIN!

So, jetzt kennt ihr meine Meinung auch… und könnt euch wieder Dingen widmen wie Tatsachen zu verdrängen…
Viel spaß dabei!
Lg Ina

Liebe Ina! Danke auch für

Liebe Ina! Danke auch für dein Posting - wäre sicher die vernünftigste Lösung, aber meines Erachtens nicht so einfach machbar. Anders gesagt ists mit Fundraisingagenturen bequemer und wahrscheinlich wird auch die "Ausbeute" dadurch maximiert. Für den notwendigen administrativen Aufwand lohnt es sich wohl allein schon, das Fundraising auszulagern, und aufgrund einer gesteigerten WerberInnenmotivation bei Provisionszahlungen schaut auch sicher im Endeffekt für die NGOs am meisten heraus - und wer steckt da schon gerne zurück ...

ich kenne eine Werbeagentur,

ich kenne eine Werbeagentur, die für alles wirbt, was irgendwie bei den Menschen Mitgefühl weckt (Johanniter, WWF, Samariterbund, Tierheime etc.). Hier heiligt eindeutig der Zweck, den man nicht infrage stellen darf, die Mittel. Der offizielle Zweck ist also klar und sakrosankt – der interne …. Profitmaximierung. Die wenigsten Geworbenen bleiben solange Mitglieder, sodass der Verein, für den sie spenden, auch wirklich was davon hat. Ich kenne das Büro, Mitarbeiter und Chef der Firma (war selbst aber nicht Mitarbeiter oder irgendwie anders involviert) – brrr!
Das Geld häuft sich dort dermaßen, dass ständig neue Firmen aus steuerlichen Gründen erfunden und Immobilien gekauft werden müssen. Ich bin überzeugt, dass die Vereine auf Distanz zu solchen bzw. zumindest zu dieser Werbeagentur gehen würden, wenn die Firmenpolitik öffentlich werden würde.
Gleichzeitig ist rechtlich alles abgesichert. Die Dummheit, Naivität oder zumindest das Unwissen der Leute sind das eigentliche Kapital dieser Firma.
Dass es HEUTE ohne Werbefirmen kein waches Bewusstsein für die menschlichen Nöte geben würde, bezweifle ich.

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
By submitting this form, you accept the Mollom privacy policy.