Ist hier ein Geist?

Auf den Spuren alter Tondokumente in THE HALFMOON FILES von Philip Scheffner

Im Zuge von Recherchearbeiten für eine Doktorarbeit stolpert ein Mann in ein Lautarchiv, ganz leise. Er erfährt, dass in den Schubladen des 12 Meter langen Raumes der Humboldt Universität einige tausend Schellackplatten auf das Ende der Zeit warten. Er öffnet eine Schublade und lässt eine Platte abspielen. Was er dann zu hören bekommt, ist die Tonspur am Anfang des Films, den dieser Mann gemacht hat, um seine vom Plattenteller entfesselte Spurensuche zu dokumentieren. Zweifellos hat er eine Büchse der Pandora geöffnet, man sollte sich von Schubladen in Archiven fernhalten. Zu hören – hinter dem Kratzen der Nadel – ist eine männliche Stimme, die auf Panjabi die Geschichte eines Inders erzählt, der als englischer Kolonialsoldat in den europäischen Krieg gezogen ist. Aufgenommen wurde diese Stimme 1916 im Kriegsgefangenenlager Wünsdorf bei Berlin, dessen poetischer Name Halbmondlager lautet, weil dort kurz zuvor die erste Moschee auf deutschem Boden gebaut wurde. Wieder einmal klingt aus den Tiefen der Geschichte ein Rumoren. Warum wurde dort eine Moschee errichtet? Wie bekommt man eine Aufnahmegenehmigung in Indien? Das und vieles mehr erfährt man in der Geistergeschichte THE HALFMOON FILES von Philip Scheffner aus dem Jahr 2007. Und wer dann noch nicht genug hat, kann alles weitere (und noch mehr) im schön gewebten Netz nachlesen.

Link:
www.halfmoonfiles.de

PS: für jene, die sich im Besitz eines Entlehnausweises der Universitätsbibliothek Wien befinden, ist der Film gratis am Institut für TFM auszuleihen: http://tfm.univie.ac.at/sammlungen-einrichtungen/videothek

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