Küche totalitär – Das Kochbuch des Sozialismus von Wladimir und Olga Kaminer

Durch seine witzigen Erzählbände „Russendisko“, „Schönhauser Allee“ und dem „deutschen Dschungelbuch“ ist Wladimir Kaminer einem großen (deutschen) Leserkreis bekannt. Und die Popularität, die dem gebürtigen Moskauer v.a. in Berlin (wo auch seine inzwischen berühmten Russendiskos ihren Anfang nahmen) entgegen schlägt, ist nachvollziehbar: Selten wird der deutsche und russische Alltag so trocken und humorvoll präsentiert!

Dem Kleinen schenkt Kaminer viel Beachtung und dringt so oft (induktiv) zu wahren Erkenntnissen zum Wesen des Deutschen und Russen (oder was wir dafür halten wollen) vor. Spaß macht es jedenfalls immer, seine kleinen Geschichten zu lesen – und mit „Küche totalitär“ bieten uns die Kaminers neben Anekdoten aus allen Sowjetprovinzen (und dem dort auffindbaren Essverhalten) einen interessanten Nährwert: „Rezepte aus dem Sozialismus“. Ob wir nun weißrussische „Kartoffelweibchen“ oder das georgische „Tolma“ kosten wollen – die Anleitung ist uns im knapp über 200 Seiten starken Band (Goldmann Verlag) gegeben. Es bleibt mir, all den wagemutigen Hobbyköchen guten Appetit zu wünschen! Den bequemeren Interessierten sei das französisch-russische Restaurant „Tiflis“ (Grünangergasse, gleich hinter dem Wiener Stephansdom) wärmstens empfohlen!

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