Karikaturbruch

'Sarkastich und ironisch Stellungzu beziehen', das würde man normalerweise als Aufgabe der Karikatu ansehen. Überspitzte Darstellungen zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen, meist dargestellt von einer augefallenen Sorte von Künstler.

Künstler, die die Nachrichten verfolgen, und nicht behaupten 'nicht politisch in ihrer Arbeit' zusein, also jene Sorte von Künstler, die journalistischen Scharfsinn mit Künstlerzynismus und manchmal auch Talent für Wörter, beweisen. Eine Synergie von verschiedenen Einflüssen, amüsant und machmal böse- das sind Karikaturen.

Durch Recherchen zu Karikaturen in Schottland oder solche die Schottland zum Thema habe , stößt man auf diese zwei älteren ( aber irgendwie aktuellen) Arbeiten , unter Anderem von Janson.(siehe Bild1 und 2)

In der Geschichte Schottlands gab es einen Karikaturisten der Anfang des 19ten Jahrhunderts dessen Arbeiten von einer sonderbaren Sanftheit geprägt sind. John Kay, war eigentlich Barbier. Mathematiker werden die Augen verdrehen, da Barbiere zu oft für viele Metaphern und Beispiele herhalten mussten, aber John Kays Barbier Tätigkeit hat zum Konkurs geführt, sein Geschäft lief so schlecht, dass er die wenigen Kunden und Passanten einfach abzeichnete, und das mit einer solchen sanften Bleistiftführung, dass man sich heute fragen würde, warum John Kay Karikaturist genannt wird und nicht Portraitist. ( siehe Bild 3,die Darstellung von John Provost von Edingborough-John Grieve gezeichnet von John Kay 1783)

Über John Kay weiß man sehr wenig, er hatte vor sein Leben in kurzen Anektoden zu veröffentlichen, jedoch starb er und sein Projekt blieb unvollendet. Doch nachdem er das Barbiergeschäft aufgegeben hatte, hat er ein anderes Geschäft eröffnet, Royal Mile, wo er seine Darstellungen und Arbeiten gut verkaufen konnte und einen gewissen Ruhm erlangte. 1824 jedoch brannte eben dieses florierende Geschäft ab, und er starb zwei Jahre später, 84 jährig.

Über 900 Arbeiten soll er fertig gestellt haben, von 1784 bis 1822, und dennoch hat man John Kay fast vergessen, nur einige wenige Bücher erwähnen ihn als Darsteller der schottischen Intellektuellen, Anwälte und Politiker. Betrachtet man seine Arbeiten heute, mit dem Blick der heutigen Subjekte die wir sind, weiß man nicht, wie man seine Arbeiten bezeichnen sollte, und das wirft wichtige Fragen auf.

Verändert sich Humor - auch politischer Humor mit der Zeit? Haben wir heute eine rohere Art des Humors oder eine subtilere? Schließen Roheit und Vulgarität , die machmal Eigenschaften der Karikatur sind, Subtilität aus oder nicht?

Bezüglich Karikaturforschung bzw das Reflektieren über Humor im Laufe der Geschichte gilt es noch viel zu erforschen, denn wie Nestroy schon treffend sagte "Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, dass er viel größer ausschaut als er wirklich ist."

Ist unsere politischer Humor fortgeschritten- oder machen wir historisch bedingt grundsätzlich gar keine Schritte?  Sicherlich gibt es noch viele andere Karikaturisten und andere Karikaturnationen, aber kaum einer der so mit dem Wort Karikatur bricht, wie es John Kay aus unserer heutigen Sicht-getan hat.

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