Komplizen der Spielregen – Es wird nur noch geatmet (Sitzer Records ’09)
Nach zwei EPs ist „Es wird nur noch geatmet“ das erste reguläre Album der Band mit dem verheißungsvollen Namen. „Diskurspop“ halte ich persönlich ja für ein Schimpfwort, weil es sich in der Regel auf schulmeisterliche Wortklauberei bezieht. Nicht so hier. Hier wird nicht klug geschissen, sondern mitgeteilt. Der „Diskurs“ bezieht sich ganz einfach auf die Tatsache, daß ein Gutteil der Lieder Konversation als solche analysiert und das Verhältnis zur Gesellschaft immer neu ausgelotet wird. So spricht etwa Sänger Tobias Ortmanns zu sich selbst: „Also mit den Komplizen der Spielregeln, da müßt ihr euch auch mal was überlegen, die Leute müssen sich darin wiederfinden, in der Musik und in den Texten. So ein paar Standards müssen schon sein. (…) Entweder wir gehen ein in die Annalen oder wir sind ganz im Arsch.“ Ersteres würde ich sagen. Schon alleine, weil noch keine Band wie der perfekte Hybrid aus Pavement und Goldenen Zitronen geklungen hat. In jedem Fall eine absolut großartige Band. Auch live.



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