Nach Kärnten

Sinniert man nach den deutlichsten Zeichen dafür, dass KärntnerInnen etwas dämlicher als der Rest dieses ansonsten hochkarätigen Österreichs sind, fallen einem bestimmt die phlegmatische Phonetik des Kärntner Dialekts, die kurios bis skandalösen Orsttafelstreits, der Kärntner Heimatherbst mit seinen volkstümlichen Sauf- und Fressfesten, die Person Jörg Haider und einige andere südländische Spezialitäten ein. Dass bevölkerungsweite apathische Denkfaulheit und geographisch wie meteorologisch bedingte Intensität von Sonneneinstrahlung miteinander korrelieren, behaupteten westliche Gelehrte ja schon vor längerer Zeit. Die ZAMG kann übrigens bestätigen; die sonnenreichste Gemeinde Österreichs – Diex (Djekše) – liegt in Unterkärnten.

Noch viel augenscheinlicher als die bisher vorgebrachten zweifelsohne stichhaltigen Argumente scheint aber ein weit außerhalb der Grenzen Kärntens aufgestelltes Verkehrszeichen die Vermutung zu unterstützen, die BewohnerInnen des wirtschaftlichen Entwicklungsbundeslandes südlich der Steiermark benötigen spezielle Aufmerksamkeit. Verlässt man Wien entlang der Triester Straße und fährt auf die Südautobahn, fällt einer und einem nämlich ein sonderbar grünes Schild mit der Aufschrift „Nach Kärnten“ („Na Koroško“) auf. Perfide wäre es, der ASFINAG zu unterstellen, es handle sich hierbei um eine Art touristische Werbemaßnahme. Vielmehr soll den ortsfremden LenkerInnen durch den Text in unschuldigem weiß auf beschwichtigendem Grün klar gemacht werden, auch hier in Wien wissen alle; Wien mag anders sein aber Kärnten is lei ans!

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
By submitting this form, you accept the Mollom privacy policy.