Seriöse Berichterstattung und Rätselraten unter erschwerten Umständen

In der Nacht auf Montag wurde angeblich Osama Bin Laden, das mutmaßliche Oberhaupt des Terrornetzwerks Al Kaida, das verdächtigt wird, die Anschläge auf das New Yorker World Trade Center im September 2011 durchgeführt zu haben, in Abbottabad, ungefähr 200 Kilometer nördlich von Islamabad bei einem Spazialeinsatz amerikanischer Elitesoldaten getötet.
US-Präsident Barack Obama berichtete in eine kurzfristig anberaumten Rede, bin Laden sei nach einem Schusswechsel getötet und seine Leiche gesichert worden.
Seine Identität wurde anderen Quellen zufolge per DNA-Test festgestellt und die Leiche bereits an einer geheimen Stelle im Meer versenkt. Da eine Identitätsfeststellung über Erbgut-Analyse in so kurzer Zeit nicht möglich ist, wirft diese Information gewisse Zweifel auf. Die schnelle Bestattung bzw. Beseitigung der Leiche wurde mit der Rücksicht auf gewisse islamische Bräuche argumentiert, gemäß denen ein Toter innerhalb eines Tages bestattet werden müsse.

So oder ähnlich hätten sogenannte Qualitätsmedien in den ersten Stunden gemäß der Überzeugung des Autors dieser Zeilen in den ersten Stunden nach diesem Ereignis darüber berichten sollen.
Dass dies nicht geschah sondern hektisch alle Informationsschnippsel ungeprüft und unreflektiert als Wahrheiten in die Öffentlichkeit geschossen wurden, ist ein Grund, dass sich die Situation nun äußerst unübersichtlich und die offizielle Version unglaubwürdig anhört.
Ein weiterer ist, dass tatsächlich von offizieller Seite ganze Reihen sich widersprechender Behauptungen getätigt wurden.

  • Bin Laden Laden wurde nach einer SChießerei getötet / er wurde getötet als er bewaffnete Gegenwehr leistete / er war unbewaffnet, aber widersetzte sich seiner Festnahme
  • die Identität wurde per DNA-Test festgestellt / sie wurde mit einer Gesichtvergleichsmethode nahezu festgestellt und später per DNA-Test verifiziert
  • es waren 2 Helikopter im Einsatz / es waren vier im Einsatz (einer wurde am Ort des Geschehens zerststört)
  • Pakistan war eingebunden / Pakistan war nicht eingebunden
  • die Obama, CIA-Chef Panetta und andere verfolgten die Aktion per Video-Übertragung live / währen der Tötung selbst gab es einen 20-minütigen Bildausfall

Wenn nun auch die Aktion selbst vermutlich ganz gut geplant und offensichtlich erfolgreich war, ihre mediale Vermittlung ist eine Katastrophe. Das nährt natürlich die Vermutungen dass da irgendetwas nicht stimmt und lässt alternative Erklärungstheorien in großer Zahl gedeihen.
Die einen vermuten die Ganze Aktion wäre fingiert, die anderen, Bin Laden gar nciht tot, die nächsten gehen davon aus, dass er schon Längst das Zeitliche gesegnet hat usw.

Wenn dem aber tatsächlich so wäre und die Geschichte nur aufgetischt wird, um andere Diskussionen Vergessen zu machen (Obamas Geburtsurkunde), oder um die Umfragewerte der Regierung zu Beginn des Wahlkampfs zu verbessern, dann wäre es ein Zeichen höchster Unfähigkeit, keine einheitliche, klare Darstellung zustandezubringen, die einen nicht an allen Ecken und Enden in Erklärungsnot bringt.
Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass die geschichte einen Wahren Kern hat, allerdings in der Ausführung doch etwas nicht wie geplant verlaufen ist und nun improvisiert wurde.

Eine besonders heikle Frage ist auch die nach dem ursprünglichen Ziel der Mission: Offiziell sollte Bin Laden gefangen genommen und nur im Notfall bei Gegenwehr getötet werden. Einige Indizien und ein Bericht von CNN, der sich auf anonyme offizielle Stellen beruft, legen aber nahe, dass es sich von Beginn an um eine Tötungsmission handelte.
Vielleicht ist die richtige Frage: Wessen Mission? Möglicherweise gab es innerhalb der Befehlskette unterschiedliche Abichten, die letztendlich das Wirrwarr in der Öffentlichkeitsarbeit verurschten. Denkbar wäre zzum Beispiel, dass die Regierung durchaus die Festnahme wollte, Geheimdienst- oder Militärkreise aber einen lebenden Bin Laden, der vor Gericht Aussagen machen konnte, nicht gut brauchen konnten, bei der Übertragung dazwischenfunkten und dem Einsatzteam anderslautende Befehle gaben. Ebenfalls denkbar wäre, eine eigenmächtige Entscheidung auf relativ niedriger Ebene: Einnerhalb des Einsatzteams setzt sich die Idee durch, “es diesem Arschloch heimzuzahlen” oder einer der Soldaten, möchte sich die Chance auf die Lorbeeren, der zu sein, der Bin Laden erledigt hat, nicht entgehen lassen. Ein einfacher Knopfdruck an der Helmkamera unterbricht die Verbindung zur Einsatzleitung und schon kann mau das Kommando selbst in die Hand nehmen.
In beiden Fällen wäre die US-Regierung gezwungen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, und den Erfolg zu feiern.

Das könnte auch die Hast bei der Beseitigung des Leichnams und den Unwillen erklären, Bilder des Toten zu veröffentlichen. Wenn da neben ein paar Einschusslöchern auch noch abgschnittene Ohren oder Nasen, Schuhabdrücke, oder was einem rachdürstigen-aufgeputschten Navy Seal noch so einfällt, dazukommen, wäre es dem Weltfrieden vielleicht nicht so zuträglich, aller Welt (und besonders der islamischen) Bilder davon unter die Nase zu halten.

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
By submitting this form, you accept the Mollom privacy policy.