Sex

Sex ist das tiefste Menschenerlebnis – außer mystischen Erlebnissen. Warum wir Sex nicht verlachnässigen sollten. Mit tschechischen Lehrzeilen.

„Óbršwajn! Klána Perversiána!“, hallte es mir aus dem Zigarrenzimmer, wo der Gästecomputer steht, entgegen. Mein Gast wollte E-Mails checken und aus dem Browser poppten ihr unzählige Fenster entgegen: Or-al und andere -ale Sexarten, Orgasmus, Hegels Phänosexologie des Geistes usw. Ich musste für diesen Artikel recherchieren.

This is SEX, peeps, not a picknick!

Ein tschechischer Maler/Dichter sagte mir mal: Paradies auf Erden ist für mich, wenn ich beim schönen Sex einen schönen Orgasmus erlebe. Wie? Zwei Menschen treffen sich, ziehen sich aus, und verwöhnen sich zärtlich mit Mund, Händen und Sexorganen, aufmerksam und einfühlsam. Nur ein paar Kondome brauchen sie und falls lesbisch, nicht einmal die. Auch ein einziges solches Erlebnis kann eine Erinnerung für das ganze Leben bleiben. Hoffentlich habt ihr alle so etwas erlebt.
Cheese & Crackers können wir uns leisten. Eine leckere Weinflasche ist schon teurer, eine Yacht voller Kaviar kostet noch mehr. All das dient der Sinnesbefriedigung. Sex ist aber viel schöner und gratis.
Ich wohnte mal im Wiener Bezirk Gersthof. Dort sind alle reich und deswegen auch schön und sexy. Wenn die Jugend abends aus der NUK, der Nach-Uni-Kneipe mit der 40- bzw. 41er Tram nach Hause fuhr, schauten sie sich alle (oder wir uns alle, ich machte mit) mit Vernasch-Blicken an. Die Männer offener, die Frauen nur wenn sie sicher waren, dass es niemand sieht. Diese Unausgewogenheit führte dazu, dass es nie zu einer Verabredung gekommen ist, und alle schliefen ohne Umarmung, Kuss oder Sex ein. Muži šli spát s tvrdým. Vielleicht ist es heute anders.

Philosophisches

Moderne Theorien, die Sex als einen Ausdruck der männlichen Unterdrückung darstellen wollen, sind eine legitime Fortsetzung der alten sexfeindlichen Moral der RKS-Group (Religionen/Kirchen/Sekten): alter Fusel in neuen Plastikflaschen.
Ein Beispiel, wie unsere prüde Kultur auf dem akademischen Boden mit Sex umgeht, bietet Teil des Programms eines Seminars auf der Uni Wien 2008: Mime; Media and Ritual Embodiment. Zur visuellen Umsetzung von Spiritualität, Mag. Yvonne Schaffler und Mag. Dr. Evelyne Puchegger-Ebner.
Fragestellung: „Wollen Männer im Sexualakt grenzenlos geliebt / akzeptiert werden oder ist es doch ein Akt der männlichen Machtdemonstration in unserer Kultur (siehe Massenvergewaltigungen im Krieg, siehe das Drama von Amstetten)?“
Hier werden gleich fünf Dinge wahllos durcheinandergemischt, das Thema Sex wird gar nicht verstanden:
1. Wir Männer wollen beim Sex (Sexualakt ist ein komisches Wort) einen sinnlichen Spaß mit tiefer Wonne erleben. Mit möglichst schönem langem Abgang, so wie beim Wein, mit zärtlichem In-die-Augen-Schauen und schnurren. Liebe ist ganz was anderes, kann natürlich mit Sex zusammengehen.
2. Akzeptiertwerden betrifft das ganze Menschenleben und hat mit Sex nichts zu tun. Wenn ich’s kann, werde ich beim Sex akzeptiert, so wie in der Arbeit. Sonst muss ich’s lernen.
3. Massenvergewaltigungen im Krieg: wird immer im Krieg passieren. Leider. Siehe Zimbardo-Experiment. Einziges Gegenmittel: Krieg verhindern. Heißt aber Nazi/Faschi/Kommuni/xxx/smus verhindern. Die größte Massenvergewaltigung der Geschichte war die der kommunistischen Rotarmisten 1944/45 (ca. 2 Millionen deutsche Frauen). Hallo? Höre ich was? Wo bleiben die Frauenproteste? Kein Seminar zum Thema?
4. Das Drama von Amstetten: Was für ein Drama? Ein Verbrechen. Eine Bestie quälte Menschen. Ich bin ganz sicher: Wenn diese Bestie einen schönen erfüllten Sex mit seiner Frau gelebt hätte, hätten wir den Namen Josef Fritzl nie kennengelernt.
Vielleicht geht das Seminar tiefer in die Materie von Sex: ein weiterer Punkt im Programm für Nachwuchsakademiker:
„Symbolforschung thematisiert u.a. : die Ambiguität von Zeichen, Transcodierung einer bestimmten Symbolik (z.B.: geschlechtlich, ethnisch, nationalstaatlich) Be-/Nutzung von Konnotationen, Dekonstruktion von Ideologien, Stereotypen, Klischees, Rollenbilder.“
Habt ihr das verstanden? Ich auch nicht. Uns ArbeiterInnen und BäuerInnen hilft das wirklich nicht weiter. Unterdrückten Frauen auch nicht und Sex wird durch das Geschwafel auch nicht schöner. Eher weiterhin unter den Teppich gekehrt und verdrängt.

Frauen und Männer und Sex

Es ist schade, dass viele Frauen weniger Interesse am Sex haben als Männer, aber so ist nun mal die Realität, mit der wir leben müssen. Vielleicht ist es die x-jährige Unterdrückung, die Frauensex an Partnerschaft und Familie bindet. Kann nach 50 Jahren ganz anders ausschauen! Vor nicht zu langer Zeit durften doch Frauen nicht einmal studieren. Sex gibt den Frauen eine ungeahnte Macht (auch deshalb wurden und werden sie unterdrückt). Heute könnten sie sie ruhig ausspielen und müssten nicht einmal als Hetären arbeiten. Es sind doch so viele Männer im Umlauf (= Singles), also: Kannst du meinen Computer reparieren? Bekommst einen kleinen Sex. Hilfst du mir, die WG-Küche auszumalen/umzuziehen? Du wirst zwei Stunden erotisch verwöhnt. Bargeldlos ist die Moderne. Die junge undersexed Welt wäre bunter und fröhlicher. Auf meinem Tisch liegt das Buch Fucking Berlin von Sonia Rossi, einer Studentin und Prostituierten. Auch Studis auf Fahrrad mit Kindersitz sind zu ihr gefahren, um sich verwöhnen zu lassen. Jetzt werde ich ganz ernst, ohne Satire: Wenn ich eine hübsche Frau wäre, hätte ich statt Jobsherumlaufen einmal, zweimal in der Woche abends gearbeitet, das Indologie-Studium längst beendet, und als eine habilitierte Doktora-Courtisane Fachartikel in der Fachsprache für die Fachzeitschriften geschrieben. Und ich würde Sexkurse bieten, für 100+ Oireau die Stunde.
Höre ich da Proteste? Aber was! Zählt die Männerbordelle in ihrer Stadt und dividiert sie durch die Tomcathouses und ihr habt ungefähr das Verhältnis zwischen Männersexbedürfnis und Frauensexbedürfnis. Stephen Frey beschreibt es süß: „Eine Frau sagte protestierend zu mir – da habe ich vor zwei Tagen einen Mann gesehen mit einem knackigen Hintern, ich bin ganz nass geworden – aber eben, bei mir war es vor 10 Minuten, dann vor zwei Stunden und ich habe mich heute schon zweimal befriedigt.“ Voller Neid zitiere ich Helena (Name PGP-verschlüsselt): „Ich habe nie im Leben masturbiert, es war immer jemand in der Nähe.“

Die Technik: His Hoo-Hoo Dilly and her Cha-Cha

„Frauen sind den Blumen gleich und zärtlich zu behandeln.“ So viel Kamasutra, das Lehrbuch der Lust. Vorsicht! Nicht der Liebe, Liebe kann mau nicht lernen! Gemäß Mike Adams gibt es auf den amerikanischen Unis auch Masturbationskurse. Vielleicht ist es der Grund für die Finanzkrise, weil das Ganze sicher die Steuerzahler brennen müssen. Wenn eine Frau nicht ihren eigenen Körper ohne Bedienungsanleitung bedienen kann, was kann sie dann mit einem männlichen Körper anfangen? 43% of women report “some kind of sexual problem,” such as inability to achieve orgasm, boredom with sex, or total lack of interest in sex. Ufff! Die Hetäre ist bereit, in die Bresche zu springen.
Cunnilingus, Zungeln der Muschel, diese leckere Verwöhnung, beherrschen gerade 16,5% Männer, und Fellatio, kunstvolles Zärteln des Zebedäus, nur 6,2% Frauen. Mund und Zunge haben ein Reizpotential, das die Geschlechtsteile nicht bieten können. Eine Frau, die Fellatio wirklich lernt, wird von ihrem Mann vermutlich nie verlassen: Er weiß, dass er eine zweite solche nicht findet.
Übrigens – die weiblichen Sexorgane sind viel schöner, leckere Augen- und Zungenweide, ob nackt oder bewachsen. Steht eh in der Bibel, Salomo 7.2/3: Lůno tvé koflík okrouhlý, jemuž nápoj nechybí.

Kommentare

"""die weiblichen Sexorgane sind viel schöner"""

in diesem sinne:

na geh, gästecomputer

na geh, gästecomputer, den hätte ich sehr gerne benutzt. stattdessen
gabs nur diese alten seiten, die kratzten und nicht essbar waren.
vollgestopft mit wenig farbe, nur schwarz/weiß und fast ohne bilder...

"an. Die Männer offener, die Frauen nur wenn sie sicher waren, dass es
niemand sieht. " ich denke, es sollte "dass es niemand sah" heißen.

doch etwas sehr umständlich formuliert und viel zu lang. dem leser
ists doch wurscht. uni wien hätte gereich: "ht, bietet Teil des
Programms eines Seminars auf der Uni Wien 2008:"

wieso sollten frauen weniger interesse an sex haben, wenn sie es doch
als machtmittel nutzen konnten? ein abflauen des interesses nach
erlaubnis des studiums würde da es meiner sicht eher sinn machen.
oder? studium für frauen abschaffen, dann gäbs auch nicht so
eigenartige seminar und diese ganze gendergeschichte wäre auch nicht
aufgekommen.

na, geh deine phantasien gehen da ja ziemlich durch. sex für
deutsch-nachhilfe? ist doch keine währung, oder? schließlich kriegt
man doch geld dafür. und ne dienstleistung sollte es doch auch nicht
sein. weiß nicht, das scheinen mir doch gedanken, die nur einem mann
entsprungen sein können!

ich hätte die statistiken weggelassen und den gedanken, selber deinen
körper zu verkaufen, weiter ausgespielt. wäre doch spannend. wieso
willst eigentlich nicht?

ja - gleich!

Ich werde schon antworten, lieber Gast!
Daweil die zweite Version auf dem Blog: Dein Einwand wurde berücksichtigt noch bevor dus geschrieben hast!
http://korbelik.blogspot.com

Schon wieder wird von Bagger abgeschrieben

Und diesmal haben sie aus unserem Artikel ein ganzes Buch gemacht!!!
Einerseits - Schweinerei, Plagiat :D
Andererseits -- freut uns, dass wir überall Resonanz haben!
Cindy M. Meston, David M. Buss: Why Women Have Sex

""use of sex as a defensive tactic against a mate's infidelity (protection), as a ploy to boost self-confidence (status), as a barter for gifts or household chores (resource acquisition), or as a cure for a migraine headache (medication)""
Richtig so!

http://www.amazon.de/Why-Women-Have-Sex-Understanding/dp/1847921302/ref=...

yeees!

One woman ist überrascht, wirklich ist es sooo , Honzo?! oh, yeah! We like it!

Yeah, Frouwa Od,

ich glaub es stimmt :D :D

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