Smalltalkfluchtnaschmittel

Smalltalkfluchtnaschmittel, ist ein Wort zusammengesetzt von 4 bis Wörtern und wurde von mir soeben ins Leben gerufen und würde sich über Verbreitung freuen, denn es ist ein sehr fundamentales Wort, soeben wurde eine Wortlücke gefüllt, um es ganz unbescheiden zu sagen. Smalltalkflucht ist ein Thema das uns alle angeht. In Zeiten wie diesen blablabla. All jene die zu Vernissagen gehen um jemanden kennen zulernen dürfen nicht weiter lesen. Das hier ist für die Menschen die niemanden kennen lernen wollen aber beobachten wollen und das möglichst ungestört. Was stört beim Beobachten? Smalltalk. Smalltalk mit einer dritten Person derentwegen wir nicht in diese Galerie sind, wir wollen nämlich jemand anderes unter die Lupe nehmen, in seiner freien Laufbahn beobachten, und wenn wir schon das Pech haben nicht unsichtbar zu sein, wollen wir nicht durch diese dritte Person noch sichtbarer werden. Wieder handelt es sich um ein Naschzeug das in Vorderasien verbreitet ist und auf persisch „lawashak“ genannt wird, auch „tamre hindi“ (kommt angeblich aus Indien?) wird. Egal wie es heißt, das Teil ist toll und bei Indern und Iranern zu kaufen, Lebensmittelgeschäfte der kleinen Migranten also besuchen und sehr günstig kaufen. Es handelt sich um Trockenfrüchte die gestampft werden und ich weiß nicht wie aber extrem dünn zwischen Plastik das man abziehen kann/muss, gespresst werden. Man nimmt also so ein Blättchen gepresster Kirsche zum Beispiel, zieht Plastik herunter und je nachdem wie gern man den sauren fruchtigen Geschmack hat, lutscht man oder kaut man darauf herum. Kaum ein Kind in Vorderasien unterlässt dieses Vergnügen. Es gibt viele Geschmacksrichtungen, ist figurfreundlich, beschäftigt einem und ist einfach eine Art Fingerfoodleckerli.
Ich empfehle Lavashak immer in der Tasche mit zuhaben, ist sehr robust nur bei 40-50 Grad könnte es problematisch werden. In jedem Fall in der besagten Galerie, während dieser Vernissage, wo man also diese dritte Person abschütteln will die mich sichtbarer macht als ich möchte, hat sich bewährt etwas in den Augen des anderen peinliches zu tun und dazu gehört: lawashak lutschen/kauen. Wir gehen nicht zu den kleinen Snacks der Galerie (dieser grässlicher Käse der nach Füße riecht), sondern nehmen unser Lawashak heraus während der andere der unsere Unsichtbarkeit stört für gewöhnlich von sich spricht, dass er sich mit Lacan und Freud beschäftigt….und wir nicken und kauen…..dass er sich sehr für die Möglichkeit der Darstellbarkeit des Seins auf Leinwand interessiert…..wir schlucken und nehmen noch ein Stück Lawashak und wenn er fragt was das ist sagen wir unverblümt…..“ach….nichts.“ und bieten dieser Person nichts an. Spätestens da sollte man die Person los sein und als völlig unhöflich und etwas beknackt gelten, aber wir haben einen wunderbaren sauer-süßen Geschmack im Mund und was haben die anderen? Käse.
Das war die erste Ebene der Flucht vor dem Smalltalk anhand von lawashak. Die zweite Ebene ist die, dass die Person die wir beobachten wollen uns womöglich anvisierend ansprechen möchte mit den allgemeinen Fragen „wie geht es? Was machst du so? wie läuft es? Gefällt es dir hier?“, alles Fragen die mit „mhm. Naja.,….ach…., naja.“ + dazugehörender Körpersprache beantwortbar sind. Hier können wir den lawashak trick nicht mehr anwenden und müssen die Galerie verlassen, weil wir die besagte Person nicht mehr in seiner natürlichen Umgebung beobachten können, sondern mitten im verfluchten Smalltalk sind.
Aber trotzdem hat lawashak geschmeckt. Unbedingt kaufen gehen. Hier auch online:
http://www.tali.de/shop/naschwerk_orientalisches,rid,19,kl.html

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