#3 - Leere, Okt 07

Leere Es ist uns eine besondere Freude, eben euch die nunmehr 3. Ausgabe des Baggers zu präsentieren. Frei nach dem Motto: Wissensvorsprung gebührt den Wahnwitzigen. Der Herbst steht im Zeichen der Leere, zumindest beim Bagger. Er gräbt, wie immer, tiefer und tiefer, und lässt nichts als leere Baugruben zurück? Scheinbar nicht. Denn ob’s nun um leere Versprechungen, leere Worte, Galeeren oder gar Mengenleeren geht: "Aller Anfang ist leer" wissen wir vor allem im umfangreichen Buddhismusfokus. Wir nehmen also erstaunt zur Kenntnis: Dem Thema Leere zum krassen Trotz, ist auch der Bagger – Teil 3 voll von aberwitzigen Geistesblüten ...

Immer wieder auf ins Burgtheater

Trotz mitunter auch kritischer Pressestimmen lohnt sich ein Besuch im Burgtheater, um sich möglichst viel vom nie an Aktualität verlierenden Shakespeare anzusehen und somit im Jahre 2008 zumindest einen Meistertitel zu erringen …

Leere Bühnen hat man im Sommer nur allzu oft sehen können (meistens weil die Theater ja zugesperrt hatten). Mit dem Saisonstart 2007/2008 stellt sich wiederum die Frage, was lohnt sich in welchem Haus anzuschauen. Da der Kritiker keine Proben von künftigen Erst- und Uraufführungen gesehen hat, kann er nur die Wiederaufnahmen Revue passieren lassend prüfen. Und da der Kritiker subjektiv ist, will er nur übers Burgtheater schreiben. Wem das nicht passt, der möge anderswohin gehen, nicht weiterlesen und sich freuen, dass das Haus am Ring wegen der EM 2008 diese Saison eh schon früher zugesperrt wird und dann wieder nur eine uneinsehbare, aber existente, leere Bühne bietet. Fußball statt Furien! Furios, wahrlich …

weiter...

Náš bagr tančí - Unser Bagger tanzt

Tanzabagger Praha je magické město. Tolikrát to již bylo řečeno (Angelo Maria Ripellino: Praga magica). Ale že se dožiji opravdového důkazu, to jsem netušil. Ve Vídni vznikl nový zadarmový časopis, který bydlí v kavárnách a lokálech. Bagr se jmenuje, samozřejmě německy. Milý čtenáři obojího pohlaví, třetí číslo právě třímáš v rukou.

weiter...

Rezension: Albert Sánchez Piñol - Im Rausch der Stille

Buchcover Pinol, © S. Fischer Verlag GmbH Nichts lässt so viel Platz wie die Leere ..
Von einem, der auszog um die Stille zu suchen und in der Leere am Rande der Welt ein Drama unmenschlich menschlicher Grausamkeit fand. „Unser Leuchtturmleben kann man nicht glauben; unser Leuchtturmleben ist das unsinnigste aller Epen. Es fehlt ihm jeder Sinn.“

Es ist das Erstlingswerk des aus Barcelona stammenden Schriftstellers Albert Sánchez Piñol, bereits 2002 auf Katalan, 2006 schließlich in deutscher Sprache erschienen – in großer Zahl verkauft, vielfach besprochen, ein Bestseller. Trotzdem soll an dieser Stelle nochmals auf „La pell freda“ (im Original „Die kalte Haut“) verwiesen werden, für alle, denen diese großartige, leidenschaftliche und abstruse Parabel bis jetzt entgangen ist.

weiter...

Rezension: Mario Benedetti - Pedro y el Capitán

pedro y el capitan Die Bühne – ein Verhörzimmer. Ein Tisch, zwei Stühle, der Hauptmann. Pedro, Mitglied der oppositionellen Linken und politischer Gefangener eines nicht näher spezifizierten diktatorischen Regimes, wird mit sichtbaren Spuren einer vorangegangenen Folterprozedur in den Raum geführt.
So der Beginn eines jeden der vier Akte in Benedettis Theaterstück, das institutionalisierte Folter thematisiert, ohne zu demonstrieren. Viel bedrohlicher noch liegt sie wie ein dunkler Schatten über der reduzierten Szenerie. Benedetti, der selbst nach dem Militärputsch 1973 seine Heimat Uruguay als Anführer einer linken Bewegung verlassen musste, weiß, wovon er spricht. Bedächtig umkreist er die zentrale Frage: Was bringt einen Menschen dazu, einen anderen zu foltern. In seinem Stück verzichtet er auf Stereotypen eines anklagenden Exempels der Grausamkeit, eher beschreibt er die Begegnung zweier Männer, beide der gebildeten Mittelschicht angehörig, die eine unterschiedliche Ideologie trennt, welche so die Rollen vorgibt.

weiter...

Rezension: Henning Genz - Die Entdeckung des Nichts. Leere und Fülle im Universum

© rororo Weit ausholend, biedert sich Genz als Führer durch die Wissenschaftsgeschichte an. Beginnend in der Antike, führt er uns die 2500-jährige Entwicklung der physikalischen Forschung vor Augen und schreckt dabei auch vor philosophischem und religiösem Gedankengut nicht zurück, ohne jedoch den Bereich des guten Geschmacks zu verlassen. Von den Vorsokratikern, das Nichts bei Parmenides und erste Vakuum-Experimente weist er uns behutsam den Weg hin zu Vakuums­fluktuation und dunkler Energie, zur Quantenmechanik und Relativitätstheorie.

weiter...

Rezension: Dark Star

Von philosophierenden Bomben und aufgeblasenen Außerirdischen

Eine Bombe, die Descartes zitiert und ihre eigene Existenz anzweifelt, ein wasserballähnlicher Außerirdischer mit sadistischen Zügen, ein toter, eingefrorener Commander und eine lethargische Vier-Mann-Crew treiben im Raumschiff „Dark Star“ durch die unendlichen Weiten des Weltalls. John Carpenter ist mit seinem 1974 realisierten Spielfilmdebüt „Dark Star“ ein durchgeknallter Science-Fiction-Film gelungen. Eine Hommage an Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ und Beispiel für einen Film, dessen Kultstatus mehr als berechtigt ist.

weiter...

Agnostische Kryptoparalogie

abgerissene Birne Manche Leute sagen, es gibt Gespenster. Manche Leute sagen, es gibt keine Gespenster.
Ich aber frage: Was ist eigentlich mit dem viel interessanteren Mongolischen Todeswurm? Gibt es den?

weiter...

Photoserie: Leere

Die Photoserie der dritten Ausgabe des Baggers zum Thema Leere von Michael Kaczorowski


"Dreißig Speichen ergeben ein Rad: ...


... gerade das Leere in der Mitte ...


... bedingt den Nutzen des Wagens.


Ton formt man zu einem Gefäß: ...


... gerade das Leere darin ...


... bedingt den Nutzen des Gefäßes.


Man bricht Fenster und Türen in ein Haus: ...


... gerade das leere darin ...


... bedingt den Nutzen des Hauses


Folglich: ...


... vom Vorhandenen kommt der Gewinn, ...


... vom Leeren aber kommt Nutzen.


Tao-te-ching I 11 - Übersetzung: caru

weiter...

Seiten

RSS - #3 - Leere, Okt 07 abonnieren