#5 - Hitze, Jan 08
Dauert der Winter nicht schon ein bisschen zu lange? Wär nicht schön langsam ein bisschen mehr Sonnenlicht, ein bisschen mehr Wärme wieder wünschenswert? Wir, die Bagger-Redaktion, kennen Ihre Sorgen und Hoffnungen und bringen Ihnen hiermit deshalb einen ganzen Haufen geballter HITZE. Dies nämlich ist das Thema unserer 5. Ausgabe. Auch wenn das schöne Wetter draußen noch auf sich warten lässt, hier kann man begeistert in der Sauna schwitzen, stundenlang den Ofen belagern, sich an diversen Feuern wärmen, hitzige Diskussionen verfolgen (und dann am besten gleich selbst über die entsprechenden Artikel führen), den Aggressionen freien Lauf lassen oder sich von einer Mediatorin das Mütchen kühlen lassen, einen kleinen Tropenspaziergang machen oder auch einfach nur scharf essen. Das wärmt auch. ... solange einen nicht vorher der Wärmetod ereilt, oder Kälte aus der Ferne die behagliche Atmosphäre stört. Naja, lesen Sie selbst! Am besten mit einem Bagger-Abo, damit Sie auch in Zukunft nie eine Ausgabe versäumen.

Mir reichts schön langsam … das mit Europa und so … die glauben ja, die können machen, was sie wollen. Selbst alle einen Haufen Geld verdienen, aber uns alles wegnehmen. Eing’sperrt gehören die alle!
Sie werden sich wohl die Frage stellen, warum in diesem Land jemand einen Artikel gegen die Nutzung von Kernenergie verfasst. Wo doch gegenwärtig sowieso jeder dagegen ist. Die Antwort lautet folgendermaßen: Die Welt hört weder räumlich gesehen an den Grenzen unseres Landes noch zeitlich gesehen mit den Grenzen der Gegenwart auf. Vor allem für zukünftige Generationen (wobei jetzt noch Ungeborene wohl die Mehrheit aller Menschen darstellen) ist atomare Energieversorgung der potentielle Auslöser einer global-sozialen Tragödie.
Warum Fegefeuer, fragen Sie? Warum die Fernwärme, könnten Sie dann auch gleich fragen! Der Zusammenhang ist folgender: Die hoch nützliche Hauptfunktion dieser lodernden Drohung ist ja die Veredelung leicht unreiner Seelen auf dem Weg zum Himmel. Für Wiener KatholikInnen ist dieses Feuer jedoch außerdem – und womöglich in erster Linie – ein aus sicherem Abstand glühendes Versprechen einer Gewissens-Wärme, ohne die das Leben in diesem kalten nassen Jammertal sehr trist aussähe.
Hell-dunkel, schwarz-weiß, gut-böse, Himmel und Hölle. Das Gleichnis schlechthin für den allgegenwärtigen Dualismus. Erklärung und Grundlage unserer Weltsicht als Übertragung ins Jenseitige und als Projektion des Jenseitigen auf das Diesseits. Die Guten werden belohnt, die Schlechten bestraft – einfache, logische Folgerung, der sich jeder, der ein wenig bei Verstand ist, fügen wird. Man hat die Wahl: Auch die kleinste, ungesühnte Sünde führt geradewegs in die Hölle, das ist zwar hart, aber folgerichtig.
