Ausgabe 2 - Mai 07
Und weiter wälzt sich der Bagger auf seiner Reise durch erforschtes und unerforschtes Gebiet. An einer Stelle gräbt er diesmal tiefer: Diese Ausgabe wird sich schwerpunktmäßig um das Thema Rauch drehen. Angelehnt an den flüchtigen Charakter dieser Substanz wollen wir aber frei und fröhlich von da aus weiter assoziieren und einen Bogen von der Rauchverbotsdebatte über Gedanken zu Klimaschutz und Industrie bis hin zu geheimnisvollen Rauchwaren spannen.
Weiters hat sich zwischen den Kettengliedern des Baggers einiges angesammelt, was wir der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten wollen: So wird es u.a. um Coltan, um Ballett, um kostenlos konsumierbare Musik gehen, und schließlich wird auch noch die Unendlichkeit gestreift.
Des Weiteren versucht sich der Bagger erstmals im Rezensieren von Büchern, Filmen und Musik. Und beliebte Elemente, die bereits von der ersten Ausgabe bekannt sind, dürfen natürlich auch nicht fehlen: Mischmaschine, Baggerdelle, Hoch- & Tiefbau und tiefe Einblicke ins Maurerdekolleté sorgen wieder für charmantes Baustellenflair.
Winterkirschen-Ernte
Nickname: Winterkirsche
Kommt aus: Baden-Württemberg, Freudenstadt
Alter: 40
Geschlecht: Frau
Haarfarbe: dunkelblond
Augenfarbe: grün
Sternzeichen: Steinbock
Körpergröße: 180
Figur: ein paar Kilo zuviel
Ausbildung: Abgeschlossenes Studium
Geschlecht (begehrtes): Männer
[...]
Zigarette danach
Na, haben Sie jüngst wieder mal die Zigarette danach genossen? Ehrlich? Wenn, nein, ist’s nicht so schlimm. Versteh ich total, bin selbst ja auch strikter Nichtraucher, selbiges noch mehr im Bett. Für alle jene jedoch, die die Anfangsfrage mit einem zaghaften bis überzeugten Ja beantwortet haben, gilt überraschenderweise: Sie zählen zur Minderheit!
→ zum ArtikelLa méchante
Die schwarze Limousine – Teil #3
Was bisher geschah: Claude und Charlotte begeben sich zum Geburtstagsfest ihres Ziehvaters, Albert de la Gruyère. Claude, der Julie heimlich verehrt, ahnt nicht, dass sich seine Stiefschwester mit dem zwielichtigen Gaston de Mèche eingelassen hat. Das Fest findet ein unvermitteltes Ende, als Julie entführt wird; kurz darauf trifft ein Brief ein, der Albert zur Zahlung von Lösegeld auffordert.
→ zum ArtikelGrundsteingasse 12
Der Ragnarhof schafft seit über 15 Jahren Freiraum für Künstler und Kunstinteressierte im sich rasch wandelnden Brunnenmarktviertel von Ottakring.
Im Jahr 1988 wurde das Gebäude Grundsteingasse 12 von dem Berliner Dr. Ragnar Mathey – einer Künstlernatur aus dem Industrieadel – gekauft. Ehemals beherbergte dieses Haus eine Kartonagenfabrik und stand bei der Übernahme kurz vor dem Abriss. Herr Dr. Mathey verhinderte dies und beheimatete verschiedenste Künstler in dem alten Industriebau. Ungefähr zur gleichen Zeit begannen sich auch in der näheren Umgebung in Ottakring Kunstschaffende anzusiedeln und zusammenzuschließen, wobei der Ragnarhof immer schon einen zentralen Treffpunkt bildete.
Rezension: Ursprung Buam – Hitmix (Nonstop)
„Gemma gemma“ – oftmals zu hörende Aufforderung und symptomatisch für dieses großartige Album, das bekannte Hits der Ursprung Buam in völlig neuem Gewand in die Ohren und die Beine der überwältigten Hörer schießen lässt! Das neuartige Konzept der Adaptierung alter traditioneller Musik in zeitgemäßer Form, auch unter Verwendung moderner Stilmittel (drumcomputer) geht voll auf!
→ zum ArtikelRezension: Thank you for Smoking
Der Lobbyist Nick Naylor hat es nicht leicht. Allein auf weiter Flur muss er die Tabakindustrie gegen Gesundheitsorganisationen, besorgte Mütter und Senatoren, die mit an Lungenkrebs erkrankten Kindern „bewaffnet“ in Talkshows antreten, beschützen.
→ zum ArtikelRezension: Smoke und Blue in the Face – Welcome to Planet Brooklyn
Schriftsteller Paul Auster, bekannt für seine literarischen Verwirrspiele (Stadt aus Glas, Buch der Illusionen etc.), und Regisseur Wayne Wang haben sich 1995 zusammengetan, um zwei Filme über einen Tabakladen, vor allem aber über den New Yorker Stadtteil Brooklyn zu machen.
Auggie Wren (Harvey Keitel) ist Verkäufer in einem kleinen Kiosk in Brooklyn. Smoke erzählt Geschichten von ihm und seinen Kunden und Freunden. Da gibt es den Schriftsteller Paul Benjamin (William Hurt), der versucht, den Tod seiner Frau zu überwinden, oder den gewitzten Jugendlichen Rashid Cole (Harold Perrineau Jr.) auf der Suche nach seinem Vater. Der Tabakladen ist gleichzeitig sozialer Treffpunkt wie Zentrum bzw. Ausgangspunkt der verschiedenen Erzählstränge.
→ zum ArtikelMusik zu verschenken!
Während große Konzerne sich – besorgt um ihre armen Künstler – bemühen, das Copyright doch noch irgendwie vor den Angriffen böser illegaler, krimineller und unmoralischer Tauschbörsen zu retten, wächst – einstweilen noch still und heimlich – eine Alternative zu den traditionellen Vertriebswegen heran. Die Schlagworte: Netlabels und Creative Commons.
In der Öffentlichkeit drehte sich in den letzten Jahren alles um den Kampf zwischen Musikkonzernen wie Sony und EMI auf der einen Seite und Hompages wie die von Napster, Audiogalaxy oder Kazaa auf der anderen. Während nun die Musikindustrie und ihre Vertretungen damit beschäftigt waren, eine Tauschbörse nach der anderen in Grund und Boden zu klagen oder aufzukaufen, und mit dieser Methode eine Hydra gebahren, kroch direkt daneben noch ein weiteres Würmlein aus dem Nährboden des Internets, das sich gerade dazu anschickt, zu einem wahren Lindwurm zu werden. In den USA sind inzwischen Radiosendungen, die Netlabels-Musik spielen, keine Seltenheit mehr, Internet-Radios und sogenannte Podcasts machen das ohnehin schon des Längeren.
→ zum ArtikelRezension: Patrik Ouředník – Europeana
Der Autor ist ein gebürtiger Tscheche – mütterlicherseits ein Halbfranzose – und lebt seit 1985 als Schriftsteller und Übersetzer in Paris. In der CSSR arbeitete er als Lagerarbeiter, Briefträger und Sanitäter. Er übersetzte unter anderem Werke von Beckett, Rabelais, Jarry und Queneau ins Tschechische. Sein schmales Bändchen Europeana beschreibt die Geschichte des 20. Jahrhunderts.
→ zum ArtikelRezension: Imre von der Heydt – Rauchen Sie?
Die Crux des Rezensionenschreibens ist die Notwendigkeit, das zu rezensierende Objekt – zumindest vom Anspruch her – genauestens unter die Lupe genommen haben zu müssen, um ein adäquates Urteil abgeben zu können. Vor diesem Anspruch versagt diese Rezension ... oder nein, sie deutet einfach im Vorhinein ihr Objekt um – Arbeitstitel: die Rezension eines Covers.



