Die Präzension
Sachen, die’s besser nie geben sollte … Zur Sicherheit von uns gleich einmal prä-zensiert.
Spinnennetz – zu Ende gesponnen
Meist gibt es Anlaß zur Freude, wenn sich ein literarisches Fragment lange nach dem Tod des Autors doch noch als vollständiges Werk wiederherstellen läßt. Niemand freut sich aber, daß die verschollenen letzten 20 Kapitel von Joseph Roths Erstlingsroman „Das Spinnennetz“ nach nunmehr 86 Jahren Wartezeit den Weg aus dem Nachlaß in die Druckpresse finden.
Immer schon peinlich genug war die Hauptfigur: Theodor Lohse, entwurzelter Weltkriegsleutnant, Mitläufer, Nachsager, Antisemit aus allerniedrigsten persönlichen Gründen, Spitzel im Kampf gegen den Kommunismus (mit profundem Mangel an politischer Bildung), bei Gelegenheit Folterer und Totschläger.
Sie läuft … und läuft … und läuft …
Für viele mag das Perpetuum mobile als eine sich immerfort bewegende Maschine den Stein der Weisen, das Ei des Kolumbus und darüber hinaus noch die Lösung aller Probleme darstellen. Vielen dürfte dahingehend der böse Physikunterricht eine herbe Enttäuschung beschert haben, denn eine solche Maschine gehört leider zu den zahllosen Dingen, die die Menschheit niemals zu Gesicht bekommen wird.
→ zum ArtikelFettfrei in die Fressnot
Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass die Zahl der hungernden Menschen im Jahr 2008 rund 1 Milliarde (das ist ca. jeder siebte Mensch) betrug, Tendenz steigend. In unregelmäßigen Abständen bricht auf einem der Urlaubskontinente eine sogenannte „Hungersnot“ aus und ausgewählte Nachrichtensender berichten auch darüber. Dann werden mitunter Bilder von apathischen, blähbauchigen Kindern mit Fliegen im Gesicht gezeigt und abwechselnd das Klima und die Politik beschuldigt, manchmal auch AIDS.
→ zum ArtikelStressinduzierte Zeitverschiebung
Jetzt aber wirklich, nur mehr wenige Stunden bis zum Ende der letzten, bereits zweimal verlängerten Nachfrist. Diesmal geht es sich aus, dass der Plan fertig ist, bevor im Copyshop die Lichter ausgehen, dass das Buch wieder in der Bibliothek steht, bevor der Nachtwärter seine einsamen Runden dreht, dass der Artikel bei der Lektorin eintrifft, bevor die Zeitung in Druck geht.
→ zum ArtikelVom Erstinken
Sinneseindrücke mögen zwar eine rein subjektive Angelegenheit darstellen,es gibt aber doch gesellschaftliche Übereinkünfte, die dazu beitragen, wie solche empfunden werden. Dies dürfte besonders auf den Geruchssinn zutreffen: Denkt man etwa nach einer ergiebigen Toilettensitzung in gutmütiger Manier an das Wohlergehen der Mitmenschen, welche ebenso gewissen Bedürfnissen unterliegen, so bietet sich beispielsweise ein – laut Gesellschaft wohlriechender – AXEL Deospray (Name von der Redaktion geändert, Anm.) an, um das Leben der zukünftigen Besucher des stillen Örtchens erträglicher zu gestalten.
Biotumen statt Bitumen!
Biotumen statt Bitumen!
Die Biowelle hat uns ja vieles gebracht: Bioobst, Biobier, Bioweine, Biokondome und all die schönen Dinge, die die Welt so dringend braucht wie ein Viertderivat des VdU, die uns aber zumindest ein gutes, Zen-Buddhistisch orientiertes Gefühl und eine leichte Brieftasche geschenkt haben. Aber ich sage euch abermals: Resist the hype!
→ zum ArtikelÖsterreich wird Europameister (oder: Alles Europa Ist Oesterreich Untertan)
Fakt ist: Der Ball ist rund, in jedem Team spielen erwachsene Mannsbilder, und die Regeln gelten für alle in gleicher Weise. Rein theoretisch hätten also alle 16 Mannschaften eine Chance, die Fußball-EM zu gewinnen – also auch das heiß umfehdete und wild umstrittene Österreich, das sich zum ersten Mal bravourös für eine EM-Endrunde „qualifizieren“ konnte. Wir Eurofighter könnten also triumphieren und eine noch nie da gewesene nationale Euphorie erleben. Aber wollen wir das überhaupt?
→ zum ArtikelAtomkrieg
Atomkrieg, warum nicht? Um zu klären, ob man diese prekäre Frage rhetorisch, oder besser doch ganz wörtlich verstehen sollte, wollen wir wirklich ganz nüchtern alle wichtigen Argumente bezüglich dieses explosiven Themas gegeneinander abwägen. Beginnen wir mal mit den Vorteilen!
→ zum ArtikelButze Wirsch: Gastroenteritia. Music for triangel quintet, piccolo and violas. 200?
Was hat sich der Komponist wohl dabei gedacht? müsste man sich beim Anhören dieses ersten Monumentalwerks unweigerlich beständig fragen. Schon vor knapp zehn Jahren hatte Wirsch mit Werken im Stile seiner „faekralen Musik“, welche sich auf urtümliche, von alters her gepflogene Klänge beruft, Aufsehen erregt und wenig später mit seinen „An/n/alen 2000“ für Furore in Konzerthäusern und Feuilletons gesorgt.
→ zum ArtikelKernöl als Energieträger der Zukunft
Vergesst Rohstoffknappheit und Klimawandel – das Energieproblem ist gelöst: Steirermen san very good und vollbringen eine Weltsensation, indem ihnen erstmals die Kernspaltung bei Cucurbita pepo var. Styriaca (auch „Steirischer Ölkürbis“ genannt) gelingt.