Kleiner Ratschlag für Florida Reisende


Panama City (Beach), Tallahassee, den 18. 3. 2008

Dass der sagenumwobene „Melting Pot“ sehr vielseitig ist, liegt auf der Hand. Dass auch geographische Facetten und Zeitzonen inkludiert sind habe ich erst letzte Woche erfahren. Springbreak, JU-HU. Endlich Ferien, endlich raus aus dem antimetropolären Tallahassee, Party am Strand, jeden Tag im Meer verbringen, jede Nacht im Club. Die gewählte Destination: Panama City, 2 Busstunden von Tallahassee entfernt. Und das ist auch schon das Problem: Bus. Unser Motel war nämlich 12 (zwölf!) Meilen vom Strand entfernt. Blöd sind sie nicht die Floridianer, schnell eine kleine Zweigstelle am Strand errichtet damit sie nicht verklagt werden können, und das Hauptgebäude irgendwo im Hinterland verstecken. Citybus gibt’s zwar, diesen zu benutzen gleicht einer Weltreise, eine Stunde bis zum Strand – man beachte die Relation der beiden Zeitangaben.
Nach dieser Weltreise habe ich dann auch wirklich gedacht in einem anderen Land zu sein. Ir®land. Kilometerlange Sandstrände, Palmen, Regen und eisige Winde. Andere Zeitzone als daheim, aber dieselbe Währung.
Exkurs zur Zeit:
Was ich nicht gewusst habe: Wenn man von Tallahassee ca. eine Stunde nach Südwesten fährt wechselt man die Zeitzone. Man stelle sich vor Wien Richtung Osten zu verlassen, und in Bratislava muss man die Uhr umstellen. Oder noch besser Richtung Norden, dann ticken in Laa die Uhren anders. Desaströs für Pendler gleichermaßen wie für die ÖBB. Gut, dass in Tallahassee der Zugverkehr eingestellt wurde; der Greyhound macht sowieso was er will (der macht sich seine eigene Zeit, genauso wie Venezuela).
Jedenfalls wurde dann am selben Tag noch auf Sommerzeit umgestellt – was ich auch nicht gewusst habe. Ob vor oder zurück – ? Reiseführer oder ÖAMTC fragen, nicht mich. Ich habe fast zwei (2!) Tage gebraucht um die Uhr richtig zu stellen. Wenn ich groß bin werde ich auch wie Venezuela und Greyhound und mache mir die Zeit selbst! Zeit kann man sich bekanntlich kaufen, also warum nicht auch selber machen, aber das ist eine andere Geschichte.
Zurück nach Panama City (Beach). Es war kalt, folglich war „chillin‘ on the beach“ mehr wörtlich zu verstehen als „erholerisch“.
Über meine Erlebnisse mit meiner Amerikanischen Begleiterin wird aus Gründen der Höflichkeit ihr gegenüber (und des nicht mehr darüber sprechen Wollens meinerseits) der Mantel des Schweigens gehüllt. Sofern dieser in XXL Größe erhältlich ist. Nur soviel: Mein Schönstes Erlebnis war ein Nachmittag im kaffeehausähnlichen Starbucks, da hab ich mich aus Gründen der Bequemlichkeit nicht bewegen müssen, sie sich mangels an Alternativen nicht können. Ein Nachmittag im Kaffehaus ist halt doch was Schönes – für Europäer.

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