Musik
Girl Talk – Feed the Animals
Was haben wir damals gestaunt, als der Chemielehrer zwei klare Flüssigkeiten vermengte und plötzlich waberte eine tief violette Brühe im Becherglas. Ähnlich wie der Herr Professor arbeitet Gregg Gillis – nur statt Fluid zu Fluid werden hier schale Schallwellen zu einem eklektischen Klangkonglomerat vereint.
→ zum ArtikelThe Dead Bodies – Cock Cock Cock Cock Xanadu Xanadu
Wie man aus dem Namen dieses Kurzalbums unschwer erkennen kann, wird hier Indie-Pop abgeliefert, Spielrichtung „leicht verschroben“. Nimmt man die Anfangsbuchstaben und liest sie als römische Ziffer, ergibt sich, arabisch geschrieben, die Zahl 420, was aber, da weitgehend frei von Bedeutung, nicht einmal als Zufall bezeichnet werden darf. Also zurück zur Musik.
→ zum ArtikelNeuschnee – Wegweiser (Problembär)
Ich habe Neuschnee im Sommer 2006 zum ersten Mal im besetzten Haus in der Gumpendorferstrasse gehört und mich augenblicklich in die Band verliebt. Dabei sind Neuschnee eine Band, die es eigentlich nicht geben dürfte. Mit ihrer betont uncoolen Mischung aus Rock, Pop, Klassik und Tondichtung passen sie nicht so recht in diese Zeit und in diese Stadt.
→ zum ArtikelBörn – Schöne Dinge Einfach / 21 Songs by Börn (Rebeat)
Bernhard „Börn“ Moshammer hat neulich in der Bunkerei einen sehr schönen Rahmen gefunden, sein bereits im Vorjahr erschienenes Doppelalbum einem größeren Publikum zu präsentieren und ich war sichtlich nicht der einzige, dem der Abend ein Aha-Erlebnis beschert hat.
→ zum ArtikelPaper Bird – Cryptozoology (Sea You Records)
Kryptozoologie ist die Beschäftigung mit ausgestorbenen bzw. mythischen Tieren und bewegt sich damit zwischen Wissenschaft und Phantasie. Ähnlich ist es mit Anna „Paper Bird“ Kohlweis, die sich mit kindlicher* Verspieltheit* über die große Dramatik hermacht.
→ zum ArtikelScreena – Screena (LiMuPic Records)
Was haben wir denn hier? Eine kleine silberne Scheibe. Ein Deko-Artikel? Riesenohrringe für Krocha-Ladys? Nein! Ein kleiner Silberling, dessen Bestimmung es scheinbar ist, in ein passendes Gegenstück gelegt zu werden. Was könnte dies nur sein?
→ zum ArtikelLausch – Nothing but Not (LiMuPic Records)
Lausch, Angriff!
→ zum ArtikelMord – Chapter Done (Konkord)
Das richtige Wort ist glaube ich sapperlot. Mord, die sich ihre Bestandteile zu drei Fünftel mit den etwas gesitteteren Kreisky teilen, ist mit ihrem Debutalbum in Sachen Wiener Post/Progrock ein großer Wurf gelungen.
Ja, Panik! – The Taste & The Money (Schönwetter)
In Sachen österreichischer Indierock, der ohne Anlehnungen aus eigener Kraft lebensfähig ist, ist man bei den Japanischen mit Sicherheit an der ersten Adresse. Freilich gibt es welche, die sich weiter aus dem Fenster lehnen, aber unter denen, die sich betont vom Zeitgeist inspirieren lassen, finden sich kaum welche, die das Genre bereichern anstatt es zu strapazieren.
HOT HOT HEAT – Happines Ltd.
Zwei Jahre nach dem letzten Kracher von Hot Hot Heat liegt nun mit „Happiness Ltd.“ ein neues Album vor. Normalerweise ist man von den Kanadiern ja tanzbare Gute-Laune-Songs gewohnt, dieses Mal dürfte aber der Liebeskummer von Sänger Steve Bays das Album sehr beeinflusst haben. Zu sehr, denn man hat es hier fast ausschließlich mit traurigen Songs zu tun, was eigentlich auch schon der Albumtitel verspricht. Schon der gleichnamige Opener ist einer von der ruhigen Sorte, welcher von Schwermut getragen wird. Die Melancholie kommt so richtig schön zur Geltung wenn am Ende der Chor „It’s over now“ singt. Das Schmalz trieft nur so vor sich hin.



