Wissenschaft



Zeta Reticuli

Wie man sein Netz nach den Sternen auswirft.

südlicher Sternhimmel Praktisch jedes europäische Volksschulkind kann seinem Geburtsdatum ein Sternzeichen zuordnen. Erwachsene Menschen laufen frei herum, die einen fast zum Analphabeten stempeln, wenn man seinen Aszendenten nicht zu nennen weiß. Und wer hat noch nie sein Horoskop gelesen? Sie? Auch nicht das im Bagger? Sie sind ein Lügner. Trotzdem: führen Sie einmal irgendwen in einer klaren Nacht auf den Hausberg Ihrer Stadt und bitten ihn, Ihnen ein paar Sternbilder zu zeigen. Wenn er es kann, ist er wahrscheinlich ein Berufsastronom. (Kein Astrologe – die benutzen heutzutage nur noch Computerprogramme, denen noch dazu meistens Sternkarten aus dem Hochmittelalter zugrundeliegen.) Schauen Sie selbst in den Sternenhimmel!

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Faden, Knoten, Zwetschkenknödel

Zwetschkenknödel „Man muss messen, was messbar ist; und messbar machen, was nicht messbar ist.“
(Galileo Galilei)

„Wie lautet das Ergebnis?“ – „Fünf.“ – „Fünf was? Zwetschkenknödel?“ Wem diese Standardszene des österreichischen Mathematik- bzw. Physikunterrichtes bekannt vorkommt, der_die weiß um die Wichtigkeit der korrekten Maßangabe. Und wer sich von diesem ausgelatschten Knödelschmäh genervt fühlte, sollte bedenken, dass der gesellschaftliche Alltagstrott ohne Messungen nicht zu bewältigen wäre. Ohne Zeitmessung keine Verabredung ergo keine Liebesbeziehungen; ohne Zeit-, Höhen- oder Weitenmessung keine Sportveranstaltungen, deren Abwesenheit das Fernsehen zu langweiligem Kulturkonsum verkommen lassen würde; ohne Temperaturmessung kein Wetterbericht (Gott behüte “den auf der Bagger-Homepage!”) – und wir würden nicht mehr wissen, worüber wir überhaupt reden sollten.

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Leistung verpflichtet ...

… Studenten und Begabtenförderungswerke zu was?

Leistung muss sich wieder lohnen – so lautet ein oft gehörter Wunsch, der nun in einer neuen Offenheit auch von (hoch) begabten (deutschen) Studierenden fordernd an Stiftungen und Begabtenförderungswerke herangetragen wird. Doch was können diese Einrichtungen bieten, was fordern sie und wem nutzt eine Aufnahme ins wissenschaftliche Netzwerk?

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Bauanleitung für eine bessere Welt

Open Source Bagger Wie das Konzept der Open Source Ecology die Welt verändern will

Mitten in Kansas liegt auf 30 Hektar ausgebreitet die Factor e Farm, auf der Marcin Jakubowski und wechselnde freiwillige Projektmitarbeiter versuchen, völlige Autarkie für jedermann möglich zu machen. „Optisch macht das Gelände im Moment vielleicht nicht viel her“, grinst der 37-jährige Physiker verschmitzt, „aber ich sehe schon, wie es hier in ein paar Jahren aussehen wird, und glaub mir, es ist wundervoll. Wir stecken ja noch in den Kinderschuhen. Im September zum Beispiel wird ein neues Haus gebaut. Wir halten einen Workshop dazu ab, mit einem Universitätsprofessor aus Deutschland, der sich auf Lehmbau spezialisiert hat. Die Materialien für den Bau werden aus der Umgebung stammen. Ziegel aus der Erde, auf der das Haus stehen wird.“

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Auf der Suche nach dem Sinn

Wir schreiben das Jahr 3210. Auf der Erde, die nach ihrer zweiten Zerstörung bereits zum dritten Mal völlig neu erschaffen werden musste, tummelt sich wie eh und je die Krone der Schöpfung namens homo sapiens sapiens sapiensis, welche drauf und dran ist, einem vierten Schöpfungsprozedere den Boden zu bereiten: Grausame Atomkriege wüten auf weiten Teilen des Planeten, inmitten katastrophaler Auswirkungen des nunmehr zehnten fundamentalen Klimawandels. Während der Planet aus seinem letzten Loch pfeift, fristet ein Roboter namens Marvin bereits seit einigen Jahren sein seliges Dasein auf einer einsamen Insel (auf der sich allerdings auch unsere schier unverwüstliche Wanze nach der Aufzeichnung zahlloser unsinniger Gespräche unbemerkt zur Ruhe gesetzt hat). Eines Tages bekommt Marvin, als er sichtlich deprimiert gesenkten Hauptes auf einem kargen Felsen unweit der Küste hockt, unangemeldeten Besuch: Ein schwarzes Auto taucht mit einem atemberaubenden Turboboost-Manöver und einer handfesten Bruchlandung aus dem Nichts auf.

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Die Mutter aller Erfindungen

Nikola Tesla Wie bringt man einen Physiklehrer auf die Palme? Indem man ihm ein Perpetuum mobile vorführt.

Vor etwas mehr als drei Jahren war eine andere Welt nicht nur möglich, sondern zum Greifen nahe. Die Lösung für so ziemlich alle Probleme wurde gefunden – eigentlich zwar nur für das Energieproblem, aber da man für so ziemlich alles in der Welt (Wohlstand zum Beispiel) Energie benötigt, sieht dagegen selbst das tapfere Schneiderlein mit seinen läppischen sieben Fliegen alt aus. Damals ließ die irische Firma Steorn Enterprise eher unläppische 125.000 Euro für ein ganzseitiges Inserat im „Economist“ springen, in dem eine technische Errungenschaft angepriesen wurde, die es eigentlich laut den Gesetzen der Natur nicht geben kann.

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Sie läuft … und läuft … und läuft …

Für viele mag das Perpetuum mobile als eine sich immerfort bewegende Maschine den Stein der Weisen, das Ei des Kolumbus und darüber hinaus noch die Lösung aller Probleme darstellen. Vielen dürfte dahingehend der böse Physikunterricht eine herbe Enttäuschung beschert haben, denn eine solche Maschine gehört leider zu den zahllosen Dingen, die die Menschheit niemals zu Gesicht bekommen wird.

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Test der Turingmaschine

Über die Genialität einer Maschine, den Wahnsinn der Gesellschaft und die Künstlichkeit der Intelligenz

Entschlossen, einen umfassenden, informativen und fesselnden Artikel über Alan Turing und die Geschichte der nach ihm benannten Maschine zu schreiben, habe ich am Schreibtisch Platz genommen und erst einmal den Computer hochgefahren. Eine Maschine, deren Möglichkeiten unbegrenzt erscheinen (sofern sich nicht eine vermeintliche Auswirkung des sogenannten Halteproblems – nämlich ein Computerabsturz – einstellt) und deren Innenleben, wie der Volksmund weiß, doch nur aus „Nullen und Einsen“ besteht. Die Idee, die einem solchen Gerät zugrunde liegt, stammt freilich gerade von jenem Alan Turing, einem englischen Mathematiker, dessen abstrakte Arbeiten zur Berechenbarkeit von Funktionen eine rasante Entwicklung eingeleitet haben, deren Auswüchse nun in weniger abstrakter Form und weniger strukturierter und schlichter Schönheit (erwähnt sei hier ein gewisser B. Gates) unser (Arbeits-)Leben dominieren.

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Ihr Turing-Test

Uns beschleicht ein gräßlicher Verdacht. Irgendjemand liest zweifellos den Bagger, löst die Rätzel und füllt die Tests aus. Aber was ist – o Graus! –, wenn unsere Leser eigens zum Baggerlesen konstruierte Androiden sind oder gar nur virtuell existieren? Nicht daß wir da mit viel Mühe eine Zeitung machen, und dann wird sie nur vom Geheimdienst oder der Chinesenmafia durch irgendeinen Computer gedreht. Schlaue Programme können heutzutage eine etwa fünfzehnminütige Konversation aufrechterhalten, ehe der Gesprächspartner sie als Maschine enttarnt – Ihnen bleiben also nach Adam Riese, Pausen nicht eingerechnet, gut 64 Sekunden pro Frage. Entlasten Sie sich – beweisen Sie, daß Sie Mensch sind! [ENTER]

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Out of Control?

Ein Blick in die Zukunft. Auslöschung oder Unsterblichkeit? Cyborg oder Maschinensklave?

Während mau* in Büchern, Filmen, Comics und Computerspielen schon seit Jahrzehnten von menschenähnlichen Haushaltshilfen träumt und vor übermenschlichen Killerrobotern und diktatorischen Computersystemen zittert, scheint die Realität allmählich die Fiktion einzuholen. In vielen Bereichen könnte es nur noch eine Frage gar nicht mehr so langer Zeit sein, bis uns menschgeschaffene Systeme ein- und überholen. Was passiert, wenn Wissenschaften und Verfahren wie Kybernetik, Robotik, Gentechnik und Nanotechnologie zusammenfinden und tatsächlich künstliche Intelligenz entsteht, die der menschlichen ebenbürtig werden kann?

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