Afrika

Viktoriabarsch und Waffenhandel

Viktoriasee

Wie Fischfang Menschen fesselt, wie strukturelle Ausbeutung ganz unbemerkt Millionen tötet.

In Ausgabe No. 2 vom Mai 2007 berichteten wir über die Situation in der D.R. Kongo. Allzu viel hat sich dort seitdem nicht zum Besseren gewandelt. Zeit also, wieder darüber zu berichten. Letztes Mal war der Rohstoffhandel Ausgangspunkt der Betrachtungen. Um weiter unterhaltsam zu bleiben, wollen wir diesmal einen anderen Blickwinkel wählen. Wie wär’s mit Welthandel und Waffengeschäft?

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Der geplatzte Fußball-Traum

Es ist der Traum vieler afrikanischer Kinder: Fußballstar werden und der Armut zuhause entfliehen. Europäische Talente-Scouts machen mit ihnen ein riesiges Geschäft.

„Tausende Talentscouts durchkämmen die provisorischen Fußballplätze in Afrika. Immer auf der Suche nach dem einen fantastischen Spieler, der dem Scout zu Reichtum verhelfen kann. Für so ein Wunderkind zahlen die Klubs zwischen sechs und sieben Millionen Euro“, erzählt Lars Madsen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich eine regelrechte Industrie um die Fußballtalente gebildet, mit einigen wenigen Gewinnern – und vielen Verlierern.

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Korruption

KorruptionKorruption ist böse. Korruption macht Demokratie kaputt. Korruption führt zu Armut. Korruption hält Armut aufrecht. Korruption führt zu Unfreiheit und verhindert (Lebens-)Freude (umgekehrt jedoch bei den Korrupten). Und – Korruption verhindert ehrliches Bagger-Schreiben!

Vorgestern hielten mich in der Wickenburggasse im Wiener achten Bezirk zwei Männer mit dunklen Brillen sanft an. Die Taschen ihrer Mäntel waren ausgebeult. Sie sahen meinen Blick: „Die Taschen sind ausgebuchtet, es sind jedoch keine Buchteln drinnen, Metall kann mau nicht essen“, knurrte einer, der mit einem Schnauzbart. „Diese Buchtel gibt meinen Wörtern Wuchtel! Das Manuskript, dalli!“, murrte der andere, der mit einer Narbe. Ich händigte ihnen das Manuskript des Enthüllungsartikels über Korruption bei * aus. „Brav“, grummelte der Schnauzer. „Ganz anders schreiben, nichts Konkretes erwähnen, uns schon gar nicht, sonst bum-bum!“, brummte die Narbe.

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Wasserspiele fürs Leben

karusellÜber eine Milliarde Menschen hat heute keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. PlayPumps International versucht bislang erfolgreich dieses und andere Probleme spielerisch zu lösen.

Vor knapp 20 Jahren entdeckte der südafrikanische Werbeunternehmer Trevor Fields auf einem Markt eine Bewässerungspumpe, die durch ein kleines Kinderkarussell angetrieben wurde. Eine hübsche Idee, die er in seinem Kopf weiterentwickelte. Er dachte sich daneben noch einen kleinen Wasserturm, umhüllte diesen mit Plakatwänden, und schloss daran einen Wasserhahn an. Und weil die Idee so bestechend wie einfach war, redete er mit Kollegen darüber, suchte Unterstützung bei verschiedenen Unternehmen und Institutionen, lizenzierte das ursprüngliche Pumpensystem und ließ es weiterentwickeln. Die ersten zwei Systeme konnten schließlich 1994 installiert werden und in den nächsten drei Jahren stieg ihre Anzahl auf 20. Neben der Versorgung der Bevölkerung mit trinkbarem Grundwasser erfüllten die Anlagen auch eine aufklärerische Funktion, denn zwei der vier Plakatwände waren für loveLife, die südafrikanische HIV-Präventionskampagne, reserviert. Finanziert wurde die Errichtung durch Spenden, für die Wartungskosten sorgten die Werbeeinnahmen, der Betrieb wurde durch spielende Kinder gewährleistet. Ein nettes, innovatives Entwicklungshilfeprojekt.

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Netzwerkgeschichten

Was ein nicht mehr wegzudenkender Alltagsgegenstand mit Armut und Bürgerkriegen in Afrika zu tun hat.

Netze verbinden

Zugegeben, ein Handy ist schon was Praktisches. Vielleicht sind es gerade diese Dinger, die das soziale Leben in den 90er-Jahren am stärksten verändert haben. Das gesamte Leben lässt sich bei Weitem flexibler und einfacher gestalten. Ist mau zum Beispiel über drei Ecken zu einer tollen Party eingeladen, hat aber, weil das alles so kompliziert war, vergessen, die genaue Adres­se zu erfragen, dann genügt – wenn mau ori­en­­tierungslos an der U-Bahn-Station steht – ein Anruf und schon wird einem der Weg zum Ort des Geschehens bis ins letzte Detail erklärt. Steht mau dann vor der Haustür und bemerkt durch das schon freundlich und einladend auf die Straße dringende lustige Ge­lärme, dass es sehr wohl die richtige ist, aller­dings keine Ahnung von der Türnummer hat – wieder derselbe Lösungs­weg:

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