Geschichte

Was in der Geschichte begraben liegt

begrabenEin Streifzug hinter die Kulissen verschiedener Diskursmechanismen rund um Abfall und Reste vergangener Zeiten und auf die Kehrseite vorgefertigter Meinungen, die von alten Bildern gespeist werden. Für Gabi Teichert und das Knie.

Zur Veranschaulichung: Szenario ist ein Feld aus erdigen Brocken. Angerollt kommen große, auf Gleisketten laufende Maschinen mit kräftigen Turbinen und mächtigen Schaufeln. Sie graben das Gelände um. Stetig schneidet das Eisen ins Erdreich und wirft es auf. Zurück bleiben gigantische Maulwurfshügel, die zugleich in die nächste Schaufel wandern oder unter dem Gewicht der Maschinen plattgewalzt werden.

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Die Blumenhochzeit

Es gibt ein Buch, es ist ein Märchen und ist es doch nicht – es ist eine Geschichte, die ohne Menschen und Tiere auskommt. Sie lebt ganz von den Pflanzen und purer Phantasie. Dieses „Märchen“ von dem hier die Rede ist; stammt von Eliza Orzeszkowa die 1910 gestorben ist und dieses Märchen soll angeblich auch politische Dimension besitzen.

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Das Werk aller Werke

Diaphanes Verlag hat 2008 ein Buch verlegt mit dem Titel “ Archäologie des Kinos. Gedächtnis des Jahrhunderts”, es beginnt mit einem Gespräch zwischen Youssef Ishaghpour und Godard und war auf französisch schon 2000 zu haben. Für die Übersetzung der 108 Seiten hat man wohl 8 Jahre gebraucht oder aber es wurde herumgezickt.

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Rezension: Patrik Ouředník – Europeana

Der Autor ist ein gebürtiger Tscheche – mütterlicherseits ein Halbfranzose – und lebt seit 1985 als Schriftsteller und Übersetzer in Paris. In der CSSR arbeitete er als Lager­arbeiter, Briefträger und Sanitäter. Er übersetzte unter anderem Werke von Beckett, Rabelais, Jarry und Queneau ins Tschechische. Sein schmales Bändchen Europeana beschreibt die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ouředník ist ein ironischer Beobachter – versucht ein einziges rele­vantes Ereignis zu finden, das er nicht erwähnt! Er könnte vielen HistorikerInnen einiges beibringen: Er labert nämlich nicht. Keine eigenen Hirngespinste.
Wir erfahren nicht nur die Geschehnisse des Jahrhunderts eins nach dem anderen, sondern auch die verschiedenen Inter­pretationen: „Manche Philosophen sagen ... “ „Andere meinen wiederum ...“ Wir lesen Details über Kriege, die unsere VorfahrInnen geführt haben, über den Ursprung der Barbie­puppe und Fortschritte in der Technologie und Kultur, über Verhütung, über verschwiegene Details wie Zwangssterilisierung der Romafrauen im Ostblock, über den Holocaust und das Holocaustmahnmal in Berlin. Vom Dadaismus bis zur Postmoderne wird alles mit der gleichen Leichtigkeit und krampflosen Ironie beschrieben. Sodass wir denken können: Dieser Schriftsteller ist naiv und infantil.
Ouředník fängt mit den amerikanischen Gefallenen in der Normandie an, die aufgereiht ein Länge von 38 km ergeben würden, und endet mit der Bemerkung, dass jemand das Ende der Geschichte erklärte. Da die Menschen aber davon nichts gehört hätten, machen sie weiter, als ob nichts passiert wäre.
Immerhin wurde er – geboren 1957 – eine lange Zeit seines Lebens von der Unfrei­heit des Ostblocks geprägt; seine Sprache erinnert ein wenig an den „Guter-Soldat-Schweyck“-Autoren Jaroslav Hašek.
Geschichte ist eine tragikomische Angelegenheit, sagt er in einem Interview, sie können bei der Lektüre lachen oder weinen.
Co vám říká slovo romantismus? -- Fujtajxl.

Europeana. Eine kurze Geschichte Europas im 20. Jahr­hundert von Patrik Ouředník, 160 Seiten, Czernin-Verlag 2003.

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