Gesellschaft

Schuld und Sühne

Achtung!

Ich hab‘s ja eh immer schon gesagt, dass das nicht ewig so dahingehen kann, mit der Wirtschaft und so. Irgendwann hamma alle den Scherben auf, nur weil ein paar glauben, sie müssen auf Kosten der anderen leben. Man braucht ja nur mal auf der Landkarte nach unten schauen – nur auf der faulen Haut liegen und uns im Urlaub dagegen fleißig das Geld aus der Tasche ziehen, davon leben die! Und ich hab mir gedacht, dass uns nur die faulen Säcke im eigenen Land auf der Tasche liegen.

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Eigentum ist Diebstahl?

Pierre-Joseph Proudhon

Über die Grundlagen aller halbwegs modernen Staatsformen und über den Haken, den sie haben.

Das Zitat aus der Überschrift – wenn auch als These und nicht als Frage verfasst – ist mehr oder weniger allgemein bekannt. Weniger hingegen sein Urheber: Dabei war der Ökonom und Soziologe Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865), der als einer der ersten Vertreter des Anarchismus gilt, zu seiner Zeit ein viel gelesener Autor, stand mit Kollegen wie Karl Marx und Michail Bakunin in direktem Kontakt und engagierte sich als Mitglied der französischen Nationalversammlung politisch.

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Migration macht Gesellschaft

Migration (von latein. migratio „Wanderung“) bezeichnet in soziologischer Hinsicht jeden längerfristigen Wohnsitzwechsel einzelner oder vieler im geographischen und sozialen Raum. Wesentliche Faktoren für diesen Entschluss sind beispielsweise bessere Wohn- und Arbeitsverhältnisse, höhere Löhne, Sicherheit und demo­kratie­politische Aspekte oder persönliche Motivationen.

Der aktuelle Wiener Wahlkampf ist eingeläutet und Straches FPÖ hetzt in altbekannt blauer Manier mit „Mehr Mut für unser Wiener Blut. Zu viel Fremdes tut niemandem gut.“ Diese rassistische Kampagne sollte ein dunkelrotes Warnsignal für die österreichische Politik sein, um dem konstruierten „Feindbild Migration“ einen Riegel vorzuschieben und diese besorgniserregenden Entwicklungen öffentlich zur Sprache zu bringen.

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Der Basilisk im Eulenspiegel

basiliskDie Wanze hat sich im kühlen Gebälk eines alten Brunnens in der Wiener Innenstadt verkrochen. Ganz unerwartet tritt ein Herr in lustigem Aufzug heran und setzt sich müde an den Brunnenrand.

Eulenspiegel: Ein hübscher Brunnen und kein Mensch da, hier will ich rasten und mich ein wenig erholen. Es zehrt an den Kräften, der Gesellschaft permanent einen Spiegel vorzuhalten.
Stimme aus dem Brunnen: Verflucht, ein Spiegel!
E: Wer ist da? Kam das gerade aus dem Brunnen?
Stimme: Sagten Sie Spiegel?
E: Ja, sagte ich, aber das war metaphorisch gemeint. Wer sind Sie und was machen Sie in dem Brunnen?

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Schnittstellen. Eine Erzählung

Kapitel III

welches erzählt, wie sich unser trauriger Held aufrafft, um Einkäufe zu tätigen, nebst anderen Vorkommnissen*

Seit Tagen schon hatte ich nicht mehr das Haus verlassen; ich hatte keine Kraft zum Hinausgehen gehabt, oder ich hatte mir eingebildet, mir fehle die Kraft dazu.

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Hochbau: Richard Lugner

Richard Lugner „Die Baggerer sind da!“ Als wäre es gestern gewesen, klingt mir der Klang seiner lieblichen Stimme in den Ohren nach. So freundlich wurde das Bagger-Team noch selten begrüßt. Und das trotz der sichtlichen Enttäuschung, die dem guten Mann ins Gesicht geschrieben stand, als er uns zwei mickrige Gestalten da in seinem Vorraum warten sah. In mannhafter Würde jedoch stellte er sich seinem Schicksal und bat uns weiter.

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Rezension: Wladimir Kaminer - Ich bin kein Berliner. Ein Reiseführer für faule Touristen

Wladimir Kaminer gibt in diesem höchst amüsanten Buch einen Überblick über gesellschaftliche Stände und Missstände im Großstadtleben Berlins. Neben 33 schrägen Kurzgeschichten werden zudem touristische Tipps der etwas anderen Art geboten.

Wussten Sie, warum der Postmann in Berlin immer zweimal klingelt? Wie es um die kleinste Minderheit in Berlin steht? Oder warum Malewitsch lacht? Ein Nichtberliner und Exilrusse gibt Antworten, indem er die Stadt, das Leben und die Besonderheiten Berlins mit einer dezenten Außenansicht auf die Schaufel nimmt. Als kühner Beobachter am Rande versteht es Kaminer, Absurditäten und Banalitäten des Alltagslebens gleichermaßen zu parodieren und diese mit Geschichten und Erlebnissen auszuschmücken. Am Ende jedes Kurzkapitels werden die LeserInnen mit Tipps verwöhnt, welche das Buch neben einer witzigen Lektüre zu einem ungewöhnlichen Reiseführer umfunktionieren und einen Besuch schmackhaft machen.
Diese Buch sei jedoch nicht unbedingt nur Reisefreudigen empfohlen (Wenn Sie z.B. etwas über die Geschichte des Brandenburger Tors wissen wollen, sollten Sie eher herkömmliche Reiseführer zu Rate ziehen), sondern bietet generell eine unterhaltsame Lektüre über die kleinen und großen Geschichten des Alltags. Mit Lachgarantie.

Ich bin kein Berliner. Ein Reiseführer für faule Touristen von Wladimir Kaminer, 252 Seiten, Goldmann Verlag 2007.

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