Krzysztof Kieslowski

Zwischenwelten

10 Gebote – 10 Filme: Ende der 80er-Jahre hat der polnische Regisseur Krzysztof Kieslowski den Dekalog verfilmt. Film Nummer acht ist ein kurzer Film über die Lüge.

Das Bild in Zofias Wohnung hängt schief. Sie richtet es zurecht, dreht die Landschaftsmalerei im goldenen Rahmen, bis sie waagrecht an der Wand hängt. Immer wieder, denn kaum hat sie sich umgedreht, einige Schritte entfernt, verrät ein Geräusch das Zurückrutschen des Bildes. In Zofias Leben gibt es einiges, das sich partout nicht zurechtrücken lässt und sie immer wieder aus dem Lot bringt. Und das, obwohl oder gerade weil sie Ethikprofessorin an der Universität Warschau ist. Eigentlich sollte sie genau Bescheid wissen über „richtiges“ Verhalten und „unrichtiges“. Aber haben nicht auch EthikprofessorInnen das Recht darauf, Unrecht zu begehen, manchmal schief zu liegen?

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Über das Recht auf Unrecht

Krzysztof Kieslowskis Film „Drei Farben Rot“ (1994) ist der letzte Teil seiner Farben-Trilogie, nach „Drei Farben Blau“ (1993) und „Drei Farben Weiß“ (1994). Ein Film, der die Aussagekraft des Kinos bestätigt.

Eine Hand ergreift den Hörer, die andere drückt die Tasten. Man hört das Anwählen des Apparates. Und sieht den Weg der Töne, von einem Apparat zum nächsten: Die Kamera gleitet das Telefonkabel entlang, bis zur Wand. Wir sind im Kabel, alles dreht sich, Farben und Formen verschwimmen, Schnelligkeit. Kabelrohre führen uns ins Wasser, und wieder heraus, hinein in unterirdische Schächte, bis ans andere Ende. Besetzt.
So beginnt Krzysztof Kieslowskis Film „Drei Farben Rot“.

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