Paradies
Fotoserie: Paradies
Die Fotoserie Paradies der neunten Ausgabe des Baggers von Alexander Gebetsroither (photocase|.daumenkino), Graz.

Adam Ries im Paradies
Eine Ballade von der Schöpfung der Zahlen
Es schufen einst die Götter Welten, gänzlich ohne Zahl
Sie schufen Sonnen, Monde, Sterne, Meere, Berg und Tal
Auch waren diese Erdenrunde voll von Paradiesen
Und Menschen wurden dort geformt, genannt: Die Adam Riesen
Es kreucht’ und fleuchte viel Getier in unzählbarem Heere
Die Himmel schwarz von Vogelschwarm, von Fischen voll die Meere
Kafka, Gott und das unzerstörbare Paradies
Angenommen, „Gott“ ist ein Name. Wie der eines Schriftstellers beispielsweise oder eines Schauspielers. Angenommen, man erwähnt „Gott“, egal weshalb und völlig egal wo. Geistliche Kreise und Institutionen ausgenommen, wird man ein genervtes Seufzen hören, sobald man über einen gewissen „Gott“ zu sprechen beginnt. So als ob man „Pythagoras“ oder „Kafka“ gesagt hätte.
Über diesen gewissen „Gott“ scheint schon so viel gesagt worden zu sein, dass er einem wie ein nerviger, etwas gestörter Nachbar vorkommt, von dem man nicht immer weiß, ob er jetzt da ist oder nicht. Ob daran die religiösen Überlieferungen und ihre konsequent labilen Interpretationen und Interpreten schuld sind, weiß ich nicht. Selbst jetzt während des Schreibens dieser Zeilen bin ich sehr vorsichtig, denn seine Anhänger sind oftmals leicht gekränkt. Leichter ist es, Kafka, der in manchen Kreisen so unbeliebt wie Gott ist, vorzuschicken und sich hinter ihm zu verstecken.
→ zum ArtikelRalf König: Prototyp
„Vitamin C, Kalium, Pektine, Fruktose, Flavonoide, Phenolsäuren, Erkenntnis.“
Das sind die Inhaltsstoffe eines Apfels, aufgezählt von einer Stimme aus dem Himmel. Dabei ist die Erkenntnis nur durch einen göttlichen Betriebsunfall hineingeraten; fatalerweise, denn nachdem Adam in den Apfel gebissen hat (die gehörnte Schlange mit Namen Luzi kann natürlich nichts dafür), wird er sehr nachdenklich, zitiert abendländische Philosophie von Epikur bis Hoimar von Ditfurth und verfällt dem Atheismus. Zwangsläufig, würde ein Richard Dawkins meinen – in diesem Fall aber ein klarer Irrtum: Adam teilt sich die Comicseiten nicht nur mit dem Teufel, sondern auch mit Gott. Und (hallo, Darwin!) mit allerlei Getier, zum Beispiel einer Kurzhalsgiraffe.
→ zum Artikel


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