Paris

Der russische Camus

Nächtliche Wege

Gaito Gasdanow/Gazdanov wird als der Camus der Russen bezeichnet, vielleicht ist er aber auch einfach nur er selbst, einer der aus dem Exil geschrieben hat, ein St. Petersburger, der 1971 in Deutschland gestorben ist und viele Essays und Romane hinterlassen hat.
Beim Hanser Verag ist 2018 ein Roman von ihm erschienen bzw. neuübersetzt verlegt worden, der das Leben des Exilrussen in Paris nacherzählt – mit dem deutschen Titel "Nächtliche Wege."

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Die Vorstadt brennt (immer noch)

Nicolas Sarkozy, heutiger Marionetteur, versprach als damaliger Oberschlumpf (als Innenminister war er auch Polizeichef) im Vorwahlkampf die Vororte von Paris mit dem Kärcher vom Gesindel zu reinigen und hat mit diesem tölpeligen Löschversuch einen Superbrandbeschleuniger kreiert. Eineinhalb Jahre danach brennen die Banlieues immer noch, und die Grand Nation, scheint es, leckt heimlich mit besorgten Augen und erstaunt die Wunden.
Erlebnisbericht eines Wahlparisers kunterbunt vermengt mit persönlichen Eindrücken und intellektuellem Polemikausguß.

Heute erwärmen nicht mehr 800 brennende Autos pro Tag unseren Alltag hier, denn das Maß ist wieder ins Normale, sprich achtzig Autos pro Tag zurückgesunken. So fand sich gar bei uns, als wir einzogen, keine zwanzig Meter der Eingangstür entfernt, ein ausgebranntes Vehikel, ein Ausläufer der vorstädtischen Gewalt, ein Zungenschlag der Flammen hinein, über die Ringautobahn hinweg, bis zum Friedhof Père Lachaise, damit auch Voltaire und Jim Morrison etwas von der Party haben.

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