Philosophie

Nietzsche, die antiken Philosophen und die Therapeuten

Wer sich für Nietzsche, den sprachgewaltig(st)en Philosophen des 19. Jahrhunderts, interessiert, der darf auch über seine Antikenkenntnis staunen und deren Aneignung durch die Psychotherapie …

Wohl kaum ein Philosoph ist einer so großen Allgemeinheit bekannt wie Friedrich Nietzsche. Woran das liegt? Nietzsche brilliert sprachlich und ist inhaltlich äußerst wagemutig. Sein Ausruf „Gott ist tot!“ lässt ihn als Kritiker der Religion, allgemeiner: der unfrei machenden Systeme, erscheinen. Jahrzehnte später findet seine befreien wollende These Eingang ins Liedgut von Konstantin Wecker, der da summt: „Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind.“

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Werte und ihre Umwertung

Katz und MausZum guten Ton im zwischenmenschlichen Umgang. Und über die beiden Tonarten.

Als im September 2001 in New York das World Trade Center zusammenstürzte, war relativ bald klar, wer den Anschlag verübt haben muss: Islamisten, in Bewegung gesetzt durch Bin Ladens Netzwerk Al Kaida. Insbesondere George W. Bush, Sohn von George H.W. Bush und zu dieser Zeit Präsident der USA, wollte aber gerne noch jemand anderen in der Verantwortung sehen. Schon am 14. September erwähnte er gegenüber Tony Blair, Premier Großbritanniens, eine mögliche Verbindung zwischen Al Kaida und Saddam Hussein, dem langjährigen Diktator des Irak, gegen den bereits sein Vater Krieg geführt hatte.

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Ein kleiner Streifzug durch die Psychotherapie

Wer in unseren Tagen für seine Psyche Hilfe sucht, kann auf ein großes Angebot zählen – braucht aber auch Orientierung, um nicht an falschen Türen anzuklopfen …

Wir leben in einer unruhigen Zeit mit mannigfaltigen Anforderungen, die an uns gestellt werden. Viele Menschen nehmen den Kampf im (und hoffentlich nicht gegen das) Leben als gegeben hin. Manche mögen sich aber nicht mit dem eingehandelten „status quo“ arrangieren oder fühlen sich inzwischen schlichtweg unfähig, in irgendeiner Form weiterzumachen.

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Ist Glück berechenbar?

Ob man Glück und sein Eintreten wirklich berechnen kann ist eine schwierige Frage. Die Philosophen des Utilitarismus wagten eine bejahende Antwort. Wie eine solche Glücksrechnung aussieht, will nachfolgender Artikel zeigen – Mitrechner sind herzlich eingeladen gedanklich mitzutun!

Jeremy Bentham und John Stuart Mill gelten als die Hauptvertreter der philosophischen Strömung des Utilitarismus. Sie forderten das „größte Glück“ für die „größte Zahl“ an Menschen. Dies war in Zeiten der sozialen und industriellen Frage des 18. und 19. Jahrhunderts eine revolutionäre und gut gemeinte Forderung. Doch was ist Glück und wie erlangt die Menge dieses Glück?

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Auf der Suche nach dem Sinn

Wir schreiben das Jahr 3210. Auf der Erde, die nach ihrer zweiten Zerstörung bereits zum dritten Mal völlig neu erschaffen werden musste, tummelt sich wie eh und je die Krone der Schöpfung namens homo sapiens sapiens sapiensis, welche drauf und dran ist, einem vierten Schöpfungsprozedere den Boden zu bereiten: Grausame Atomkriege wüten auf weiten Teilen des Planeten, inmitten katastrophaler Auswirkungen des nunmehr zehnten fundamentalen Klimawandels. Während der Planet aus seinem letzten Loch pfeift, fristet ein Roboter namens Marvin bereits seit einigen Jahren sein seliges Dasein auf einer einsamen Insel (auf der sich allerdings auch unsere schier unverwüstliche Wanze nach der Aufzeichnung zahlloser unsinniger Gespräche unbemerkt zur Ruhe gesetzt hat). Eines Tages bekommt Marvin, als er sichtlich deprimiert gesenkten Hauptes auf einem kargen Felsen unweit der Küste hockt, unangemeldeten Besuch: Ein schwarzes Auto taucht mit einem atemberaubenden Turboboost-Manöver und einer handfesten Bruchlandung aus dem Nichts auf.

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Connie Palmen

Annäherungen an eine philosophische Schriftstellerin

Es begann mit der Lektüre von „I.M.“ – dem Buch, in dem die Niederländerin ihre Beziehung zu Ischa Meijer auf berührende Art vom verliebten Beginn über das ungeheuer schöne aufrichtige Miteinandersein zweier intelligenter Zeitgenossen bis hin zum schmerzhaften Totalverlust schildert und uns an Liebe und Trauer teilhaben lässt. Es ging weiter mit der „Erbschaft“ – dem Buch, in dem die Philosophieabsolventin über die Macht der Geschichten und Grundemotionen schreibt und zugleich eine außergewöhnliche Beziehung des Gebens und Nehmens vorstellt. Es endete vorläufig mit der „Freundschaft“, wiederum ein Für-den-Anderen-Sein thematisierend, eine große Familiengeschichte aufrollend, die die Freundschaft zweier junger süchtiger (suchender) Frauen und ihren befreienden Bruch erklärbar macht. Es wird weitergehen mit den „Gesetzen“, wo sieben ihr untergekommene Männertypen abgeklopft werden … – meine unchronologische Lesereise durch Palmens Oeuvre.

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Philosophen lügen nicht ...

PhilosophWenn eine Berufsgruppe (neben der der Theologen) gemeinhin als Garant der Redlichkeit gilt, so ist es die der Philosophen. Wie sollen Menschen, die meist eine lange Zeit ihres Lebens die verschiedenen Moralkonzeptionen der vergangenen 25 Jahrhunderte studieren, es fertig bringen ihre Mitbürger dreist plump einfallsreich listig absichtlich vorteilsnehmend zu belügen? Wie sollten sie es schaffen (die Internalisierung zumindest einer Moralkonzeption vorausgesetzt – wenn nicht gar die Synthese vieler) sich selbst untreu zu werden?

Die Lüge ist nicht erlaubt. Punkt. Zu groß ist der Schaden, den sie im Gemeinwesen (auf Dauer) anrichten könnte, als dass man sich je auf eine Lügenerlaubnis geeinigt hätte.

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Philosophen auf der Straße – waren Sokrates und Diogenes Punks?

fpunkDie Punk-Ausstellung der Kunsthalle Wien (mit dem schönen Untertitel „No one is innocent“) soll Ausgangspunkt sein für die Frage wie und v.a. warum im Altertum manche Philosophen ebenso bewusst und gerne auf der Straße lebten wie in unseren Zeiten die Punks …

Wer auf der Straße als Lebensort angekommen ist, hat meistens nicht mehr viel zu lachen. Und in der Regel auch nichts mehr zu sagen – tut er oder sie es dennoch, reagieren wir abwehrend. Vermuten wir doch zumeist im Anderen den alkoholisierten Sandler, den halbkriminellen Tunichtgut, den allenfalls zu Bemitleidenden, der uns sein Leid klagen will. Doch wer will sich denn in seiner kostbaren Zeit mit diesen Ausgeschlossenen (vgl. hierzu das gleichnamige Buch von Heinz Bude erschienen im Hanser Verlag: Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft, 2008) befassen?

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Rezension: Wolfgang Tschirk - Vom Spiegel des Universums. Eine Geistesgeschichte der Mathematik.

kurze Beschreibung„Naturwissenschaftliche Theorien kommen und gehen.[…] Ganz anders ergeht es da der Mathematik.“ Wolfgang Tschirks logisches Nachfolgewerk des Buches „Vom Universum – eine Geistesgeschichte der Physik“ lädt zu einer Zeitreise durch die Geschichte einer Wissenschaft, die heutzutage w

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Feuer auf die Altäre

Heiße Debatte um ein Thema, das nie auskühlt.

Dieselbe Wanze, die der vorletzten Bagger-Ausgabe den Dialog „Viel Lärm ums Nichts“ beschert hat, war diesmal so indiskret, das Zweigespann Joachim und Thusnelda bei einer morgendlichen Unterhaltung zu belauschen (zum Glück erst beim Frühstück). Im Gegensatz zum vorigen ist dieser Dialog nicht fiktiv, sondern vollkommen real – sonst könnte er hier ja auch gar nicht stehen.

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