Rauchen

Neues Hüsteln im Rauchereck

Dank Schuldenkrise, die den finanziellen Klobus in den kapitalistischen Untergang fährt; dank Fukushimas nuklearem Aus-/Unfall; dank Bin Ladens Loch im Kopf, dank … was weiß ich, ist die österreichische Öffentlichkeit von einem wichtigen Thema abgelenkt: NichtraucherInnenschutz.

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Alkoholverbot am Oktoberfest

rauchenDer Nichtraucherschutz in Österreich: Ein Chaos. Schlechtes Vorbild ist mal wieder Bayern. In der dort herrschenden Anarchie muss mit allem gerechnet werden.

Mit den Alpha-Tieren des Bösen ist es wie mit dem mythologischen Ungeheuer Hydra: Schlägt man ihm einen Kopf ab, wachsen zwei nach. Sei es der Schulhof-Schläger, der Mafia-Pate oder Saddam Hussein – hat man das vermeintliche Übel beseitigt, geraten die negativen Energien in Unruhe. Und am Ende ist alles noch schlimmer. Warum also sollte es ausgerechnet mit der bayrischen, der ungeheuerlichen CSU anders verlaufen?

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Zigarette danach

Na, haben Sie jüngst wieder mal die Zigarette danach genossen? Ehrlich? Wenn, nein, ist’s nicht so schlimm. Versteh ich total, bin selbst ja auch strikter Nichtraucher, selbiges noch mehr im Bett. Für alle jene jedoch, die die Anfangsfrage mit einem zaghaften bis überzeugten Ja beantwortet haben, gilt überraschenderweise: Sie zählen zur Minder­heit!

Selbst unter Rauchern ist laut einer Statistik die Zigarette danach ganz und gar nicht gang und gäbe. Wenn man einer Studie des Kondomherstellers Durex Glauben schenken darf, verbringen über 80% der Paare das Nachspiel mit Kuscheln. Weitere 6% legen sich gleich schlafen und immerhin 5% denken vorher zumindest noch ans Duschen. Erstaunlich hingegen, dass je­doch nur jeder Vierzehnte nach dem Sex zum Glimmstengel greift.
Und das, obwohl man von Film und Fernsehen den Eindruck gewinnen könnte, zu jedem zweiten Bettgeflüster gehört die Zigarette danach. Zu schade nur, dass ausgerechnet in „Thank You for Smoking“ das gemeinsame, genussvoll- legére Raumschiff-Schäferstündchen zwischen Tom Cruise und Catherine Zeta-Jones doch nie realisiert wurde …

Eine nützliche Sache kann die Zigarette danach indes schon haben – sehr leicht lässt sich dank ihr feststellen, ob der Nikotinhunger bereits die Oberhand in Ihrem Kleinhirn gewonnen hat. Wie? Ganz einfach, wenn Sie merken, dass Ihnen die Zigarette danach wichtiger ist als der Sex davor …

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Rezension: Thank you for Smoking

Der Lobbyist Nick Naylor hat es nicht leicht. Allein auf wei­ter Flur muss er die Tabakindustrie ge­gen Ge­sund­heits­­­or­ga­­nisationen, besorgte Mütter und Se­­na­toren, die mit an Lun­­genkrebs erkrankten Kin­dern „be­waffnet“ in Talk­shows antreten, be­schützen.
Doch mit „moralischer Flexibilität“ von Na­­tur aus ausgestattet, sind selbst solche Schwierigkeiten leicht zu bewältigen. Und wenn es mal wirklich hart auf hart geht, kann Nick noch seelischen Beistand bei seinen Freunden vom „MOD-Squad“ (Merchants Of Death) – ihres Zeichens Beauftragte der Alkohol- und Waffenindustrie – suchen.
Es ist bemerkenswert, dass in einem ein­einhalbstündigen Film, in dem sich pausenlos alles ums Rauchen dreht, keiner der Darsteller je auf die Idee kommen würde, selbst nach einem „Vitaminstangerl“ zu greifen.
Der Regisseur schafft es, selbst bei den Nichtrauchern unter den Zusehern Ver­ständnis und sogar Mitgefühl für die arme, von allen Seiten verteufelte Tabakindustrie aufkommen zu lassen. Es klingt ja auch wir­klich plausibel, dass diese um die Gesundheit ihrer Kunden sehr besorgt ist, da tote Rau­cher bekanntlich keine kaufkräftigen Kon­sumenten mehr sind.
In einer Zeit, in der die Behandlung „ernster“ Themen oft in Moralisierungen ausartet, ist Thank You For Smoking eine erfrischende Ausnahme. Nicht durch endlose Belehrungen, sondern durch witzige und schlagfertige Dia­loge wird gezeigt, wie sehr man durch gute Rhetorik Menschen beeinflussen kann.
Was wir aus diesem Film gelernt haben: Wer raucht, wird erschossen; nur Gangstern, Psychopathen und rückständigen Europäern sei dieses Laster zurzeit noch vergönnt.
Für diese Leistung erhält Thank You For Smoking 4 von 5 Bagger-Tschik. al&ez

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Rezension: Smoke und Blue in the Face – Welcome to Planet Brooklyn

Schriftsteller Paul Auster, bekannt für seine literarischen Verwirrspiele (Stadt aus Glas, Buch der Illusionen etc.), und Regisseur Wayne Wang haben sich 1995 zusammengetan, um zwei Filme über einen Tabakladen, vor allem aber über den New Yorker Stadtteil Brooklyn zu machen.

Auggie Wren (Harvey Keitel) ist Verkäufer in einem kleinen Kiosk in Brooklyn. Smoke erzählt Geschichten von ihm und seinen Kunden und Freunden. Da gibt es den Schriftsteller Paul Benjamin (William Hurt), der versucht, den Tod seiner Frau zu überwinden, oder den gewitzten Jugendlichen Rashid Cole (Harold Perrineau Jr.) auf der Suche nach seinem Vater. Der Tabakladen ist gleichzeitig sozialer Treffpunkt wie Zentrum bzw. Ausgangspunkt der verschiedenen Erzählstränge.

Meist an Originalschauplätzen gedreht, wird die Handlung in ruhigen Bildern, mit viel Humor und großer Sympathie für jede einzelne Figur erzählt. Es ist ein Film der kleinen Schicksale und nicht der großen Helden, aber durch die zurückhaltende Kamera und das extrem gute Spiel von Schau­spielern wie William Hurt, Harvey Keitel und Forest Whitaker gehen die kleinen, auf den ersten Blick vielleicht unwichtig erscheinenden Episoden dem Zuschauer nahe. Zwischen den unterschiedlichen Episoden werden nicht zu viele unnötige Zusammenhänge konstruiert und es gibt auch am Ende kein außerordentliches Ereignis, welches alle Stränge zusammenführt, wie z.B. in Magnolia. Dafür steht am Schluss eine der schönsten Weihnachtsgeschichten, die traurigschöne Begegnung Auggies mit einer alten, blinden Frau.
Smoke ist ein schönes filmisches Beispiel dafür, wie sich im Kleinen das Große abbilden lässt. Die Episoden rund um den Tabakladen geraten zu einer verschrobenen, nichts beschönigenden Hommage an Brooklyn und seine Charaktere.

In Blue in the Face, eine Art Fortsetzungsfilm zu Smoke, gibt es weitere Szenen in Auggies Tabakladen zu sehen, die in Smoke keinen Platz mehr fanden. Vom beinahe gleichen Team in nur sechs Ta­gen gedreht, unterscheidet sich Blue in the Face atmosphärisch stark von Smoke: Die Situationskomik überwiegt, das Schauspiel ist meist improvisiert, dadurch drehen sich viele Szenen und Gespräche im Kreis, lustvoll wird Small Talk geführt. Außerdem wird mehr geraucht und noch mehr darüber geredet. So erinnert der Film in seiner lakonischen Handlung ein wenig an Coffee & Cigarettes.
Aber das Geschehen bleibt nicht auf den Tabak­laden beschränkt. Manchmal werden Interviews mit „echten“ Bewohnern von Brooklyn, die über sich und ihr Leben in diesem Stadtteil er­zählen, zwischengeschnitten bzw. wird dokumen­ta­risches Material von New York eingeblendet.
Außerdem gibt es einige amüsante Gastauftritte zu sehen: Jim Jarmusch raucht mit Auggie im Tabakladen seine letzte Zigarette und fragt sich, warum alle Nazis in Hollywoodfilmen auf die gleiche Art rauchen, Lou Reed erzählt von seinem Leben in Brooklyn und warum er sich in Schweden fürchten würde, Michael J. Fox ist verrückt und macht ebenso verrückte Umfragen („Schaust du dir deine Scheiße nach dem Kacken an, ja oder nein?“) und Roseanne ist eine unglückliche Ehefrau, die unbedingt nach Las Vegas will.

Besonders im Doppelpack sind die beiden Filme sehr empfehlenswert. Die DVD-Box mit Smoke und Blue in the Face hat aber leider außer der Selbstverständlichkeit des englischen Originaltons kein Zusatzmaterial zu bieten.

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Rezension: Imre von der Heydt – Rauchen Sie?

Rauchen Sie?Die Crux des Rezensionenschreibens ist die Notwendigkeit, das zu rezensierende Objekt – zumindest vom Anspruch her – genauestens unter die Lupe genommen haben zu müssen, um ein adäquates Urteil abgeben zu können. Vor diesem Anspruch versagt diese Rezension ... oder nein, sie deutet einfach im Vorhinein ihr Objekt um – Arbeitstitel: die Rezension eines Covers.

Eine stilisierte Zigarette vor schwarzem Grund – Farbsymbol der geteerten Lunge oder des nichtenden Nichts, zu dem für den Raucher im Angesicht einer Zigarette alles wird – qualmt einsam vor sich hin. Natürlich lebt dieses Cover von den Gegensätzen. Der Titel, dem schon in der lockeren Kursivschrift der Schein der Mündlichkeit zu eigen ist und der wahlweise als legerer Anbaggerspruch oder freundliche Einleitung für nervige Schnorrereien dienen kann, kontrastiert mit dem rationalen Anspruch einer Verteidigungsschrift im Untertitel, die in großen, festen Lettern schnörkellos in die schwarze Wand gemeißelt sich als unum­stöß­liches Manifest geriert. Dieser Rationalität steht allerdings wieder das Objekt der Apologetik ent­gegen: die Leidenschaft, ein Begriff, der die Unhinterfragbarkeit eines zwar persönlichen, aber vitalen Bedürfnisses suggeriert und dem zugleich die Aura erotischer Anziehungskraft anhaftet – die Optik des phallusartigen, leicht nach oben stehenden Lustobjekts (wer`s mag, metaphorisiere noch den Rauch) tut ihr Übriges. Dabei adelt ja schon der Autorenname das Laster – asso­ziiert der Leser doch edle, arrivierte Salon­gesellschaften, den krassen Gegen­satz zum heutigen Paradigma des Zigaret­tenrauchers, des Gossenrauchers, der in seinen Taschen nervös nach einer Zigarette fingert, um seine Sehn-Sucht zu befriedigen. Allerdings dezent zugleich nimmt sich der Autorenname in der Form aus: kleine Schrift in zurückhaltendem Orange-Braun-Dunkelgelb – als tue der Name nichts zur Sache, als sei er nur akzidentiell, als handele es sich bei dem Buch nicht um ein persönliches Statement, sondern, wie der monumentale weiße Untertitel ja schon andeutete um unantastbare Objektivität. Ebenso unaufdringlich wie der Autorenname prä­sentiert sich der Verlag als Fußnote am unteren Rand des Covers. Unterstützt und modifiziert die Art und Weise der visuellen Präsentation je für sich genommen die Informationen in ihrer Bedeutung, so wirkt die Präsentation in ihrer Gesamtheit als eine mehr spielerische Komposition: Die Alternation von Zigarettenfilter- und Zigarettenschaftfarbe in der Y-Achse, die das Farbvorbild der leicht ver­schobenen X-Achse in der Mitte des Covers, die Zigarette, zugleich wiederholt und ironisch bricht, indem es die Kluft zwischen Grafik und Schrift sowie zwischen X- und Y-Achse scheinbar mühelos überbrückt, zeugt zum einen vom Witz und zum anderen von der Komplexität der grafischen Kon­s­truktion.
Polarisierend dürfte das Cover in gestalt­psycho­logischer Hinsicht sein, visualisiert doch die Trichter­förmigkeit, welche von der breitesten ersten Zeile bis hin zur kürzesten letzten Zeile entsteht, je nach Blickwinkel des Rezipienten entweder den sich nach oben hin ausbreitenden Rauch – Sinnbild des Freiheit suchenden Genusses – oder aber den enger werdenden Lebensweg des Rau­chers. Das Cover verspricht also Zündstoff – und zwar nicht unbedingt den, der die Zigarette zum Glühen bringen könnte, sondern vielleicht den, der das feurige Gemüt des militanten Nichtrauchers anheizen könnte.
Hält das Buch, was das Cover verspricht?
Schaun’s doch nach.

Rauchen Sie? Verteidigung einer Leidenschaft von Imre von der Heydt, 255 Seiten, Dumont Literatur und Kunst Verlag 2005.

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Horoskop - Mai - Juli 2007

Nichtraucher

NichtraucherDa reden alle vom Nichtraucherschutz und Rauchverboten, und dann geschieht nichts. Kellner lassen heimlich ihre selbstauferlegten grünen Nichtraucherschildchen verschwinden, wenn eine aus den Mäulern stinkende Rauchermeute auftaucht, und mir nichts dir nichts sitzen Sie wieder im Qualm. Es wäre jedoch gefährlich, dafür die Obrigkeit zu beschuldigen: Verantwortlich dafür ist nämlich eigentlich der ungünstige Einfluss des Quäsars 3C273 auf Beamtengemüter. Es bleibt Ihnen also nichts übrig, als mit Arietis Hilfe weiterhin gegen das übelriechende Raucherpack zu wettern; oder Sie üben sich in Toleranz und der Kunst des Passivrauchens. Die dritte und einfachste Möglichkeit: Beginnen Sie selbst zu rauchen. Dieses Entgegenkommen kann Ihnen reich abgegolten werden durch neue Bekanntschaften und berufliche Anerkennung – oder aber Ihr/e (Ehe)-PartnerIn verlässt Sie, Sie werden depressiv und verlieren Ihren Job. Ein weiterer Nachteil: Dieser Schritt ist nur unter erschwerten Bedingungen reversibel.

Raucher

RaucherIn letzter Zeit beschleicht Sie immer häufiger das Gefühl, dass sich die Zeiten geändert haben – mit Recht! Früher war Rauchen noch cool und der Staat stolz auf seine zahlenden Raucher, heute spricht man allerorts von Rauchverboten und Nichtraucherschutz. Saturn gibt Ihnen und der Lobby Kraft, diese zunehmende Stigmatisierung zu ertragen. Bleiben Sie also ruhig und ignorieren Sie weiterhin alle schwarzumrahmten Warnschildchen. Ihre Pläne, das Laster aufzugeben, werden ohnehin vereitelt (Venus-Einfluss). Empfohlene Vorgangsweise: die Flucht nach vorne. Präsentieren Sie stolz ihre nikotingelben Fingernägel bei wichtigen Konferenzen und hauchen Sie der/dem Liebsten vergnügt den Rauch ins Gesicht (vielleicht bei einem romantischen Dinner?); bringen Sie Ihre Kinder mit Ihrem morgendlichen Raucherhusten zum Lachen! In Zukunft sollten Sie allerdings vermehrt auf Ihre Finanzen achten: Mdme Crystals Granitkugel (sie arbeitet grundsätzlich mit schwerem Gestein) kann weitere drastische Erhöhungen der Tabaksteuer nicht ausschließen.

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Tschik und Bier

Sie suchen nach einem erlesenen Schmankerl für Ihre Freunde? Ihre Schwiegereltern haben sich kurzfristig zum Essen angekündigt? Eines Ihrer Kinder feiert Geburtstag? Sie haben Ihre Nachbarn zum Brunch eingeladen?
Situationen, die einen immer wieder vor die gleiche Frage stellen. Was soll ich kochen, das schnell und einfach geht, aber doch eine gewisse Exklusivität vermittelt und garantiert ein Erfolg bei Jung und Alt wird?
Eine Erfolg versprechende Variante für alle diese Gelegenheiten, ein bewährtes und beliebtes Rezept soll heute vorgestellt werden:

Tschik und Bier (für 4–5 Personen)

Zutaten: 2–3 Kisten (Paletten) Bier
5 Packungen Zigaretten
1–3 Feuerzeuge (Packungen Zündhölzer)
1 Flaschenöffner (optional)

Zubereitung:

AschenbecherDie Flaschen (oder Dosen) Bier müssen bereits etwa eine Stunde vor Eintreffen der Gäste in den Kühlschrank gelegt werden. Optional können sie jedoch auch für etwa 15 Minuten im Gefrierschrank deponiert werden, dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Flaschen (Dosen) rechtzeitig wieder entnommen werden. Im Falle der Verwendung von Flaschen ist ein Öffner notwendig, jedoch kann optional auch zum Öffnen der Flaschen das Feuerzeug verwendet werden (ein bisschen Übung im Vorfeld garantiert den Erfolg). Die Zigaretten sollten von den Gästen in regelmäßigen Intervallen selbst entzündet werden, als galanter Gastgeber empfiehlt es sich aber, ab und zu „Feuer zu geben“ (vor allem bei Damen sehr beliebt). Zu beachten ist noch, dass bei jeder Bierentnahme aus dem Kühlschrank eine Flasche (Dose) nachgelegt wird, um ungebrochenen Genuss zu gewährleisten.

Somit bleibt nur noch gutes Gelingen zu wünschen und

Guten Appetit!

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Tiefbau: Rauchen

Ich finde Rauchen ja prinzipiell gut. Trotzdem gibt es daran eine Sache, die sehr ärgerlich ist: die Rauchverbotsdebatte. Man möge mir Vergesslichkeit vorwerfen, aber ich kann mich nicht erinnern, wann zuletzt im öffentlichen Diskurs eine derart un­ehr­liche Argumentation geführt wurde. Mir scheint, die stärksten Be­für­worter eines solchen Verbotes sind einerseits willensschwache Rau­cher, die seit ewigen Zeiten das Auf­hörenwollen nicht umzusetzen ver­mögen, und auf der anderen Seite Menschen, die ohnehin einen Lebenswandel pflegen, der sie nicht allzu oft in die Verlegenheit bringt, dass das Atmen mit Passiv­rauchen verbunden werden muss.
Im Gegenlager tummeln sich die erstaunlich schwa­chen Lobby­isten der Ta­bakindustrie, die ir­­gend­was von Freiheit und Men­schenrechten er­zählen.
Hätte sich nie jemand eine Zigarette angesteckt, wir hätten mehr Muße für notwendigere Diskussionen und man müsste sich das ganze aufgeregte Geschnatter nicht anhören. Außerdem wäre die Luft in Lokalen besser, aber das ist wieder ein anderes Thema.

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Hochbau: Rauchen

Die Römer saßen gemeinsam auf ihren Latrinen und unterhielten sich während der Verrichtung ihres Geschäftes. Unvorstellbare Sitten, und der Gestank, eine Beleidigung der Sinne! Noch bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts war es undenkbar, ohne Hut auf die Straße zu gehen, eine barhäuptige Gesellschaft im öffentlichen Raum wäre als inak­zeptabel und als Beleidigung für das Auge angesehen worden. Hätten Sie gerne einen Hirn-vom-lebenden-Affen-Verspeiser am Nebentisch? Alkohol im öffentlichen Raum? Bei uns: Ohne 16er-Blech bin i’s ned. In den USA: Pfuiteufel!

Und der Rauch? Um die vorletzte Jahr­hun­dertwende symbolisierten ver­rauch­te Räumlichkeiten die At­mo­sphäre des intellektuellen Bür­gertums. Einen Hauch von Welt(mannstum), einen Lebensstil, Wohlstand und An­sehen. Niemand wäre auf die Idee ge­kommen, zu hüsteln, die „tränenden“ Augen zu verdrehen oder die Kleider nach der Abendunterhaltung chemisch rei­nigen zu lassen.

Politik beeinflußt die Sinne! Weil uns weis­­gemacht wird, daß Rauchen ge­sund­heits­schädlich ist, stinkt Rauch plötz­lich, wer­­den rauchfreie Zonen gefordert, sind ver­rauchte Kleidungsstücke plötzlich nicht mehr tragbar. So wie die römischen Latrinen für uns Nichtgemeinsamscheißer stinken, stoßen sich die Nichtraucher plötzlich am blauen Dunst. Der Weg zurück: verbaut! Es ist viel leichter, jemanden glauben zu machen, daß ihn etwas stört, als umgekehrt.

So erweisen sich gerade die Gelüste der Nichtraucher als gesellschaftlich beeinflußt, ein Phänomen, das immer wieder gerne den Rauchern, vor allem im jugend­lichen Alter, nachgesagt wird. Sind wir wirklich so un­eigenständig, daß wir uns von der Politik unsere sinnliche Wahrnehmung vorschreiben lassen müssen?

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