Tibet



Fackeldrache und Papiertiger

Eine Brandrede, was sonst?

So mancher ist heute böse auf China und hätte gern einen Olympiaboykott gesehen. In den letzten Tagen, scheint es, zürnen sogar die alten Erdgötter und treten in Sichuan so fest gegen den Fußboden, daß in Peking die Reisschüsseln klirren. Vielleicht, weil Tibet nebenan liegt? Das böse China unterdrückt doch die lieben, friedfertigen Tibeter, oder?

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Ludi incipiant?

Von der biologisch-olympischen Schweinezucht, dem grünen Specht und dem erlassenen Spuckverbot bis zu „Vogelnest“ und „Wasserwürfel“.

Peking gleicht einem Ameisenbau: Sehenswürdigkeiten wurden renoviert, alte Hutongs mussten Wolkenkratzern weichen, Peking wird auf Hochglanz poliert. Ob der 08.08.08 um 08:08 Uhr abends, der Achter als Glückszahl der Chinesen, die erhoffte positive Bilanz für Wirtschaft und Image bringt?

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Ein weder link- noch rechtes Un-Eck

Eigentlich ist das linke (oder rechte) Eck eine ganz normale Kolumne mit einseitiger Meinung. Aufgrund der Strittigkeit des Themas aber haben wir es diesmal um die darauf bezogene, redaktionsinterne Auseinandersetzung zwischen Autor va und Kritikerin as erweitert. (Erste Einrückung: Einwände von as; zweite Einrückung: Antworten von va.)

Wohl wenige Themen werden so polarisiert diskutiert wie die Tibetfrage. Da gibt es einerseits die China-EuphorikerInnen, die, begeistert von der aufsteigenden Weltmacht, die Befreiung der Bevölkerung Tibets von ihren blutrünstigen Herrschern, Leibeigenschaft religiöser Versklavung preisen und auf die Modernisierung, die sonst nie möglich gewesen wäre, hinweisen. Auf der anderen Seite stehen die Tibet-Romantiker­Innen, die nie müde werden ihr großes Idol Tenzin Gyatso, den 14. Dalai Lama, zu unterstützen und aufzuzeigen, welche Verbrechen die chinesischen Unterdrücker am tibetischen Volk und seiner Kultur begehen. In Wirklichkeit stimmt beides und beide Gruppen haben Unrecht.

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Bagger am Dach der Welt

Seit bald 50 Jahren ist Tibet nun von China, je nachdem, wessen Standpunkt eingenommen wird, besetzt oder befreit und unterläuft einen Modernisierungs- oder Zerstörungsprozess.

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