Nickname: Winterkirsche
Kommt aus: Baden-Württemberg, Freudenstadt
Alter: 40
Geschlecht: Frau
Haarfarbe: dunkelblond
Augenfarbe: grün
Sternzeichen: Steinbock
Körpergröße: 180
Figur: ein paar Kilo zuviel
Ausbildung: Abgeschlossenes Studium
Geschlecht (begehrtes): Männer
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Welcher Hobby-Gärtner würde sich nicht am Anblick einer prächtigen Prunus subhirtella Autumnalis Rosea – zu Deutsch: Winterkirsche – in seinem sorgsam gepflegten Blumenhain erfreuen? Die leicht rosa getönten Blüten der ursprünglich japanischen Pflanze mögen zwar reizvoll duften und lieblich anzusehen sein, doch sind die Früchte, von denen hier gesprochen werden soll, ganz anderer Natur. In Teilen Deutschlands als Klabusterbeere berüchtigt, brandmarkt man sie mancherorts auch mit Begriffen wie Arschknattl, Arschmurmel, Klabusterperle, Klabusterbällchen, Sesselkirsche oder Poperzenkrümmel. Die made-in-Germany-Variante der zutiefst österreichischen Winterkirsche leitet sich vom Ausdruck klabustern ab, der wiederum eng mit klabautern, d.h. poltern verwandt ist und das Geräusch bezeichnet, mit dem sich ein Klabautermann bemerkbar macht. Was genau die gemeine Klabusterbeere mit diesem üblen Gesellen vieler Schnaps-durchtränkter Seemanns-Garne verbindet, lässt sich nur ungefähr erahnen. Bestimmt ist auch sie ein unliebsamer Gast, jedoch an einem finstereren Ort, der, in Kraftausdrücken zur Geltung kommend, dem Objekt der Beschimpfung meist verbal ins Gesicht gehalten wird. Vielleicht hat der Kabarettist Helmut Qualtinger auch an Sesselkirschen gedacht, als er das Heurigen-Lied „Bei mir sads alle im Orsch daham“ gröhlte.
Irrtümlicherweise werden Winterkirschen in der Umgangssprache manchmal für Hämorroiden gehalten, mit denen sie in etwa so viel gemeinsam haben wie das Gurkerl mit dem Leberkäse in einem Leberkäs’-Semmerl. Nachdem Letztere den Verdauungsapparat erfolgreich durchschritten hat, können ihre schlampig gewischten Rückstände den idealen Grundstock einer „Autumnalis Rosetta“ bilden. Gemeinsam mit Haaren, Kleidungs- und Klopapierfusseln stellen sie die Haupt-Zutaten des unliebsamen Früchtchens dar. Unliebsam deshalb, weil die Winterkirschen-Ernte eine äußerst schmerzhafte Prozedur sein kann, vor allem dann, wenn sich das Klabusterbeerchen in einem Popo-Haar verfangen- und darin verfilzt hat.
Ob die 40-jährige Single-Frau aus Baden-Württemberg, deren Inserat ich in der Partner-Börse „I love – Dating, Flirten, Freunde finden“ erhaschen durfte, einen anderen Nickname gewählt hätte, wenn sie wüsste, was Winterkirsche hierzulande bedeutet?
Und, wäre ihr der Bagger zu Augen gekommen, hätte sie dann in der Mischmaschine unter dem Kennwort „Klabusterbeere“ inseriert?
Diese und andere Fragen sollen in der nächsten Bagger-Redaktionssitzung bei einer Tasse Früchtetee Winterkirsche wohl besser nicht erörtert werden.