Symmetrie

Das seltsame Spiegelbild des Universums

Die Welt steckt voller augenscheinlicher und verborgener Symmetrien; spannend wird es aber oft dort, wo Symmetrien gebrochen werden. Eine kurze Geschichte der verletzten Invarianzen.

Das menschliche Auge und sein Bildentstehungszentrum Gehirn suchen in allem Wahrgenommenen nach Mustern und Formen, nach Strukturen und Symmetrien. Ebenmaße (gr. symmetria) fallen zwar unmittelbar auf, langweilen aber gleichermaßen schnell. In diesem Sinne könnte behauptet werden, dass allzu symmetrische Arrangements oder sich selbst reproduzierende Muster im Allgemeinen als synthetisch aufgefasst werden, wenngleich Regeln von Bildästhetik und Bildkomposition freilich den jeweils herrschenden Kunst­auffassungen unterliegen.

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Ein schwarzes Schaf für Santa Claus

Schwarzes Schaf
Asymmetrie und wie sie uns überlistet.

Können Sie in Spiegelschrift schreiben, wie Leonardo da Vinci? – Doch. Nehmen Sie einen Stift in Ihre bevorzugte Schreibhand, und halten Sie sich mit der anderen einen Notizblock vor die Stirn. Jetzt führen Sie den Stift zum Block und schreiben groß (von mir aus in Blockschrift) Ihren Vornamen drauf. Nehmen Sie den Block herunter, und lesen Sie nach. Wenn Sie so sind wie die meisten Menschen, haben Sie gerade Ihren Namen in Spiegelschrift geschrieben, ohne es zu merken. Sollten Sie geschummelt und dabei in den Spiegel geschaut haben, haben Sie die Schrift im Spiegel richtig herum gesehen. Leonardo schrieb natürlich nicht vor der Stirn, sondern ganz normal auf einem Pult – spiegelverkehrt, damit niemand seine Aufzeichnungen lesen konnte. Heute trifft man manchmal Volksschüler, die zum Spaß dasselbe machen – vor etlichen hundert Jahren, als die wenigsten Leute lesen konnten, war der Geheimhaltungseffekt größer.

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