Ägypten

Filmempfehlungen am Jahresende

Zwei Dokumentarfilmchen, auf die man schon während der Viennale linsen konnte, laufen seit November auch in den hiesigen Kinos: Wer also American Passages von Ruth Beckermann und Tahrir Liberation Square von Stefano Savona noch nicht gesehen hat,  möge sie sich doch hiermit wärmstens ans Herz legen lassen und sich bei nächster Gelegenheit ins Kino des Vertrauens begeben.

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Entkettenhundisierung

Armes Europa. Da hat es jahrzehntelang an seiner Festung gebaut und plötzlich zerbröseln mir nichts dir nichts die gut durchdachten Wehranlagen jenseits des Burggrabens.
Es tritt sich ja bekanntlich immer leichter nach unten als nach oben. Also hat sich der Norden Europas am Süden abgeputzt und ihm per Erstlandregelung in der Migrationsfrage den schwarzen Peter zugeschoben: Asylanträge müssen immer in dem Land gestellt werden, in dem zuerst EU-Boden betreten wurde. Für Staaten wie Griechenland – und mehr noch für die dortigen Ankömmlinge – eine Katastrophe.

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Unliebsame Nachbarn

kairoWie mit ihnen umzugehen ist und wie sie zu Fall kommen. Mit Empfehlungen aus Kautalyas Arthaśastra.

Wir kennen das ja aus dem Alltag. Immer wieder kommt es vor: Da zieht in die Wohnung nebenan ein neuer Mieter ein und vom ersten Tag an haben wir eine böse Vorahnung, die mit jeder Begegnung mehr und mehr zur sicheren Gewiss­heit wird. Es fängt damit an, dass er seinen Mist vor der Türe stehen lässt, dubiose Gestalten gehen bei ihm ein und aus und zu den unheiligsten Stunden dringen belästigende oder gar beunruhigende Geräusche durch die Wände, komische Gerüche durch die Türen und un­heimliche Vermutungen durch die Gehirn­windungen. Gar nicht auszudenken, was der Kerl so in seinem Keller­abteil lagert … Da bleibt nur eines – wir gehen zum Gegen­angriff über: Aus-dem-Weg-Gehen, Nicht-Grüßen, Be­schwer­de­briefe an die Haus­ver­waltung, nächtliche Gegen-Beschallung mit ausgewählten Kost­bar­keiten aus der 70er-Jahre-Platten­sammlung, bei zum Lüften geöffneter Wohnungs­türe Kuttel­suppe kochen …

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Hosni im Verbenwunderland

„Wie heißt Kuhstall auf arabisch?“ – „Muh-barack.“ (Uralt-Witz)

„Ich verbe gerne Wörter. Verben skurrilt die Sprache“, bemerkte einst Calvin zu seinem Tiger Hobbes. In den letzten Tagen hat die arabische Welt – zumindest soweit sie in englischer Sprache bloggt – den Familiennamen des ägyptischen Ex-Präsidenten geverbt. „To mubarak“ bedeutet jetzt „kleben“ – am Sessel oder anderswo. „Mubarak die Scherben zusammen, vielleicht kann man den Topf nachher noch brauchen.“ „Now we must all mubarak together.“ Stick together, soll das natürlich heißen. Oder auch als Gewaltandrohung: „Ich mubarak’ dir eine, daß du an der Wand mubarakst.“

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