Ja Panik!

Ja, Panik – The Angst and the Money (2009/Schönwetter)

Ja, Panik! - The Angst and the Money Ja, Panik kommen auf Album Nr. 3 in einem ziemlich sexy Outfit daher. War das Vorgängerwerk eher schroff, so wurden die Aufnahmen diesmal etwas aerodynamischer angelegt. Damit macht sich die Band aber nicht nur radiofreundlicher, sondern das steht den Songs auch wirklich sehr gut. Das Klangspektrum macht deutlich weiter auf und verhilft damit der Kontingenz (ich hasse das Wort, aber hier paßt es!) der spechtlschen Zeilen noch mehr zu ihrem Recht als zuvor.

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Das bisschen Dekadenz wird uns nicht schaden: JA, PANIK

Ja, Panik ist zur Zeit vielleicht die zwingendste Band des Landes und das nicht ohne Grund: auf ihrem Zweitlingswerk The Taste And The Money (Schönwetter 2007) demonstrieren sie neben musikalischen Qualitäten (die Platte knallt!) auch inhaltliche Grösse (die Platte trifft!). Grund genug, sich den Texter, Gitarristen und Sänger Andreas Spechtl mal genauer vorzunehmen. Ende Februar hat die Kapelle ein sensationelles Auswärtsgastspiel im Berliner Bang-Bang-Club gegeben und im Anschluss wurde ein bierseliges Gespräch mitgeschnitten. Es ging dabei in erster Linie um inhaltliche Fragezeichen/Details – das mag mitunter wie penetrante Klugscheißerei wirken und auch so manche(n) verschrecken. Gut so.

„Die erste Ja, Panik Platte war ein Experiment und ein Austesten an sich selbst, die zweite war eigentlich von vorn herein viel durchgeplanter. Die Platte ist fast ein Konzeptalbum.“ Nicht nur gibt es retrospektiv ein Programm zur Platte (bei den Konzerten als charmante Reclam-Imitation zu erwerben), sondern auch in sich ruht die Platte in ihrer allgegenwärtigen Unruhe. Es geht um Selbstzerfleischung, Wut und Orientierungslosigkeit aber auch um Euphorie, Fremd- und Eigenliebe – vorgetragen mit großem Pathos und relativiert mit maximaler Wurstigkeit. Ein Thema, das Spechtl besonders belastet, ist der latente Sexismus, dem man sich im Rahmen einer Mann-schaft auch dann nur sehr schwer entziehen kann, wenn man lautstark dagegen revoltiert: „Unsere Existenz als Jungsband ist ja fast ein Hilfeschrei. Weil eigentlich sind wir ja auch nur das, was wir kritisieren. Wir sind halt auch nur eine Jungsband. Im Endeffekt: warum reißen wir großartig die Gosch’n auf? Wir sind ja eh genauso (…) und es ist einfach eine schreckliche Erkenntnis, wie es ist, wenn auf einmal eine Frau dabei ist, wie sich das Verhalten von jedem ändert.“

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