Landwirtschaft

Zurück in die Zuchtkunst

archenoahDer Verein Arche Noah kämpft seit 20 Jahren für die Vielfalt der Kulturpflanzen. Ge­schäfts­füh­re­rin Beate Koller erklärt im Ge­spräch mit dem Bagger, warum Bio­diversität nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Ernährungs­souveränität ist.

Laut Welt­gesundheits­or­ga­ni­sa­tion ist die Vielfalt der Nutz­pflan­zen im letzten Jahr­hun­dert drastisch ge­schrumpft. Vor 20 Jahren hat sich an­ge­sichts dieser Ent­wick­lung der Verein Arche Noah formiert und der Er­hal­tung dieser Viel­falt ver­schrieben. Warum führt ihr diesen Kampf?
Beate Koller: Zum einen sind Menschen vom Verlust der Vielfalt persönlich betroffen: Viele Leute kennen und vermissen Obstsorten, Gemüsearten oder Kräuter, die sie früher einmal geschmeckt haben, die es aber so nicht mehr zu kaufen gibt.

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Wie sich Erde gut trinken lässt

Thomas SchwarzBisher ist dem Winzer des Weinguts „Kloster am Spitz“ noch kein gleich wohlklingendes deutsches Wort für „Terroir“ eingefallen, was ihn nicht daran hindert, den Begriff vom Podest auf den Boden zu holen. Eine Entmystifizierung.

Gekostet hat er sie noch nie, die Erde von seinen Weingärten, mitten am burgenländischen Leithaberg. Dennoch weiß Thomas Schwarz genau, wie sie schmeckt. Er braucht nur einen seiner Weine zu trinken. Der 38-Jährige sitzt in seinem Verkostungsraum, sinkt zurück in den Sessel und schenkt sich ein Glas, nein, nicht Wein, sondern Rosé-Sekt ein. Am langgezogenen Tisch zeugen leergetrunkene Weingläser und offene Flaschen von der eben zu Ende gegangenen Verkostungsrunde. Ehe er zu erzählen beginnt, klopft es erneut an der Tür: Weinkäufer. Es ist Samstag. Wenn andere längst ihre Wochenendfreizeit genießen, sich vielleicht eine gute Weinflasche aufmachen oder ihre Lieblingswinzer besuchen, ist Thomas Schwarz mitten in der Arbeit.

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Bio-Fibel

biofibelAls „Lehrbuch, das das Grundwissen eines Fachgebietes vermittelt“, ist im Duden – Das Fremdwörterbuch („Not­wendig für das Verstehen und den Gebrauch fremder Wörter“, wie es im Titelzusatz heißt) das Wort „Fibel“ definiert. Das Akronym FiBL findet sich hingegen nicht im Duden – dahinter verbirgt sich das Fachinstitut für Biologischen Landbau, dessen österreichischer Zweig seit dem Jahr 2008 eng mit dem Freiland-Verband (ehem. Kritische Tiermedizin) kooperiert, welcher seinerseits seit letztem Jahr die viermal jährlich erscheinende Zeitschrift Bio-Fibel herausgibt.

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Bauanleitung für eine bessere Welt

Open Source BaggerWie das Konzept der Open Source Ecology die Welt verändern will

Mitten in Kansas liegt auf 30 Hektar ausgebreitet die Factor e Farm, auf der Marcin Jakubowski und wechselnde freiwillige Projektmitarbeiter versuchen, völlige Autarkie für jedermann möglich zu machen. „Optisch macht das Gelände im Moment vielleicht nicht viel her“, grinst der 37-jährige Physiker verschmitzt, „aber ich sehe schon, wie es hier in ein paar Jahren aussehen wird, und glaub mir, es ist wundervoll. Wir stecken ja noch in den Kinderschuhen. Im September zum Beispiel wird ein neues Haus gebaut. Wir halten einen Workshop dazu ab, mit einem Universitätsprofessor aus Deutschland, der sich auf Lehmbau spezialisiert hat. Die Materialien für den Bau werden aus der Umgebung stammen. Ziegel aus der Erde, auf der das Haus stehen wird.“

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Ganhar-Perder

Von der brasilianischen Agrarreform

Ich wollte schon immer die Welt retten. Wie macht man das? Ich bin noch immer weit davon entfernt, irgendwas oder irgendwen auch nur ansatzweise zu retten. Deshalb versuche ich etwas von dem, was ich zwischen September 2007 und Februar 2008 in Mato Grosso, wo ich zur Feldforschung für meine Diplomarbeit war, gesehen und gehört und gespürt habe, aufzuschreiben.
Vielleicht hilft das ein bisschen.

Der Bundesstaat Mato Grosso, im Westen Brasiliens gelegen, ist etwas größer als Deutschland, hat aber nur an die 2, 5 Millionen Einwohner, von denen sich rund eine Million in der Hauptstadt Cuiabá konzentriert. Mato Grosso bildet zusammen mit acht weiteren Bundesstaaten „Amazônia Legal“: dieser Teil Brasiliens ist der größte soziogeographische Bereich Lateinamerikas, charakterisiert durch eine ungemein artenreiche Vegetation und große Flächen Regenwald.

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