#7 - Straße, Okt 08

Straße Straße ist das Thema dieser Ausgabe. Sie führt uns vom Ausgangspunkt Wien kreuz und quer über Rom und Venedig nach Prag, über Amsterdam nach Stockholm, nach Athen, auch in die ehemalige DDR und den Kontinent verlassend bis nach Indien. Was dem Bagger auf jener ereignis­reichen Straße so alles über den Weg läuft, werdet ihr auf den folgenden Seiten erfahren. Also: Gang rein und drauf los geschaufelt! Der Bagger gräbt auch jenseits der Bodenmarkierungen!

Passion and Aggression – the Bollywood-Experience

filmistan Vor kurzem erhielt ich Gelegenheit, mit einem Orchester an den Dreharbeiten zu einem Hindifilm teilzunehmen – und zwar vor Ort: in Bollywood. Diese Erfahrung gilt es zu teilen.

Feuchtwarme Luft schlägt uns entgegen, als wir das Flughafengebäude verlassen. Gegen den Nachthimmel zeichnen sich Palmenkronen ab, in den Pfützen des regennassen Asphalts spiegelt sich ein leuchtendes Schild: „Welcome to Mumbai“. Das Abenteuer kann beginnen!
Bepackt mit Instrumenten und Gepäck waten wir durch den Teich, der sich auf der Straße gebildet hat. Im Bus schlägt uns eisige Kälte entgegen: der Fahrer will uns offenbar mit seiner Klimaanlage beeindrucken. Fröstelnd lassen wir uns auf den feuchten Sitzen nieder, und während der Fahrt durch die Stadt zum Hotel sammeln wir erste Eindrücke.

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Z.B.: Die Fritz-Austel-Straße

Clara Mosch Produzentengalerien und andere Künstlerinitiativen in der DDR – 1980er Jahre

Was machen junge, unangepasst denkende und arbeitende KünstlerInnen in Wien oder Berlin, wenn sie ihre Arbeit der Öffentlichkeit zeigen möchten? Genau. Sie suchen – mehr oder weniger erfolgreich – nach Ausstellungsmöglichkeiten, in einer etablierten Galerie oder auch im sogenannten Off Space.
Doch welche Möglichkeiten eröffneten sich, wenn die künstlerische Tätigkeit nicht ins Jahr 2008, sondern in den Zeitraum 1980-89 fiel und der Ort noch dazu zufällig Ostberlin, Leipzig oder Dresden hieß?

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Die Stadt, die immer gräbt

Wenn der Smog am Kolosseum zehrt und das alte Forum im Verkehr versinkt, dann ist es Zeit für: einen Lokalaugenschein.

O tempora, o mores!, geht es der übernachtigen Austauschstudentin durch den Kopf, als sie sich frühmorgens durch das Verkehrsgetümmel am Piazza Venezia kämpft. Sich von einer Verkehrsinsel zur nächsten rettend, möchte sie sich zu den Seligen zählen können, die an der Via dei Fori Imperiali einen Platz im Bus erhascht haben, der sie hoffentlich (einmal umsteigen am Termini) früher oder später zuhause absetzt, wo sie dann in den lang ersehnten Schlummer fallen kann.

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Gelobtes Land gelebter Wortspiele

Wie kommuniziert eine Stadt mit ihren BewohnerInnen – und was haben wir dem entgegenzusetzen?

Nerzmantel von rechts trifft auf Dreiteiler mit Aktentasche. Straßenbahnhaltestelle Alserstraße/Skodagasse – Grüß’ Sie, Herr Kommerzialrat! – Ja, guten Morgen Frau Doktor! Wie gehts Ihnen heute? – Ja, schlecht, wie immer! Und selbst? – Na, muss ja, muss ja! – kunstvoll gekünsteltes Lachen von beiden Seiten.

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Praha, Berlin, Amsterdam, Venezia, Wien

Prag Wege durch meine Lieblingsstädte

Wer häufig zu Gast in einer Stadt, findet mit der Zeit die eine oder andere Straße, die das Lebensgefühl der Einwohner, den Geist der Stadt ganz besonders trefflich zu spiegeln scheint – und ist sich hoffentlich dennoch des immerfort eigenwilligen Zugehens, Durchstreifens, Wertens bewusst…

Prag

Novy Svet, die „neue Welt“, eine Welt für sich auf dem Prager Burgberg: eng aneinander geschmiegte bunte kleine einstöckige Häuser fernab des bezahlpflichtigen Trubels im oft gepriesenen Goldenen Gässchen, das zur reinen Shoppingmall, allerdings mit Geschichte, verkommt. In der neuen Welt hingegen lebt es sich ruhig, keine Touristengruppen und Taschendiebe verirren sich in diese atmosphärisch dichte Ecke Prags.

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Biotumen statt Bitumen!

Biotumen statt Bitumen!

Die Biowelle hat uns ja vieles gebracht: Bioobst, Biobier, Bioweine, Biokondome und all die schönen Dinge, die die Welt so dringend braucht wie ein Viertderivat des VdU, die uns aber zumindest ein gutes, Zen-Buddhistisch orientiertes Gefühl und eine leichte Brieftasche geschenkt haben. Aber ich sage euch abermals: Resist the hype!

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Philosophen auf der Straße – waren Sokrates und Diogenes Punks?

fpunk Die Punk-Ausstellung der Kunsthalle Wien (mit dem schönen Untertitel „No one is innocent“) soll Ausgangspunkt sein für die Frage wie und v.a. warum im Altertum manche Philosophen ebenso bewusst und gerne auf der Straße lebten wie in unseren Zeiten die Punks …

Wer auf der Straße als Lebensort angekommen ist, hat meistens nicht mehr viel zu lachen. Und in der Regel auch nichts mehr zu sagen – tut er oder sie es dennoch, reagieren wir abwehrend. Vermuten wir doch zumeist im Anderen den alkoholisierten Sandler, den halbkriminellen Tunichtgut, den allenfalls zu Bemitleidenden, der uns sein Leid klagen will. Doch wer will sich denn in seiner kostbaren Zeit mit diesen Ausgeschlossenen (vgl. hierzu das gleichnamige Buch von Heinz Bude erschienen im Hanser Verlag: Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft, 2008) befassen?

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„Das Schöne zeigt die kleinste Dauer“

An dieser Stelle fühle ich mich bemüßigt, von meiner Beziehung zu F. zu erzählen.
Zum ersten Mal begegneten wir uns auf der Strudelhofstiege. Als Stiege überbrückt diese faktisch gesehen den Niveau-Unterschied zwischen Strudelhofgasse und Liechtensteinstraße. Sie besitzt jedoch, im Gegensatz zur Thurnstiege, die ganz in der Nähe eine ähnliche Funktion erfüllt und mir ebenso dienlich ist, einen geradezu liebreizenden Charakter, vor allem an frühen Frühlings- und späten Sommertagen. Dies mag der Grund gewesen sein, dass ich mich an einem solchen Nachmittag anschickte, die berühmten Stufen hinunterzuhopsen. An diesem Tag begegnete ich F.

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Der Asphaltklee

Weder Klee noch Asphalt.

Wer glaubt, der Asphaltklee (Bituminaria bituminosum) käme deshalb zu seinem Namen, weil dieser etwa auf weitgehend vegetationslosen Asphaltseen (also dort, wo Bitumen auf natürliche Art und Weise an die Erdoberfläche gelangt) zu wachsen vermag, der irrt. Auch mit den Asphaltbelägen auf unseren Straßen hat die Pflanze nur wenig zu tun.

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Endstation Golgotha: die „Straße der Schmerzen“

Kreuzweg Eine Kreuztragung zwischen Realität und Symbol, und wieder zurück.

Glaube versetzt Berge; um wieviel leichter verlegt er Straßen. Die Botschaft der frühen Christen reiste durch das Straßennetz des römischen Imperiums; als später die Hochburgen der Christenheit weit vom Lebensschauplatz Jesu abrückten, nach Mittel- und Westeuropa, begannen nicht nur tragbare Reliquien, sondern auch die Schauplätze selbst westwärts zu wandern. Manchmal geschah das, wie zu erwarten, durch Wunder: 1291 schwebte das Elternhaus der Jungfrau Maria aus Nazareth über Dalmatien nach Loreto, nahe bei Ancona – dort zeigt man es bis heute, samt dem Eßnäpfchen des Jesuskindes.

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