Finanzwirtschaft

Money Magic

Okkulte Ökonomien in Zeiten eines millenialen Kapitalismus

Schon vor der Jahrtausendwende machten die beiden Anthropolog_innen Jean und John Comaroff in ihrer Heimat Südafrika eine Entdeckung. In der Presse überschlugen sich zu dieser Zeit die Berichterstattungen von Zombies, die plündernd durch das Land zogen. Es hieß, die Untoten wurden durch die Kraft der Hexerei ins Leben zurückgeholt, um nun sklavische Dienste für ihre Meister zu verrichten und ihnen übermäßigen Reichtum zu bescheren. Den geschulten Augen der Comaroffs entging nicht, dass die Zombies in einem Land, in dem Totenkulte dem kulturellen Gedächtnis angehören, als Indikatoren für ein völlig anderes, viel weitreichenderes Phänomen dienten.

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Kantonale Kartonabfuhr

Die Schweiz mag für vieles bekannt sein: Schokolade, Ta­schen­messer, Käse, Groß­ban­ken, Uhren, Steuer­hinter­ziehung, Patrio­tis­mus. Eines aber wird man in der Schweiz kaum finden: Kritische Aus­einander­setzung mit der ei­ge­nen Ge­schichte und Gegen­wart, oder ein be­stän­diges Hinter­fragen der eigenen Iden­ti­tät und ein ge­sundes Maß an Selbst­ver­achtung.

Wer den Hurra-Patriotismus, mit dem Schweizer aller Stände und Regionen den 1. August feiern, einmal miterlebt hat, der wird sicher zustimmen, wenn an dieser Stelle konstatiert wird, dass die Eidgenossen durchaus eine Lektion in Selbsthass und Nestbeschmutzung vertragen könnten, vielleicht die einzige Tugend, in der Österreich als weltweit führend gelten darf.

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Die Demokratische Bank

Aus der Wirtschafts- und Bankenkrise ist eine neue Art von Institut hervor- und auch schon wieder zugrunde gegangen, die sich „Demokratische Bank“ nannte. Die Grundidee, die reichlich Bewegung in den Bankensektor bringen sollte, war es, ein Institut zu gründen, das Sparguthaben verwaltet und Kredite vergibt, vorrangig an private Haushalte bzw. ökologische und soziale Projekte, sowie den Staat, ohne dabei auf die Profitmaximierung und den globalen Markt zurückzugreifen.

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Gerede des Pflanzministers: Protektorat Österreich

Es gilt das gebrochene Wort!

Herzlich willkommen im Pflanzministerium!
Nicht alle, die eingeladen wurden, sind entkommen. Aber für die wenigen, die entkommen sind, freue ich mich ganz besonders.
„Projekt Österreich“ – der Titel versagt, wann es nur geht. Lassen Sie mich gleich zu Anfang was Klares bestellen. „Konfekt Österreich“ heißt: Es ist etwas auf dem Holzweg. Es gibt kein Ziel. Und es gibt noch weniger Arbeit. Und wenn wir über das „Insekt Österreich“ sprechen: Denken wir nur kurz darüber nach, was dieses Österreich eigentlich für uns ist. Von außen betrachtet ein feines Land – in Wahrheit aber kein großartiges Land. Ein Land, das weltweit eine enorme Gebanntheit hat. Ein Land, das große Apathiewerte genießt. Öko-komisch betrachtet: Eine Macke mit enormem Potential.

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In Paradisum Austriam

und sonstiges Belangloses

Um den 17. Finanzminister der stolzen Zweiten Republik zu zitieren: Es reicht. Es muss einmal ausgiebig über die Welt gesudert werden, am besten am Stammtisch in der Roxy-Bar. Und weil Sudern gemeinhin dem DieDerDas österreichischen StaatsbürgerInNen als wesentliche und nicht uncharmante Eigenart zugeschrieben wird, wollen wir uns dabei auch jenem Thema widmen, welches als Einziges beim Sudern tabu bleibt – Österreich.

Eines vorweg – wahrscheinlich schaue ich zu viel fern. Ich kann jedenfalls nicht garantieren, ob und von wem ich hier abschreibe. Das Folgende entspricht meinem bescheidenen Wissensstand, man könnte vielleicht auch sagen, es sei meine Meinung. All jenen, die mich aufgrund meiner Äußerungen für eineN linken nichtsnutzigen WeltverbessererErin halten, sowie denen, die sich beleidigt fühlen, sei gesagt: Geht’s scheißen.

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Warum Geld der Joker im Spiel des Lebens ist. Und warum es eigentlich nichts wert ist.

Das Geld liegt auf der Straße

Ist der Titel eines Buches, in dem der Autor (und selbsternannter Börsenguru) „Normalbürgern“ einerseits Tipps zum Sparen und andererseits zur Geldanlage an der Börse gibt. Die Meinungen der bis dato zwei Buchrezensenten auf Amazon liegen weit auseinander:
Der eine bezeichnet das Buch als „die Landkarte zum Glück“ und empfiehlt es vor allem Menschen, „denen [ihr] Geld nicht reicht und [die] mehr erreichen wollen als jeden Monat für zu wenig Lohn arbeiten zu gehen“, die andere verbleibt mit der Empfehlung, dass „der beste Sparansatz ist, das Buch erst gar nicht zu kaufen“.

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