Über die Konsumgesellschaft und das Geschäft mit der Reklame
„Der Konsumideologie liegt der Wunsch zugrunde, die ganze Welt zu verschlingen, der Konsument ist der ewige Säugling, der nach der Flasche schreit,“ meint der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker und Sozialpsychologe Erich Fromm in Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft von 1976. Da wir nun bekanntlich mehr denn je in einer Konsumgesellschaft leben: Sind wir denn alle nur noch geistige Nackerbatzeln, die am Tropf der Wirtschaft hängen, der wir hinten unsere Arbeitskraft reinschieben, nur um dann in unserer Freizeit die von ihr ausgespieenen Produkte konsumieren zu dürfen? Leiden wir darunter? Auch der Säugling wirkt doch ganz glücklich, nachdem er sich sattgetrunken hat. Und überhaupt: War das nicht schon immer so?