#8 - Lüge, Dez 08
Elvis lebt, die Außerirdischen sind unter uns, die Mondlandung war nur gestellt und der Weltuntergang naht. Was aber der Bagger im Winter zu bieten hat, übertrifft das alles bei Weitem. Halten Sie sich fest, denn auf den kommenden Seiten erwarten Sie Exklusivberichte über handfeste Skandale und unvorstellbare Tragödien, so wie sie die Welt noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Wer’s glaubt, wird selig? Das wohl, und wer’s nicht glaubt, erahnt womöglich schon das kurzbeinige Thema dieser Ausgabe: nämlich WAHRHEIT. Dieser fühlt sich der Bagger besonders verpflichtet, weshalb er unermüdlich gräbt, um sie ans Licht zu bringen. Erfahren Sie die ganze Wahrheit über einen spektakulären Grabraub, über seit Längerem oder Kürzerem ausgediente PolitikerInnen, über die waschechten Tagebücher Hitlers, über die wahren Hintergründe wissenschaftlichen Forschens sowie über die erwiesene Existenz des Allmächtigen. In diesem Unsinne: Viel Vergnügen beim Entenjagen und Graben nach verschütteten Grubenhunden!

Sind Sie Zeitungsleser? Also ich schon. Zwar kein guter, ich hab das nie gelernt, auch nicht in der Schule, aber am Sonntag schau ich schon rein und ich muss sagen: Langsam hab ich schon das Gefühl, dass das doch alles so nicht stimmen kann. Da schreibt einer, was weiß ich, der Faymann ist super und so.
Er belügt sie, sie belügt ihn, er belügt uns, wir belügen euch, sie belügen sich. Wer belügt wen?
Gerüchte und Spekulationen zum Raub der sterblichen Überreste von Kurt Waldheim
Das Bedürfnis, Massenmörder, Diktatoren, Tyrannen – kurz gefasst das Böse zu verstehen, ist groß. Daher rührt wahrscheinlich auch die überdurchschnittlich hohe Anzahl an gefundenen gefälschten Tagebüchern von schauderhaften Gestalten.
Korruption ist böse. Korruption macht Demokratie kaputt. Korruption führt zu Armut. Korruption hält Armut aufrecht. Korruption führt zu Unfreiheit und verhindert (Lebens-)Freude (umgekehrt jedoch bei den Korrupten). Und – Korruption verhindert ehrliches Bagger-Schreiben!
Wie der kleine Adi dem großen Karli verfiel
Am Anfang stand, wie meistens bei solchen Ideen, Appetit auf ein Experimentchen, eine Portion Unwissenheit und ein Gläschen Optimismus, das durchaus nicht die gesamte Mahlzeit hindurch ganz voll sein sollte. Gleich zu Beginn winkte uns der Erfolg, personifiziert durch Herrn Baumeister Lugner, der uns – wohl dank des hervorragend gewählten Namens unseres Zeitungsprojekts – gleich für die Erstausgabe ein Interview gewährte. „Das schaffts ihr schon!“, meinte er aufmunternd auf unsere Zweifel hin. Und tatsächlich, ein paar Wochen später war unser erster Streich vollbracht – auch wenn uns Lugner nicht finanziell unter die Arme greifen wollte – z.B. wie von uns vorgeschlagen mit einem kleinen Werbeinserat für sein wohlbekanntes Kaufhaus am Gürtel.
„Die Baggerer sind da!“ Als wäre es gestern gewesen, klingt mir der Klang seiner lieblichen Stimme in den Ohren nach. So freundlich wurde das Bagger-Team noch selten begrüßt. Und das trotz der sichtlichen Enttäuschung, die dem guten Mann ins Gesicht geschrieben stand, als er uns zwei mickrige Gestalten da in seinem Vorraum warten sah. In mannhafter Würde jedoch stellte er sich seinem Schicksal und bat uns weiter.
