#8 - Lüge, Dez 08

Lüge Elvis lebt, die Außerirdischen sind unter uns, die Mondlandung war nur gestellt und der Weltuntergang naht. Was aber der Bagger im Winter zu bieten hat, übertrifft das alles bei Weitem. Halten Sie sich fest, denn auf den kommenden Seiten erwarten Sie Exklusivberichte über handfeste Skandale und unvorstellbare Tragödien, so wie sie die Welt noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Wer’s glaubt, wird selig? Das wohl, und wer’s nicht glaubt, erahnt womöglich schon das kurzbeinige Thema dieser Ausgabe: nämlich WAHRHEIT. Dieser fühlt sich der Bagger besonders verpflichtet, weshalb er unermüdlich gräbt, um sie ans Licht zu bringen. Erfahren Sie die ganze Wahrheit über einen spektakulären Grabraub, über seit Längerem oder Kürzerem ausgediente PolitikerInnen, über die waschechten Tagebücher Hitlers, über die wahren Hintergründe wissenschaftlichen Forschens sowie über die erwiesene Existenz des Allmächtigen. In diesem Unsinne: Viel Vergnügen beim Entenjagen und Graben nach verschütteten Grubenhunden!

Tiefbau: Richard Lugner

Aus den unveröffentlichten Teilen des Interviews mit Baumeister R. Lugner aus der Erstausgabe des Baggers:

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Vorsicht, Sprachstufe!

Sie möchten wissen, wie man Lügen auf die Schliche kommt? Dann lassen Sie sich mal so richtig anlügen.

„Wer nicht lügen kann, weiß nicht, was Wahrheit ist“, stellte schon Friedrich Nietzsche seinerzeit fest. So nehmen wir uns das zum Vorsatz, um die Urgründe des Seienden zu erforschen, und lügen mal so richtig drauf los. Für einen kleinen Crashkurs sollten wir uns ein Vorbild an Leuten nehmen, die demnach eindeutig wissen, wo der Hammer hängt: etwa an Bernhard Kohl („Doping ist Betrug, bei mir war die Versuchung nie da“), Bill Clinton („I did not have sexual relations with that women, Miss Lewinsky“) oder Wolfgang Schüssel („Wenn wir Dritter werden, gehen wir in Opposition“).

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Der Backenzahn des Homo Luegens

Galilei hat getrickst, Newton hat gemogelt und ich habe die „Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis“ unterschrieben – über das Lügen in der Wissenschaft.

Die Wissenschaftsgeschichte ist voll von kleinen und großen Lügen, von Skandälchen und Skandalen, von Schummelei und Betrug. Das ist weiter nicht verwunderlich, zumal Wissenschaft von Menschen betrieben wird und Menschen lügen, sobald sie dazu fähig sind. Wenn ein Kind geistig imstande ist, bewusst Unwahres zu sagen, setzt es diese Strategie ein. „Hattu in die Windel gemacht?“ „Nein!“ Lügen ist ein Zeichen von Intelligenz und Kreativität, da man durch das Antizipieren der Unwahrheit an der Generierung der Wirklichkeit aktiv teilnimmt und versucht, andere auf einer Vernunftsebene zu beeinflussen. Lügen ist daher wohl auch eine der subtilsten Formen der Gewalt.

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Von berühmten Enten und solchen, die’s gerne werden wollen

EnteAußerdem: Was sie schon immer über die seltsamen Sexualpraktiken männlicher Enten wissen wollten. Ein Sammelsurium an Skurrilitäten und Wissenswertem rund um die Ente.

Eigentlich habe ich keinen besonderen Bezug zu Enten. Immerhin esse ich sie nicht, was mich aus Sicht der Enten doch ziemlich sympathisch machen sollte. Falls Enten so etwas wie Sympathie überhaupt empfinden können …
Vielleicht hätte ich in meinen Kindheitstagen doch nicht so exzessiv Lassie und Flipper sehen sollen. Würde ich dann weniger oft und unbewusst menschliche Eigenschaften auf wehrlose Tiere übertragen? Höchstwahrscheinlich nicht.

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Philosophen lügen nicht ...

PhilosophWenn eine Berufsgruppe (neben der der Theologen) gemeinhin als Garant der Redlichkeit gilt, so ist es die der Philosophen. Wie sollen Menschen, die meist eine lange Zeit ihres Lebens die verschiedenen Moralkonzeptionen der vergangenen 25 Jahrhunderte studieren, es fertig bringen ihre Mitbürger dreist plump einfallsreich listig absichtlich vorteilsnehmend zu belügen? Wie sollten sie es schaffen (die Internalisierung zumindest einer Moralkonzeption vorausgesetzt – wenn nicht gar die Synthese vieler) sich selbst untreu zu werden?

Die Lüge ist nicht erlaubt. Punkt. Zu groß ist der Schaden, den sie im Gemeinwesen (auf Dauer) anrichten könnte, als dass man sich je auf eine Lügenerlaubnis geeinigt hätte.

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Vom Erstinken

ErfrorenSinneseindrücke mögen zwar eine rein subjektive Angelegenheit darstellen,es gibt aber doch gesellschaftliche Übereinkünfte, die dazu beitragen, wie solche empfunden werden. Dies dürfte besonders auf den Geruchssinn zutreffen: Denkt man etwa nach einer ergiebigen Toilettensitzung in gutmütiger Manier an das Wohlergehen der Mitmenschen, welche ebenso gewissen Bedürfnissen unterliegen, so bietet sich beispielsweise ein – laut Gesellschaft wohlriechender – AXEL Deospray (Name von der Redaktion geändert, Anm.) an, um das Leben der zukünftigen Besucher des stillen Örtchens erträglicher zu gestalten.

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Das Wiener Lugeck

Bär Wer öfter in der inneren Stadt unterwegs ist, wird das Lugeck (nicht nur, aber auch wegen der Nähe zu Stephansdom und Ankeruhr) kennen, auch wenn er kein leidenschaftlicher Eisesser ist … Wer aber weiß, dass dieser Ort ein Geheimnis birgt?

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Hütchenspiel-Workshop

Hütchenspieler„Vorhin bin ich über den Friedhof gegangen, da war ein Grab mit drei Grabsteinen. Darauf stand: ‚Hier liegt der Hütchenspieler Sebastian Schmitz. – Oder hier. – Oder hier.`“ (Mike Krüger)

Inflation. Finanzkrise. Steuerreform 2010, oder ’11, oder ’12. Für einen Banküberfall sind Sie zu sanftmütig? Hier ist die Lösung: Werden Sie Hütchenspieler!(1)
Manche behaupten zwar, Hütchenspielen wäre furchtbar schwer: „Dieser Bauernfängertrick ist einer der schwersten … und grenzt, wenn er richtig gemacht wird, an artistische Virtuosität. Ihn richtig zu beschreiben, ist unmöglich, denn niemand würde selbst bei vielen Illustrationen daraus klug werden.“(2) Und Mythen zufolge gibt es in Polen, Litauen oder sonstwo Falschspiel-Akademien, wo man in zumindest monatelangem Training zum Hütchenspieler ausgebildet wird. Aber das ist weiter nichts als ein Mythchenspiel; man will sich nur keine Konkurrenz heranzüchten. Die Hütchenspieler in der Fußgängerzone sind nicht artistischer als ein Weihnachtskarpfen, haben höchstens einen Nachmittag lang trainiert und gewinnen trotzdem ständig. Halten Sie sich an unsere Anleitung – schon morgen stehen Sie selbst vor dem Einkaufszentrum und zocken Ihre Mitmenschen ab, daß die Fetzen fliegen.

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Der Wahrheit auf der Spur

Wenn drei so weitgereiste Herren wie hier beisammen sitzen, sollte doch wohl die eine oder andere Weisheit zu erfahren sein.

Nach ihren letzten Ausflügen hat sich unsere Wanze diesmal in eine sehr eigentümliche Spelunke verirrt. Dort sitzt sie nun – gut getarnt auf der vergilbten Tapete – und wartet geduldig auf ein belauschenswertes Gespräch, als plötzlich mit ordentlichem Getöse eine Kanonenkugel durchs offene Fenster hereindonnert, von der – bevor sie krachend in die gegenüberliegende Wand einschlägt und auf der anderen Seite die Küche in helle Aufregung versetzt – behende ein altmodisch gekleideter Herr abspringt, der sich – als wäre nichts gewesen – kurz umschaut und dann an den einzigen besetzten Tisch zu zwei gleichfalls eigentümlichen Gestalten setzt. Während sich draußen eine dort angebundene, gerade knapp mit heiler Haut davon gekommene alte Mähre langsam wieder beruhigt, entwickelt sich zwischen dem Neuankömmling und den beiden ebenfalls nicht mehr ganz jung wirkenden Gästen, die durch den theatralischen Auftritt nicht sonderlich beeindruckt erscheinen, ein Gespräch, dem unsere Wanze – nun doch etwas neugierig geworden – ein Weilchen lauscht.

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Fürchtet euch nicht

Londons Atheisten verkünden die etwas andere frohe Botschaft: “There’s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life.”

So steht es geschrieben, und zwar ab Jänner 2009 auf Londons Bussen, initiiert von der „Atheist Bus Campaign“. Blasphemie? Nein, Großbritanniens Kirchen begrüßen die Aktion, sie rege die Menschen zum Nachdenken über Gott an und wäre somit sogar aktive Werbung für die Religion. Tja, das kommt wohl ganz darauf an, wer konkret die Nachricht liest. Die Traudl am Weg zur Apotheke denkt sich: „Eine Frechheit! Und das auf den öffentlichen Bussen!“

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