Teufel

Nachschlagen

Bierce: The Devil's Dictionary

Nach-schlagen. Wieviele Lexikas hat man zu Hause? Wieviele Nachschlage­werke hat man in der Bibliothek? Und keines hat es je geschafft, einen zum Lachen zu bringen. Das soll ein Lexikon ja auch nicht – sagt man zumindest. 1911 hat Ambrose Bierce sich die Mühe gemacht, des Teufels Wörterbuch zu schreiben – zumindest wurde es 1911 auf den Markt gebracht. The Devil’s Dictionary ist eine Art Nachschlagewerk mit Aphorismen-Charakter und ja, es macht Spaß, etwas nachzuschlagen.

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You Must Be Wrong If You Think You Don’t Love Me

kurze BeschreibungThe Devil and Daniel Johnston (USA 2006) ist eine empathische Dokumentation von Kreativität, Wahn und Sehnsucht, personifiziert in der musikalischen Ausnahmeerscheinung Daniel Johnston.

„Ladies and gentlemen. The best singer-songwriter alive today: Daniel Johnston!“ Ein behäbiger Mitte-40er in Jogginghose flaniert auf die Bühne, legt ein voll geschmiertes liniertes A4 Heft ohne Noten auf den Notenständer und intoniert mit hoher rauchiger Stimme ein Lied, zu dem er auf seiner verstimmten Gitarre streicht. Wer Johnston und seine Musik nicht kennt, befürchtet in den ersten paar Minuten von The Devil and Daniel Johnston womöglich einer juvenilen Sozialstudie eines Trash-Musikers im Stile einschlägiger lokaler Antimusikphänomene, wie sie hierzulande auf FM4 zu hören sind, auf den Leim gegangen zu sein.

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Sechshundertsechsundsechzig

4.793.665, 4.793.666,…
Bei solchen Zahlenungetümen können die Schafe nur noch in Zeitlupe über den Zaun springen, wenn er sich verzählt, müssen sie wieder zurückhüpfen, verkehrt und mit dem Hintern voran.
Verdammt, verflucht, wo war ich denn jetzt?
Er versucht an was andres Einschläferndes zu denken, doch das Einzige, das ihm einfallen will, ist seine Großmutter, wie sie ihm, während er in ihrem Schoß liegt, grob in den Haaren herumzupft. Er grummelt, tastet im Dunkeln zum Lichtschalter, erwischt dabei das Glas auf dem Nachttisch.
Herrgottnocheinmal.

Licht an, Schlafbrille hoch. Blutunterlaufene Augen blinzeln verärgert in den grimmigen Schein der Nachttischlampe. Alles voll Bloody Mary, seinem SchlaftrunkErstmal ein Schluck Absinth aus dem Flachmann, bevor er die paradeisige Ferkelei aufwischt, dann greift er zur Nachtlektüre, Rushdies „Satanische Verse“, mit fünfzackigem Pappstern als Lesezeichen auf Seite 429. Auf Seite 666 ist er genauso wach wie davor. Er stöhnt, versucht es nun mit autogenem Training. Also, Licht aus, Schlafbrille auf und schon wird der rechte Arm ganz schwer …
Im Moment tiefster Entspannung geht sein Radiowecker an, eine plärrende Black Metal Grunzstimme jagt ihn aus dem Bett. Der Gehörnte, dem nicht die Frau, sondern der Schlaf fremdgeht, humpelt ins Bad. Zähneputzen. Wie das Pendel eines einschläfernden Hypnotiseurs baumelt ihm sein Schlafmützenzipfel vor der krummen Adlernase. Ein hässliches Gesicht, das ihn da im Spiegel angurgelt, eine richtige Krampusfratze. Von dämonischem Funkeln in seinen Augen keine Spur, nur nervöses Zucken und Zwinkern über geschwollenen Tränensäcken. Den widerlichen Körpergeruch muss er mit noch viel widerlicheren Duftwässerchen übertünchen. Heute lieber nicht duschen, gestern hat er sich den Schwanz in der Duschtür eingezwickt, der tut ihm jetzt noch höllisch weh. Apropos „höllisch“, die Arbeit wartet schon.
Zum Teufel mit ihr!
Andere würden sich freuen über eine Stellung in seiner Position – eine richtige Führungsposition. Leiter einer Art Internierungslager unter tropisch-heißen Arbeitsbedingungen. Bei der Hitze kann ja keiner mehr klar denken. Und erst der Gestank. Das zehrt an der Substanz.
Sein zweites Standbein, das weniger stark behaarte, ist ihm noch mehr verhasst. Als Vertreter muss er Menschen tagtäglich mit diabolischen Lügengeschichten verführen und ihnen Verträge aufschwatzen, die ein späteres Wiedersehen, also noch mehr Arbeit garantieren. Zwischen seinen Terminen bleibt meist nur kurz Zeit, den Sodbrand in seinem Magen anzufachen:
Einmal Kebab mit Scharf, teuflisch scharf, bitte.
Erst spät des Nächtens hinkt er dann jedes Mal wieder nachhause, in der Regel völlig abgespannt, der arme Teufel. Nein, das will er heute alles nicht. Also lieber zurück ins Bett, Schlafbrille auf, Decke zwischen die Beine. Eine neue Runde schlafloses Grübeln und stundenlanges Herumwälzen. Wieder mal 24 Stunden hellwach. Genauso wie gestern und vorgestern, die letzten Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte davor.
Denn es stimmt wirklich:
Der Teufel schläft nie.
(Nicht einmal der Bagger als Nachtlektüre kann ihm helfen).

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