Bibel

Takis Antoniou: Die Apokalypse

(dahlemer Verlagsanstalt, 2000)

die Apokalypse Ein schmaler Band provoziert einen Haufen Fragen: Warum eine zweite kaum klarer formulierte, kaum konkretere Apokalypse als das Original der Bibel lesen? Warum eine eigenartige Anlehnung ans Original demselben vorziehen, das Glossar ist voll mit Verweisen auf Referenzstellen bei Johannes – was bringt Antoniou Neues? Was bezweckt Antoniou denn mit diesem Bändchen, das leider unkommentiert Dürer-Stiche mit aufnimmt und so den Versen zum Untergang der Welt wohl besonderes Gewicht verleihen will? Apokalyptische Literatur als worst case scenario kommt in der Regel episch daher – das lyrische Wagnis lässt aufmerken: doch was sagt es?

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Die Walverwandtschaft

Folge 7: Im Spiegelkabinett

Jonas betrat das Badezimmer, einen Raum, in dem er seit seinem Einzug noch nicht allzu viel Zeit verbracht hatte. Wozu auch? Ein Ort, an dem die Gesellschaft bis in die Sphären der Intimität vorzudringen pflegt, hatte für ihn wenig Nutzen. Im Bad macht man sich bereit für die Außenwelt, reibt, frottiert, stutzt und legt alles zurecht, was man in Kürze den Blicken der anderen ausgesetzt weiß. Man tritt gleichsam aus sich selbst heraus und betrachtet sich im Spiegel mit den Augen derer, deren Achtung und Anerkennung man erhofft. Dies jedoch verlangt meist erhebliche Anstrengungen.

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Das Fußbad Jesu

Zum ersten Mal unangenehm aufgefallen waren sie ihm bei einer Hochzeit in Kanaa, Galiläa, auf der er und seine Apostel zu Gast waren.
„Was stinkt denn hier so, ist etwa ein Aussätziger unter uns?“, frug sich in seinem Geiste Jesus, der gerade dabei war, Wasser in Wein zu verwandeln.

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