Zeit

Über den Zeitraub „of a lifetime“

Das Filmfestival als temporales Paradoxon. Ein Erlebnisbericht.

Zeit ist Geld, heißt es. Und wirklich ergeben sich bei genauerer Betrachtung erstaunliche Parallelen: sowohl in der temporalen wie der finanziellen Erschließung der Welt ist von Raub und Investitionen, von Verlusten und Gewinnen die Rede und der Erfahrung nach rieselt beides gern durch die Finger. Mithin ganz ungeachtet der Tatsache, dass es noch keine Zeitlotterie gibt und die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit nicht mit der Anpassung der Leitindizes zu vergleichen ist, besteht doch Konsens bezüglich der Äquivalenz dieser beiden Größen, die unser modernes Leben vermessen. Darum scheint es angebracht, den Zeitmangel zu bezahlen und zwar nicht bitter büßend, sondern – besser – süß genießend sein Geld zu investieren, um dann keine Zeit zu haben,– mit anderen Worten also – in den ausgelassenen Besuch eines Filmfestivals, wie zum Beispiel die vor kurzem zum neunundvierzigsten Male über die Leinwände gelaufene Viennale in der hiesigen Hauptstadt der Mannerschnitten.

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Stressinduzierte Zeitverschiebung

Jetzt aber wirklich, nur mehr wenige Stunden bis zum Ende der letzten, bereits zweimal verlängerten Nachfrist. Diesmal geht es sich aus, dass der Plan fertig ist, bevor im Copyshop die Lichter ausgehen, dass das Buch wieder in der Bibliothek steht, bevor der Nachtwärter seine einsamen Runden dreht, dass der Artikel bei der Lektorin eintrifft, bevor die Zeitung in Druck geht.

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