Spiegel

Von Belustigungsorten mit Irrwegen

Zwischen „Stormy Sunday“ und „Spectacolo“, gleich hinterm „Boomerang“, wird das eigene Spiegelbild dem Gelächter ausgesetzt. Es kann schon sehr lustig sein, im Wiener Prater.

Wenn Monika T. über ihr „1. Original Wiener Lachspiegelkabinett“ mitten im Wurstelprater spricht, kommt ihr dabei kein Lacher aus. Die rund 40-jährige Frau mit kurzem Haar sitzt in der kleinen Kassakabine, hinter ihr gibt ein Fenster den Blick ins Innere des Irrgartens frei. So kann sie den Besuchern beim Verirren zusehen.

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Sieben Jahre Pech

Wie jedes Kind weiß, zieht das Zerbersten eines Spiegels mit sieben Jahren Pech eine besonders harte Strafe nach sich, deren Ausmaß Betroffene gerne in Frage stellen. Überraschenderweise gibt es jedoch auch durchaus positive Auswirkungen einer solchen Sühne. Man bedenke etwa, welch große Enttäuschung entsteht, wenn wir uns redlich um eine Sache bemühen, die schlussendlich misslingt.

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Wie rasiert sich Dracula?

Es soll ja Leute geben, die gar nicht glauben, daß es Vampire wirklich gibt. Die brauchen diesen Artikel natürlich nicht zu lesen. Oder doch grade die?

Auf meiner Einkaufsliste von nichtexistenten Gegenständen (haben Sie keine?) steht ganz hoch oben: „Draculas Spiegelbild.“
Genau das Spiegelbild, das Jonathan Harker am Ende des zweiten Kapitels von Bram Stokers „Dracula“ (1897) im Rasierspiegel nicht sieht, obwohl der Graf genau hinter ihm steht. Vor Schreck schneidet er sich, blutet, der Graf verbeißt sich den aufwallenden Blutrausch und wirft den Spiegel, der an allem schuld ist, vollendet höflich zum Fenster hinaus. Auch sonst gibt es keine Spiegel im Schloß – aus Gründen der Mimikry.

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Die Walverwandtschaft

Folge 7: Im Spiegelkabinett

Jonas betrat das Badezimmer, einen Raum, in dem er seit seinem Einzug noch nicht allzu viel Zeit verbracht hatte. Wozu auch? Ein Ort, an dem die Gesellschaft bis in die Sphären der Intimität vorzudringen pflegt, hatte für ihn wenig Nutzen. Im Bad macht man sich bereit für die Außenwelt, reibt, frottiert, stutzt und legt alles zurecht, was man in Kürze den Blicken der anderen ausgesetzt weiß. Man tritt gleichsam aus sich selbst heraus und betrachtet sich im Spiegel mit den Augen derer, deren Achtung und Anerkennung man erhofft. Dies jedoch verlangt meist erhebliche Anstrengungen.

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